6. Sonntag der Osterzeit: Mag. Anton Merli
Trost und Hoffnung in Zeiten der Krise

Der christliche Glaube verkündet nicht Untergang und Verderben. Der Glaube an die Vollendung bei Gott nimmt uns die Angst vor dem Tod und lässt das Leben nicht sinnlos erscheinen.
  • Der christliche Glaube verkündet nicht Untergang und Verderben. Der Glaube an die Vollendung bei Gott nimmt uns die Angst vor dem Tod und lässt das Leben nicht sinnlos erscheinen.
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Der Evangelist Johannes spendet mit dem Bericht über die Abschiedsworte Jesu im Evangelium dieses sechsten Sonntags der Osterzeit den Christen seines Jahrhunderts, aber auch aller künftigen Zeiten, die in Bedrängnis und Verfolgung leben, Hoffnung und Trost. Dies geschieht in mehrfacher Hinsicht:

„… mein Vater wird ihn lieben,
und wir werden zu ihm kommen
und bei ihm wohnen.“

Die Grundlage christlichen Trostes ist das Wissen um die Fürsorge Gottes. Sie ist jedem zugesagt, der sein Leben nach den Worten Je­su ausrichten will. Jesus lieben heißt, sein Wort beachten, ernst nehmen und danach leben.
Christen sollten begreifen, dass es keine Hoffnung und keinen Trost auf lange Sicht ohne diese Hinwendung oder Liebe zu Jesus geben kann, vor allem nicht in Bedrängnissen. Wer ohne Jesus lebt, entzieht sich der Fürsorge Gottes. Wer mit Jesus Gemeinschaft hält, kann sein Schicksal getrost Gott anvertrauen.
Jesus begleitet ihn zum Vater.

„Der Beistand aber,
der Heilige Geist,
den der Vater in meinem Namen
senden wird, der wird euch
alles lehren …“

Ein weiterer Grund für christliche Hoffnung ist die Gabe des Heiligen Geistes. Wer sich an Jesus hält, empfängt göttliches Leben und übernatürliche Erleuchtung, lernt die Worte Jesu begreifen, erkennt seinen vor­gezeichneten Weg und kann unauf­geregt in Frieden mit sich, mit den Menschen und mit Gott leben.
Er ist eingebunden in das Leben des dreifaltigen Gottes und besitzt eine reiche übernatürliche Lebensqualität. In der häufig gehetzten Umgebung unserer Welt kann er gelassen seinen Aufgaben nachgehen, bei seelischen und körperlichen Verwundungen auf Heilung hoffen und sich bei dem geborgen wissen, der ihn trägt und führt. Christen können Stützpunkte menschlicher Wärme, innerer Ruhe und beglückenden Friedens sein.

„Ich gehe fort und komme wieder
zu euch zurück.“

Der letzte Grund christlicher Hoffnung liegt in der kommenden Heimholung in die Vollendung bei Gott. Das Herz des Christen muss nicht verzagen. Wir können ohne Angst unseren Lebensweg gehen; aber nicht deshalb, weil wir uns hier durch Anhäufung vergänglicher Güter absichern oder einfach nicht an die Zukunft denken. Wir sehen getrost auf unser Ende, weil wir dem Wort Jesu glauben, dass es eine heilende Begegnung mit ihm geben wird, der unseren Weg in seiner Auferstehung vorgezeichnet hat. Unsere Zuversicht gründet auf der versprochenen Hineinnahme in Gottes beglückendes Leben, das allen zuteil wird, die sich glaubend und liebend mit
Jesus zusammenschließen.

Ein beglückendes Vermächtnis

Auch das Evangelium dieses Sonntags ist ein beglückendes Vermächtnis Jesu an die Seinen vor seinem Sterben. Wer es hört und bedenkt, spürt, wie verloren und orientierungslos jene sein müssen, die sich diesen Worten verschließen, sie nicht beachten oder einfach in den Tag hinein
leben. Österliche Christen schöpfen aus dem Wort Gottes Freude, Zuversicht und Hoffnung.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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