Wort zum Sonntag von Pfarrer Kingsley Uzor
Für wen halten die Menschen den Menschensohn?

„Für wen haltet ihr mich?“ Unsere persönliche Antwort auf diese Frage soll unsere Nähe zu Christus bezeu­gen.
  • „Für wen haltet ihr mich?“ Unsere persönliche Antwort auf diese Frage soll unsere Nähe zu Christus bezeu­gen.
  • Foto: Cristian Gennari/Agenzia Romano Siciliani/KNA
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Als Getaufte gehören wir zu Christus und wurden dadurch auch zu Mitgliedern seines Leibes, der Kirche. Es bedarf einer täglichen und bewussten Entscheidung, Jesus immer mehr persönlich kennenzulernen, sich jederzeit mit ihm zu identifizieren und auch bereit zu sein, von ihm Zeugnis abzulegen vor der Welt. Darum geht es im Sonntagsevangelium, in dem Jesus auch uns darauf aufmerksam macht: Je näher wir ihm kommen, je mehr wir über ihn erfahren und ihn kennen, umso besser können wir von ihm Zeugnis ablegen. In der Frage: „Für wen halten die Menschen den Menschensohn?“ wird das deutlich aufgezeigt. Der Begriff „die Menschen“ ist hier zu beachten. Er wird von den Jüngern in der dritten Person bezeichnet als „die einen“, „andere“ und „wieder andere“. – Diese haben keine Ahnung, wer Jesus ist. Ihre Antwort verrät, wie weit entfernt sie ihm gegenüberstehen. Gleich darauf wendet sich Jesus freundlich an seine Jünger und fragt sie: „Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Das „Ihr aber“ übermittelt hier Vertrautheit und eine noch höhere Erwartung.

Diese Betrachtung von Nähe und Ferne ruft uns das Szenario von Thomas und Jesus ins Gedächtnis. Vor seiner Begegnung mit dem auferstandenen Herrn hält Thomas die Erzählung der anderen Jünger, dass er lebe, für ein Gerücht. Um daran zu glauben, verlangt er dafür Beweise. Bedenken wir: „Thomas, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam“ – das ist Ferne. Und als sich sein Wunsch erfüllte und er seine Hand in die Seite Jesu legte, antwortete er: „Mein Herr und mein Gott!“ – Vom Kontakt zum Licht des Glaubens. Halleluja!

Dies erklärt, warum authentisches Zeugnis eng mit persönlicher Begegnung mit Jesus verbunden ist. Auch wenn wir behaupten, viel über Jesus zu wissen – die Voraussetzung unseres Zeugnisses für ihn ist und bleibt unsere ständige persönliche Begegnung mit Ihm!

„Wetterfester“ Glaube tut not

Heute erlebt die Kirche Christi viele Turbulenzen und braucht mehr denn je mutige Frauen und Männer, die an ihrem Glauben festhalten und auch in jeder Situation bereit sind, Zeugnis dafür abzulegen. Dies spricht das Anliegen Jesu an, der nach der mutigen Antwort von Pet­rus sagt: „Du bist Petrus – der Fels – und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen.“ Jesus baut auf uns. Aber das Fundament – unser Glaube – auf dem er baut, muss „wetterbeständig“ sein. Die Antwort, die Jesus Petrus gibt, enthält zwei wichtige Aussagen: Erstens sein baldiger Abschied und zweitens der Bedarf eines zukünftigen, geeigneten Vertreters.

Das Thema Abschied und Verantwortung beschäftigt auch heute viele Menschen. Zum Beispiel ist in vielen Familien die Frage, „wer – was – wann übernimmt“, aktuell. Ein fließender Übergang erfordert ausreichende Kenntnisse, Kompetenzen, Interesse und Verfügbarkeit. Ja, die Führung weltlicher Betriebe erfordert geeignete Eigenschaften. Aber uns befähigt nur die radikale Begegnung mit Jesus durch die Taufe, Christen und Christinnen zu werden. Allerdings bleiben wir nur dann betende und wirkende Christen und Christinnen, wenn wir ihm stets die Chance geben, Herr unseres Lebens zu sein. So verwandelt er uns zum Licht der Welt.

So soll auch nun die Frage: „Für wen haltet ihr mich?“ verstanden werden. Diese Frage sollen wir täglich an uns selbst und die anderen stellen. Unsere persönliche Antwort darauf soll unsere Nähe zu Christus bezeugen und auch eine klare Botschaft senden, für wen wir ihn halten und was er uns bedeutet. Diese Botschaft wird gespürt, wenn wir mitfühlend und barmherzig sind und vergeben wie er. Wer Jesus Christus für uns ist, zeigt sich, wenn unser Handeln von Freundlichkeit und Liebe geprägt ist, ohne Gegenleistungen zu erwarten. Es zeigt sich, wenn wir alle Menschen respektieren und sie gerecht behandeln. Es zeigt sich, wenn wir uns zu Hause und in der Gemeinde in bescheidenem Dienst engagieren, indem wir unsere Zeit, unser Talent und unsere wertvollen Schätze mit einem dankbaren Herzen teilen. Amen

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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