Wort zum Pfingstsonntag - von P. Franz Hörmann
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

Der „Zeichenstein“ beim Eingang in die Wallfahrtsbasilika Sonntagberg erinnert an die Gründungslegende des Wallfahrtsortes, wonach ein Hirte Gott für die Wiederauffindung seiner verirrten Herde dankte und dabei einen Brotlaib auf dem Stein vorfand. Darüber befindet sich ein Bild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Das eigentliche Gnadenbild aus dem Jahr 1614 vom Hochaltar war bereits in der Vorwoche abgebildet (Kirche bunt Nr. 21/2021, Seite 9).
  • Der „Zeichenstein“ beim Eingang in die Wallfahrtsbasilika Sonntagberg erinnert an die Gründungslegende des Wallfahrtsortes, wonach ein Hirte Gott für die Wiederauffindung seiner verirrten Herde dankte und dabei einen Brotlaib auf dem Stein vorfand. Darüber befindet sich ein Bild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. Das eigentliche Gnadenbild aus dem Jahr 1614 vom Hochaltar war bereits in der Vorwoche abgebildet (Kirche bunt Nr. 21/2021, Seite 9).
  • Foto: By Henry Kellner - Own work, CC BY-SA 3.0 at, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35065729
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Das Stift Seitenstetten feiert in diesem Jahr ein Erdäpfeljubiläum: Im Jahr 1621 berichtet Abt Kaspar Plautz (1610-1627), dass im Klostergarten in Seitenstetten erstmals Erdäpfel angebaut wurden, die exotischen Knollen habe er von einem belgischen Gärtner bekommen. Dieser bemerkenswerte Abt hat sieben Jahre vorher das Gnadenbild für den Sonntagberg malen lassen. Anlass dafür war der Vorwurf des Aberglaubens und die Frage, was oder wer auf dem Sonntagberg wirklich verehrt würde; ist es der Zeichenstein oder der dreieinige Gott. Auf
eine Kupferplatte ließ dieser Abt 1614 den Gna­den­stuhl malen, freilich in der damaligen Vor­stel­lungswei­se: oben Gott-Vater mit der Papstkrone, er trägt das Kreuz, an dem Jesus Christus, der göttliche Sohn, seine Arme ausbreitet, und darunter die Taube mit den ausgebreiteten Flügeln für den Heiligen Geist. Der dreieinige Gott, dreimal in Kreuzesform, Gott mit ausgebreiteten Armen, Gottes Liebe, die die ganze Welt umfängt; „so sehr hat Gott die Welt geliebt“. Und er liebt sie bis ans Ende der Zeiten.

Gott ist immer anders und größer als unsere Vorstellung

Gott ist immer anders. Gott kann ich mir in seiner Größe nicht vor­stellen. Die Heilige Schrift sagt deutlich: Du sollst dir von Gott kein Bild machen!

Es ist wichtig, dass wir immer wieder alle Vorstellungen aufsprengen. Gott ist größer. Er ist der eine Gott, den wir anbeten, es ist Jesus, der Mensch gewordene Gottessohn, der ganz verbunden ist mit dem Vater. „In ihm wohnt wirklich die ganze Fülle Gottes“ (Kol 2,9). Von ihm geht eine Kraft aus, die über alle menschliche Kraft hinaus reicht, der Geist Gottes, der Geist Jesu Christi. Gott ist immer größer, darauf kommen wir jedes Mal, wenn wir über Gott nachdenken, uns von ihm Vorstellungen machen.

Den Menschen des 17. Jahrhunderts war das Gnadenbild auf dem Sonntagberg eine Antwort und eine Hilfe, etwas von Gott zu erahnen, der die Liebe ist. Es war Anstoß für eine Wallfahrtsbewegung, die hingeführt hat zum Bau der großartigen Basilika auf dem über 700 Meter hohen Berg. Aus allen Teilen Österreichs und dar­über hinaus sind Wallfahrer auf diesen Berg gepilgert.

Ein Teilnehmer des Zweiten Weltkriegs hat das Gnadenbild als Bild beschrie­ben, das Türen, Tore und Herzen öffnet. Im Advent 1944 hat sich seine Einheit schon aufgelöst, mit einem Kollegen wollte er bei einem
sehr unfreund­lichen ungarischen

Bauern die Nacht verbringen. In stillen Gedanken ans Heimkehren zog der Soldat
ein kleines Sonntagberg-Bildchen aus seiner Brusttasche; der Bauer bemerkte es und blickte voll Staunen auf das kleine Bild. Sofort führte er den jungen Soldaten in sein Schlafzimmer und zeigte ihm die Bilder von Mariazell, Maria Taferl und Sonntagberg. Tür und Herz waren geöffnet.

Getauft auf den Namen des dreifaltigen Gottes

„Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.“

Im Namen des dreifaltigen Gottes beginnen wir jedes Gebet und jede Eucharistiefeier. Diesen dreieinigen Gott ehren wir als Gott, den Vater, den Schöpfer, den „Gott in allem“, den Mensch gewordenen Sohn, den „Gott mit uns“, und den Heiligen Geist, den liebenden „Gott in uns“.

Die Begegnung mit dem Geheimnis des dreifaltigen Gottes kann uns jederzeit widerfahren: Warum nicht bei einer Wallfahrt auf den Sonntagberg? Warum nicht beim regelmäßigen Beten, das wir abschließen mit dem „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen“.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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