Kreuzerhöhung: Bischof em. Klaus Küng
Das Kreuz Jesu Christi - Zeichen des Heils
- In unserer Zeit wäre es sehr wichtig, das heilige Kreuz Christi als Zeichen des Heils von Neuem zu entdecken und seine Verehrung in den Blick zu nehmen, schreibt Bischof em. DDr. Klaus Küng. Die Aufnahme zeigt das große Kreuz des Jubiläums der Jugend auf dem Gelände von Tor Vergata im heurigen Sommer.
- Foto: Cristian Gennari/Romano Siciliani/KNA
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Wir feiern am heutigen Sonntag das Hochfest der Kreuzerhöhung und betrachten die Worte des heiligen Paulus: „Wir rühmen uns des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus. In ihm ist uns Heil geworden und Auferstehung und Leben. Durch ihn sind wir erlöst und befreit“ (Gal 6,14).
Das Fest entstand als Gedächtnis der ersten feierlichen Aussetzung des heiligen Kreuzes am Vorabend der Einweihung der konstantinischen Basilika, die zu seiner Verehrung errichtet worden war. Das Fest erinnert auch an die Rückeroberung der Kreuzreliquie aus Persien und seine feierliche Überbringung nach Jerusalem im Jahr 630 durch Kaiser Herakleios.
Mir kommt manchmal der Gedanke, dass es in unserer Zeit sehr wichtig wäre, dieses heilige Kreuz Christi als Zeichen des Heils von Neuem zu entdecken und seine Verehrung in den Blick zu nehmen. Es übersteigt unsere Fassungskraft, wirklich zu verstehen, was es bedeutet, wenn es im Evangelium des heutigen Festtages heißt: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“
Gottes Liebe ist so groß, dass er klein wurde, ein Mensch.
Es entspricht einem Gedankengang der heiligen Mutter Teresa von Kalkutta, deren Fest wir vor kurzem begangen haben: Gottes Liebe ist so groß, dass er klein wurde, ein Mensch. Noch mehr: Er hat es möglich gemacht, dass er seine Liebe bis zum Äußersten zeigt, bis zur Hingabe des Lebens. Er selbst hat gesagt: „Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt“ (Joh 15,13). Ja, noch mehr: Er macht es möglich, dass Er, der gelitten hat und auferstanden ist, der auf diese Weise die Sünde und den Tod besiegt hat, als Auferstandener zu seinem Vater im Himmel heimkehrt und durch die Aussendung und Wirksamkeit des Heiligen Geistes bis ans Ende der Zeiten in der Welt gegenwärtig bleibt. Er wird zur Speise, man kann ihn verzehren, essen, ihn aufnehmen im eigenen Herzen und lieben lernen, wie er geliebt hat, seinem Gebot entsprechend, das er am Vorabend seines Leidens seinen Jüngern gegeben hat: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“ (Joh 13,34). Das entspricht auch seiner Verheißung: „Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen“ (Joh 12,32).
Wir können an ihm Anteil erlangen, Anteil an seinem Leben, an seiner Liebe und wir erhalten seine Hilfe, wenn wir ihn darum bitten
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Wie groß müssen unsere Schwierigkeiten werden oder unsere Enttäuschung, bis wir uns ihm zuwenden, ihn suchen, uns seiner Botschaft und seiner Heilkraft öffnen? Aus seinem durch die Lanze des Soldaten durchbohrten Herzen entspringen Blut und Wasser. Bei ihm finden wir Vergebung und Kraft! Er hat sein Blut vergossen zur Vergebung der Sünden und aus seinem menschlichen Herzen, in dem die göttliche Liebe schlägt, quellen Ströme eines lebendig machenden Wassers!
Da entdecken wir die Bedeutung der Eucharistiefeier als Mitte und Wurzel des christlichen Lebens und die heilende Kraft des Bußsakramentes. Aber es hängt auch von uns ab. Wir sind als freie Menschen erschaffen und bleiben auch nach vollzogener Erlösung frei. Auch in diesem Zusammenhang ist es wichtig, den Blick auf ihn zu richten und auf das Zeichen dieses heiligen Kreuzes. Es tut sich ein Weg auf. Wir können an ihm Anteil erlangen, Anteil an seinem Leben, an seiner Liebe und wir erhalten seine Hilfe, wenn wir ihn darum bitten. Wahr ist auch, dass es gut ist, auf sein Wort zu hören: „Wer mein Jünger sein will, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“
Der Weg seiner Liebe verlangt manche Überwindungen, „Opfer“, aber es lohnt sich. Es führt sogar zu einer größer werdenden Freiheit und einer Liebe, die wachsen kann, mit Frieden und Freude erfüllt. Das Kreuz Jesu Christi ist ein Zeichen des Heils!
Bischof em. Klaus Küng
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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