Zum Gedenktag des Schutzpatrons der Journalisten
Tipps für unsere Pfarr-Fotografen

Fotograf in Action vor Stift Geras | Foto: alexshutter95/adobe und Patricia Harant (Collage von Alex König)
  • Fotograf in Action vor Stift Geras
  • Foto: alexshutter95/adobe und Patricia Harant (Collage von Alex König)
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„Kirche bunt“ ist dankbar für die vielen Berichte mit Fotos, die wir Woche für Woche bekommen. In aller Kürze geben wir anlässlich des Gedenktages von Franz von Sales am 24. Jänner, dem Schutzpatron der Journalisten, Tipps zum Thema Fotografie.

Kirchen sind uns heilige Orte. Sie sind Räume des Gebets, der Stille und der Begegnung mit Gott – und zugleich oft Orte von großer architektonischer, künstlerischer und spiritueller Schönheit. Damit gute Bilder entstehen, ohne den sakralen Raum oder andere Menschen zu stören, braucht es Feingefühl, Wissen und Respekt.
Zur Erinnerung: Viele Studien besagen, dass die meisten Leserinnen und Leser Artikel in Zeitungen oder in Neuen Medien oftmals nur überfliegen, aber bei Fotos bleiben sie hängen. Bilder sind Eyecatcher (Blickfang). Es gibt viele, viele Hobbyfotografen in den Pfarren: Bitten Sie diese, in der Öffentlichkeitsarbeit mitzuarbeiten, sie machen das gerne. Sie tun dies meist nicht nur um „Gottes Lohn“, sondern freuen sich auch, wenn das Bild in einer Zeitung, in Pfarrmedien oder im Schaukasten veröffentlicht wird!

Rücksicht und Respekt

  • Kirchen sind keine Fotostudios. Wer in einer Kirche fotografiert, sollte sich stets bewusst sein, dass andere Menschen dort beten, trauern oder zur Ruhe kommen möchten.
  • Während Gottesdiensten ist das Fotografieren zu vermeiden – Ausnahmen gelten nur für offiziell beauftragte Personen (z. B. bei Hochzeiten oder Firmungen).
  • Leises Verhalten ist selbstverständlich: kein Herumlaufen, kein lautes Sprechen, kein hektisches Positionswechseln.
  • Blitzlicht sollte in Kirchen grundsätzlich tabu sein. Es stört nicht nur die Andacht, sondern kann auch Kunstwerke schädigen.
  • Im Zweifel gilt: Lieber einmal weniger auslösen als einmal zu viel.
  • Bei der Wandlung – eigentlich beim ganzen Hochgebet – sollte das Fotografieren unterlassen werden. Auch wenn für viele das das beste Motiv wäre, weil der oder die Zelebranten und die Ministrierenden dann besonders gut zu knipsen sind ... Geht man als Fotograf am Tabernakel vorbei, ist eine Kniebeuge angebracht. Weiters empfiehlt es sich, gepflegt gekleidet zur heiligen Messe zu kommen.

Große Bedeutung von Fotografen

Aber: Bei allem Respekt vor der Würde des Gottesdienstes gilt auch der Respekt vor Fotografen und Videoreportern. Fotos sind für die Öffentlichkeitsarbeit und für nachhaltige Erinnerungen sowie die Pfarrchronik enorm bedeutsam. Fotografen machen eine wichtige Arbeit, die mitunter oft zu wenig wertgeschätzt wird. Man muss ihnen auch zugestehen, dass sie „sichtbar sind“ und in der Kirche herumgehen.

Licht verstehen

Kirchen sind oft schwach beleuchtet, dafür aber reich an natürlichem Licht durch Fenster, Kerzen und indirekte Lichtquellen. Praktische Tipps:
Ohne Blitz arbeiten und stattdessen die vorhandene Lichtstimmung nutzen.

  • Eine höhere ISO-Einstellung hilft bei wenig Licht, moderne Kameras und Smartphones kommen damit gut zurecht.
  • Ruhige Hand, Stativ oder Abstützen (z. B. an einer Kirchenbank) verhindert Verwackeln.
  • Weitere praktische Tipps: Abseits der üblichen Gruppenfotos auch probieren, Dynamik reinzubringen (alle schauen nach rechts; den Daumen hoch halten; auffordern, die Hand zu geben – z. B. dem Geehrten und dem Pfarrer); Kinder nicht von oben herab fotografieren, sondern auf die Knie gehen; achten Sie auf Störendes wie Plastikflaschen, Taschentücher oder volle Müllkübel; wen der Fotograf sagt „Danke, fertig“, dann ist Schluss – nicht vorher; auf die Tageszeit achten: in der Mittagszeit sind Schatten besonders hart; generell gilt: planen Sie, an welcher Stelle und wann Sie fotografieren und informieren Sie die Verantwortlichen; wenn Sie Gruppen fotografieren: reden Sie mit den Leuten, das lockert auf und „schaffen Sie freundlich an“: zeigen, wo wer stehen soll usw.; viele wissen nicht, was sie mit den Händen tun sollen – dann z. B. einen Gegenstand in die Hand geben.

Der Blick ist entscheidend

Gute Kirchenfotos entstehen weiters nicht allein durch Technik, sondern durch Aufmerksamkeit. Achten Sie auf Symmetrien, Linien und Perspektiven (Mittelgang, Gewölbe, Blick zum Altar).
Details erzählen oft mehr als „Totale“: Kerzen, Hände im Gebet, Kreuz, Fenster, Figuren.
Weniger ist mehr: Ein ruhiges, klares Motiv wirkt oft stärker als ein überladenes Bild, bei dem kaum noch etwas erkennbar ist.

Menschen respektvoll einbeziehen

Die Pfarren bieten viele Schätze für die Fotografie an, besonders wichtig sind Personen auf Fotos: ob Ministrierende, Zelebranten, Geehrte ... Menschen machen Kirchenbilder lebendig – aber nur mit Bedacht.
Betende Personen sollten nicht erkennbar oder nur von hinten fotografiert werden.
Keine Nahaufnahmen ohne Zustimmung:
Besonders bei Kindern oder älteren Menschen ist Zurückhaltung geboten.
Noch ein rechtlicher Tipp: Entnehmen Sie keine Fotos aus dem Internet, bei denen die Rechte nicht geklärt sind. Es gibt Agenturen, die solche markierten Fotos scannen und illegale Benutzung herausfinden – dann wird es richtig teuer!

Kirchenräume als Glaubenszeugnis

Fotografieren in Kirchen kann mehr sein als Dokumentation oder Ästhetik. Gute Bilder können Glauben sichtbar machen, einladen und berühren. Wer achtsam fotografiert, kann die Atmosphäre von Stille und Gebet vermitteln,
den Reichtum kirchlicher Kunst zeigen und Menschen einen neuen Zugang zu Kirchenräumen eröffnen.
Fotografieren in Kirchen erfordert nicht nur technisches Können, sondern vor allem Respekt, Geduld und Sensibilität. Wer sich Zeit nimmt, die Stimmung aufnimmt und den sakralen Charakter achtet, wird nicht nur bessere Fotos machen – sondern auch selbst bereichert aus dem Kirchenraum hinausgehen.
Das Wichtigste: Haben Sie Freude am Fotografieren, das wird man am Ergebnis merken – und sehen! Und haben Sie im Bereich des Möglichen Mut, Neues auszuprobieren ... Wolfgang Zarl

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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