Stift Melk
Einzigartiges Erbe für die Nachwelt

Kuratoriumssitzung im Stift Melk | Foto: Wolfgang Zarl

Mit einer Kuratoriumssitzung ist die fünfte Etappe der Restaurierung der Bibliothek im Stift Melk gestartet (Bild oben). Diese konzentriert sich auf die barocken Prunkräume, die das Zentrum der rund 300 Jahre alten Bibliothek bilden. Innerhalb von zwei Jahren werden konservatorische und sicherheitstechnische Maßnahmen ergriffen sowie zentrale Elemente der historischen Ausstattung behutsam restauriert. „Unser Ziel ist es, dieses kulturelle Erbe in seiner gewachsenen Substanz zu sichern – so, dass seine Einzigartigkeit auch für kommende Generationen unverfälscht erlebbar bleibt“, erklärte Abt Ludwig Wenzl (Bild re.) bei einem Pressetermin.
Die Stiftsbibliothek bewahre seit über 300 Jahren „Wissen, Geschichte und Kultur“; Bibliotheken wie jene in Melk seien „immer mehr Aufbewahrungsorte für Bücher“ gewesen, fuhr Wenzl fort. 450.000 Besucher aus aller Welt zieht es jährlich in die Bibliothek, die auch während der Restaurierung begehbar bleibt. Man wolle die Restaurierung als „kontinuierlichen Prozess der Bewahrung“ unmittelbar erfahrbar machen, erklärte Wenzl: „Restaurierung soll nicht im Verborgenen geschehen, denn dieser Einblick schafft ein unmittelbares Verständnis dafür, was Denkmalpflege konkret bedeutet.“

Kosten 12 Millionen Euro

Saniert werden die Wand- und Deckengemälde, in denen sich etwa der Freskenmaler Paul Troger verewigt hat, ebenso wie die kunstvoll gearbeiteten Holzregale, vergoldete Zierelemente und nicht zuletzt der wertvolle Buchbestand. Die 2022 gestartete Restaurierung der Stiftsbibliothek ist ein Großprojekt, das für insgesamt elf Jahre anberaumt ist. Die Kosten belaufen sich auf zwölf Millionen Euro. Neben den vom Stift Melk erbrachten Eigenmitteln (47 Prozent) steuern das Land NÖ, der Bund, der Förderverein „Ex Litteris Immortalitas“ sowie die Stadt Melk zur Finanzierung bei.

Wichtige Impulse für Region

Helmut Dikowitsch, der den Vorsitz der Kuratoriumssitzung innehatte, betonte: Denkmalpflege gehe weit über die Erhaltung eines Bauwerks hinaus und bedeute Verantwortung für die Geschichte des Landes sowie deren Weitergabe an kommende Generationen. Gleichzeitig setze das Projekt wichtige Impulse für den Tourismusstandort Melk und die Region Wachau, in der das Stift Melk eine Rolle mit internationaler Strahlkraft einnehme.

Das jetzige Spendenziel von 100.000 Euro sei erreicht, teilte Erwin Hameseder, Präsident des Fördervereins, mit. Trotz der schwierigen Zeiten blicke der Verein darum „zuversichtlich, optimistisch und mit viel Freude“ dem Vorhaben der kommenden Jahre entgegen. Fotos (2): Wolfgang Zarl

Getragen werde der Erfolg des Fördervereins von einem breit angelegten und kontinuierlich weiterentwickelten Fundraising-Konzept, hieß es. Für die Spenderinnen und Spender sei der Erhalt des Ortes, der Geschichte und Kultur ein „Herzensanliegen“. Das zeige sich etwa in den Buchpatenschaften, von denen bereits 150 abgeschlossen wurden. So bleiben die Unterstützerinnen und Unterstützer mit einem konkreten Werk verbunden und erhalten einen namentlichen Eintrag. Auch ein angebotenes barockes Fundraising-Dinner erfreue sich großer Beliebtheit.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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