Das Heilige Jahr 2025
Ehrenamtlich im Einsatz in Rom

Die „Volunteers“ Davide Mazulla, Guido Velletoni und die Vorarlbergerin Melanie Spiegel (v. li.) wollen dazu beitragen, dass das Heilige Jahr 2025 gut klappt, und haben sich zwischen zwei Monaten und einem Jahr für den ehrenamtlichen Dienst verpflichtet.   
 | Foto: Planitzer
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  • Die „Volunteers“ Davide Mazulla, Guido Velletoni und die Vorarlbergerin Melanie Spiegel (v. li.) wollen dazu beitragen, dass das Heilige Jahr 2025 gut klappt, und haben sich zwischen zwei Monaten und einem Jahr für den ehrenamtlichen Dienst verpflichtet.
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Bis zu 40 Millionen Pilger werden im heurigen Heiligen Jahr in Rom erwartet. Tausende Ehrenamtliche – „Volunteers“ – aus aller Welt helfen mit, damit alles gut abläuft. Der Lohn: freie Kost und Logis sowie viele Begegnungen. Erwartet werden erwachsene Katholikinnen/Katholiken, die bereit sind, für mindestens eine Woche lang täglich sechs Stunden in oder um eine der vier Papstbasiliken – mitunter unter der gleißenden Sonne Italiens – ihren Dienst zu versehen.

Trotz des Andrangs von Pilgerströmen funktioniert in Rom rund um die vier Papstbasiliken alles wunderbar – zumindest haben wir es bei unserem Lokalaugenschein so erlebt. Dass das so ist, ist nicht zuletzt einer Heerschar von ehrenamtlich tätigen Menschen zu verdanken, die gut erkennbar in knallgrünen Westen mit der Aufschrift „Volunteer“ (Freiwilliger) in und um die vier Papstbasiliken für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Schon an unserem ersten Tag in Rom kommt es zum Gespräch mit zwei jungen Ehrenamtlichen auf der Via della Conciliazione vor dem Petersplatz. „Es ist eine schöne Aufgabe und wir machen das gerne, weil wir dazu beitragen wollen, dass das Heilige Jahr gelingt“, erzählen die junge Frau und der junge Mann, beide Studenten aus Rom, die sich gleich für mehrere Monate als Ehrenamtliche gemeldet haben.

Im Infopoint auf der Piazza Pia werden wir von einem deutschen Ehepaar betreut. „Wir sind beide noch berufstätig und haben uns für zwei Wochen Urlaub genommen, um hier als Freiwillige mitzuarbeiten“, erzählen Alexandra und Patrick aus Hamburg. Über ihre Motivation sagen sie: „Das Heilige Jahr gibt es doch nur alle 25 Jahre, das jetzt ist eine tolle Chance, hautnah mit dabei sein zu können und es gibt wirklich viele schöne Begegnungen mit gleichgesinnten Menschen aus allen Erdteilen.“

Viele Interessenten. „Insgesamt haben sich über 13.000 Menschen aus aller Welt als Ehrenamtliche gemeldet“, erzählt Dr. Marco Lucente. Trotz dieser hohen Anzahl von Interessierten versichert der Koordinator des Freiwilligendienstes, dass weiter Ehrenamtliche gesucht werden. Dr. Lucente: „Wissen Sie, diese Tätigkeit kann durchaus anstrengend und fordernd sein, denn die Volunteers müssen täglich entweder ab morgens 7.30 Uhr oder ab mittags 13.30 Uhr für sechs Stunden Dienst versehen – und das oft unter der gleißenden Sonne Italiens.“ Aus diesem Grund würden auch viele Interessierte nicht für diese Aufgabe in Frage kommen. Lucente bestätigt unseren Eindruck: Es gibt viele junge Erwachsene unter den Ehrenamtlichen, aber ein Großteil sind Menschen reiferen Alters, die voll im Beruf stehen sowie auch Seniorinnen und Senioren.
Was muss ein „Volunteer“ mitbringen, fragen wir Dr. Lucente. Die Vorgaben sind klar: Er bwz. sie muss volljährig und katholisch sein, einen Brief des Pfarrers vorlegen sowie die Bereitschaft haben, mindestens eine Woche (jeweils von Samstag bis Samstag) als Ehrenamtlicher in Rom Dienst zu versehen (siehe Infobox auf Seite 19). Der Lohn dafür: freie Kost und Logis, und vor allem ist man hautnah am Geschehen dran und lernt gläubige und interessante Menschen verschiedensten Alters aus aller Welt kennen.

Eine Chance, die es nur alle 25 Jahre gibt. „Es ist ein tolles Erlebnis“, erzählen bei einem Treffen die Lehramtsstudentin Melanie Spiegel (23) aus Vorarlberg, der Student Davide Mazulla (22) aus Messina in Sizilien und der Schauspieler Guido Velletoni (31) aus Fasano in Apulien. „Ich bin hier, weil ich meinen Beitrag leisten will“, sagt Davide, der für zwei Monate in Rom diesen Dienst tut. Guido, der in Rom lebt, hat sich gleich für ein ganzes Jahr verpflichtet: „Diese Chance gibt es nur alle 25 Jahre und es ist eine großartige Erfahrung.“ Melanie, die sich ursprünglich für drei Wochen meldete, hat ihren Dienst auf zwei Monate verlängert. „Mir geht es ums Dienen und ich empfinde es als Ehre, hier ehrenamtlich tätig sein zu dürfen“, sagt die Lehramtsstudentin. Alle drei jungen Menschen sind zu Hause in ihrer Pfarre bzw. in der Kirche engagiert.

Domus Spei. Während Guido weiter in seiner Wohnung in Rom lebt, sind Melanie und Davide wie die meisten anderen Ehrenamtlichen im „Domus Spei“ (zu Deutsch: Haus der Hoffnung) – einem Haus des Vatikans, in der Altstadt gelegen– untergebracht. Dort gibt es schlichte Doppel- und Mehrbettzimmer, wo Männer und Frauen getrennt untergebracht werden. Dreimal am Tag erhalten die „Volunteers“ Mahlzeiten: Frühstück, Mittag- und Abendessen. Und einmal pro Woche gibt es einen gemeinsamen Gottesdienst und ein kleines Fest.

Tagesablauf. „Wir treffen uns täglich nach dem Frühstück um 7.30 Uhr beim Infopoint, wo wir zum Dienst eingeteilt werden. Das kann jeden Tag woanders sein“, erzählt Guido. Am Abend sitze man in der Unterkunft oft zusammen und komme dabei mit den anderen ins Gespräch. Es sind jüngere und ältere Menschen dabei, aus Südamerika, den USA, aus Südkorea oder aus Europa. Darunter viele gebildete Menschen wie Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer oder Studenten ... Was alle vereint, ist der Glaube. Davide sagt abschließend: „Je länger ich hier bin, umso mehr Gründe finde ich, warum ich das mache. Mein Glaube hat sich hier vertieft und ich habe das Gefühl, dass ich mich selber ein Stück weit besser kennenlerne.“

Die „Volunteers“ Davide Mazulla, Guido Velletoni und die Vorarlbergerin Melanie Spiegel (v. li.) wollen dazu beitragen, dass das Heilige Jahr 2025 gut klappt, und haben sich zwischen zwei Monaten und einem Jahr für den ehrenamtlichen Dienst verpflichtet.   
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Sonja Planitzer und Patricia Harant-Schagerl im Gespräch mit dem Ehepaar aus Hamburg. 
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Eine Römerin und ein Römer als "Volunteers" im Einsatz in der Via della Conciliazione. | Foto: Planitzer
"Volunteers" an der Heiligen Pforte der Papstbasilika "Sankt Paul vor den Mauern". | Foto: Patricia Harant-Schagerl
Ein Volunteer im Kircheninneren von St. Paul vor den Mauern. | Foto: Harant-Schagerl
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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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