Was mich trägt - Anna Stern
Ein Lied ist wie ein Gebet

Anna Stern, 70 Jahre, Kirchenchorleiterin in Oberwölbling, ist seit zwei Perioden Pfarrgemeinderatsmitglied.
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„Das Singen ist für mich Ausgleich und Kraftquelle“, erzählt Anna Stern. Die gebürtige Wölblingerin hat die Hauswirtschaftsschule der Englischen Fräulein in St. Pölten besucht und anschließend im Büro einer Baufirma gearbeitet. Nachdem sie 1971 geheiratet hatte, ihre Mutter älter wurde und die Familie Haus baute, blieb sie daheim. „Dann hatte ich die Mutter zum Pflegen. Aber ich bin immer Singen gegangen, auch wäh­rend die Kinder noch ganz klein waren“, erzählt sie.

Begonnen hat es in den Ferien zwischen vierter Volksschule und Hauptschule. Eine Nachbarin, die Organistin in der Pfarre war, lud die Schülerin ein, zu ihr zu kommen: „Sie hat gesagt, ich lern’ dir Latein lesen und dann kannst du mit mir Singen gehen. Das war eine ganz interessante Lehrzeit.“

60 Jahre lang singt Anna Stern mittlerweile schon im Kirchenchor. Nachdem sie in St. Pölten Chorleiterseminare bei Xaver Maier und Edgar Wolf absolvierte, wurde sie 2013 Chorleiterin. Als sie zu singen begonnen hat, gehörten dem Chor noch 40 Leute an. „Jetzt sind wir auf 18 geschrumpft“ – vor allem junge Leute wären schwer zu motivieren, weiß sie. Als Jungscharführerin habe sie damals sogar zwei Jungscharkinder zum Chor gebracht. Eine davon ist jetzt noch dabei. So haben sich über die Jahre Freundschaften ergeben.

Momentan kann, wenn überhaupt, nur zu viert gesungen werden, etwa zuletzt zu Ostern oder bei Begräbnissen. Auf Grund von Corona laufen die meisten Kontakte über WhatsApp – „damit man mit den Leuten in Verbindung bleibt, sie ein bisserl aktiviert, und sie dann wieder kommen“, hofft Anna Stern. Denn die Gemeinschaft im Chor war für sie immer eine wichtige Komponente. „Das hat mir sehr geholfen nach dem Tod von meinem Mann und auch bei meiner Mutter, dass man da jemanden zum Reden hat und auch die Lieder.“ Besonders berührt hat Anna Stern immer das Ave Verum, oder „Die Himmel erzäh­len“ aus der Schöpfung von Joseph Haydn. „Man kann sagen, so ein Lied ist wie ein Gebet, wenn ich da etwas Persönliches hinein lege. Für mich ist das halt so.“

Besondere Freude bereitet es ihr, mit dem Chor für hohe Feiertage eine Messe vorzubereiten und zu gestalten. Dass man da momentan nichts machen kann, ist ein Wermutstropfen für die passionierte Sängerin. Aber vielleicht erlaubt es ja die Situation im Sommer, wieder miteinander zu singen und im Anschluss daran endlich wieder einmal als Chorgemeinschaft einen Heurigen zu besuchen.
Von Bernhard Herzberger

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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