Neu in der Diözese St. Pölten
Frauenkommission konstituierte sich

Die neu konstituierte Frauenkommission der Diözese St. Pölten mit Bischof Alois Schwarz und Weihbischof Anton Leichtfried.
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  • Die neu konstituierte Frauenkommission der Diözese St. Pölten mit Bischof Alois Schwarz und Weihbischof Anton Leichtfried.
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Zur ersten Vorsitzenden der Frauenkommission der Diözese St. Pölten wurde die langjährige Diözesanvorsitzende der Katholischen Frauenbewegung, Anna Rosenberger, gewählt. Ihre Stellvertreterinnen: Angela Lahmer-Hackl und Veronika Prüller-Jagenteufel.

Wir werden Wächterin und Hüterin dieses Auftrages und des Wunsches der Diözese sein, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Kirche zu forcieren und voranzutreiben. Auch dann, wenn es Widerstand auslöst und wir manchmal aneinander vorbeireden werden“, betonte die erste Vorsitzende der neu konstituierten Frauenkommission der Diözese St. Pölten, Anna Rosenberger, nach ihrer Wahl.

Unter strengen Corona-Sicherheitsmaßnahmen und im Beisein von Bischof Alois Schwarz und Weihbischof Anton Leichtfried fand am Freitag, 23. Oktober, die konstituierende Sitzung im St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt statt: Neben Anna Rosenberger als neuer Vorsitzender wurden Angela Lahmer-Hackl und Veronika Prüller-Jagenteufel als Stellvertreterinnen gewählt. Magdalena Ganster von der Jugendpas­toral, Regina Sprinzl, Dekanatsvertreterin im Waldviertel, und Johann Hochauer als Mitarbeiterin im Sekretariat in den Pastoralen Diensten ergänzen den neuen Vorstand.

Der über einjährige Weg zur Frauenkommission, so Anna Rosenberger im Rückblick, sei herausfordernd gewesen. Man habe zäh gerungen um Formulierungen und es habe manchen Umweg gegeben. Letztlich sei sie dankbar, dass die Frauenkommission ,,zur Welt gebracht“ werden konnte. Rosenberger: „Mein Appell an die Frauen: Bleiben wir dran, geben wir nicht auf. Wir Frauen sind zäh und bereit, die Ziele zu erreichen und daran zu arbeiten. Im Miteinander wollen wir in der Diözese das Beste erreichen und die Frohe Botschaft hinaustragen.“

„Ich freue mich über diese Kommission und ich wünsche Ihnen, dass wir miteinander umsetzen, wovon Sie träumen“, sagte Bischof Alois Schwarz. Der Bischof formulierte in seiner Ansprache drei Wünsche an die neu konstituierte Frauenkommission. Mit Verweis auf Maria von Magdala, die die Engel am leeren Grab fragten, warum sie weine und was sie bewege, plädierte der Bischof: „Auch die Kirche heute muss fragen: ,Frauen, was bewegt euch?‘“ Maria von Magdala habe den Auferstandenen erkannt und habe davon den Jüngern berichtet. Der Bischof: „Mein erster Wunsch an die Frauenkommission: ,Seien Sie Frauen, die uns Männern sagen: Ich habe den Herrn gesehen. Ich kenne den Auferstandenen‘.“

Im zweiten Wunsch bezog sich der Bischof auf die neue Enzyklika von Papst Franziskus. Der Papst habe in einem Schreiben an die Bischöfe betont, dass er sich bemüht habe, „Fratelli tutti“ so anzulegen, dass die Enzyklika für „alle Menschen guten Willens“ offen sei. Schwarz: „Meine Bitte ist, dass die Frauenkommission mit allen Menschen guten Willens eine Atmosphäre der Geschwisterlichkeit lebt – nicht bloß mit den innerkirchlich Angestellten, mit den Priestern, Diakonen oder mit mir als Bischof.“

Und zum dritten wünscht sich Bischof Schwarz eine Kulturveränderung. Wieder verwies er dabei auf ,,Fratelli tutti“, worin der Papst im Punkt 23 die Rolle der Frauen anspricht und bemängelt, dass die Gesellschaften dieser Welt nicht widerspiegeln, dass den Frauen die gleiche Würde und die gleichen Rechte wie Männern zukommen. Bischof Schwarz: „Das, was der Papst fordert, möchte ich mit Ihnen umsetzen.“ Es reiche nicht, eine aktive Stellung von Frauen in der Kirche theologisch oder anderswie zu begründen. „Es braucht eine Kulturveränderung, die das Selbstverständnis der Männer ebenso einbezieht wie das der Frauen.“ An die Frauenkommission appellierte der Bischof, auch die Männer im Blick zu haben.

Frauen in Leitungspositionen

Es gelte, so Schwarz weiter, die Präsenz und die Partizipation von Frauen in den Blick zu nehmen. In der Diözese gebe es unzählig viele engagierte Frauen. Es gehe nun darum, wachsam zu sein und zu schauen, dass Frauen auch in die Leitungsfunktionen kommen. Er, so der Bischof, suche für den ausgeschriebenen Posten für die Leitung der Personalabteilung eine Frau. Schwarz bedauerte, dass das „gar nicht so einfach“ sei. „Manche sagen: ,Das kann ich. Aber für die Kirche …?‘“ Abschließend betonte der Bischof, dass er in seinem Leben gute Erfahrungen gemacht habe mit Frauen, „die mir Dolmetscherin waren für das Heilige“. Schwarz: „Sie haben als Frau eine Intuition für das Heilige – seien Sie für mich und für uns in der Diözese eine Dolmetscherin für das Heilige.“

Weihbischof Anton Leichtfried bekräftigte, dass das Ziel der Frauenkommission – ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern auf allen Ebenen in der Diözese – auch das Ziel der Diözese sei. Leichtfried: „Manch einer wird vielleicht sagen, dass das illusorisch ist. Wahrscheinlich braucht es auf dem Weg dahin die Verwirklichung von vielen Teilzielen und dafür wünsche ich viel Erfolg.“

Abschließend wurde eine Grußbotschaft der Plattform der Frauenkommissionen Österreichs verlesen. Und in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gratulierte Frauenlandesrätin Christiane Teschl-Hofmeis­ter per Video-Aufzeichnung: Die Frauenkommission sei ein guter weiterer Schritt, damit Frauen auch in der Diözese St. Pölten mehr sichtbar seien und mehr Mitsprache haben.

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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