Priesterstudientagung 2026 in St. Pölten
Botschaft des Matthäus-Evangeliums
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Rund 130 Priester, Diakone sowie Pastoralassistentinnen und Pastoralassistenten folgten der Einladung zur diözesanen Priesterstudientagung ins St. Pöltner Bildungshaus St. Hippolyt (23. bis 25. Februar). Bischof Alois Schwarz eröffnete die dreitägige Zusammenkunft, die von Christian Ebner maßgeblich organisiert und gemeinsam mit Michaela Lugmaier moderiert wurde.
Tatkräftig glauben lernen
Um die Botschaft des Evangeliums besser hören, lernen und verstehen zu können, wurde der Schwerpunkt auf das Matthäus-Evangelium und dessen Botschaft gelegt, so Weihbischof Anton Leichtfried, der in der Diözese St. Pölten für die Priesterfortbildung zuständig ist. Er wünsche sich, dass es hilfreich für den Glauben ist. Der Weihbischof zeigte sich froh, mit Prof. Markus Tiwald einen renommierten Neutestamentler für das Thema gefunden zu haben – da zeitgleich im Stift Melk die Tagung der deutschsprachigen Neutestamentler stattfand. Ein zentraler Inhalt war das Verhältnis des Matthäus-Evangeliums zum Judentum sowie das Thema Antijudaismus. Eine schwierige Stelle ist etwa der sogenannte „Blutruf“: „Da rief das ganze Volk: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“ (Mt 27,25). Tiwald erinnerte daran, dass der kirchliche Antijudaismus den Antisemitismus der Nazis aufbereitet hat.
Jesus war gläubiger Jude
Prof. Tiwald machte klar: „Jesus war gläubiger Jude, der bis in den Tod für seinen Glauben eingetreten ist.“ Erst im fünften Jahrhundert wurde die endgültige Trennung zwischen Juden- und Christentum vollzogen. Bis dahin habe es Christinnen und Christen gegeben, die ihren Glauben mit der Einhaltung jüdischer Vorschriften wie Beschneidung, Sabbatheiligung und Reinheitsvorschriften verbanden. Danach sei es zu Polemiken durch Kirchenväter gekommen. Als Konsequenzen würden sich für den Dialog ergeben: Aufarbeitung der christlichen Schuldgeschichte, Bewusstmachung unserer jüdischen Wurzeln und genaue Beachtung der Entstehungsgeschichte des Neuen Testaments.
Mit der Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen in Nostra Aetate bereinigte die katholische Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) die These, dass das Heil im Judentum durch das Heil im Christentum ersetzt worden wäre. Ziel Jesu sei es gewesen, die Menschen „auf die Endzeit zuzurüsten“. Tiwald erinnerte an einen weiteren Text des Konzils: Die Dogmatische Konstitution Lumen Gentium besage, dass Jesus das ganze Volk Israel sammeln und zum Licht für alle Völker machen wollte.
Im Matthäus-Evangelium stehen viele weitere zentrale Texte des Christentums, wie die Bergpredigt, die Jesu zentrale ethische Lehre beinhaltet und das Reich Gottes sowie eine neue Lebensweise beschreibt.
Weitere Referenten bei der Priesterstudientagung waren ao. Univ.-Prof. i. R. Martin Stowasser (Wien), Univ.-Prof. Boris Repschinski SJ (Innsbruck) und Univ.-Prof. i.R. Walter Schaupp (Wien/Graz).
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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