Maria Anzbach
Barmherzige Schwestern nahmen Abschied

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Eine Ära geht in Maria Anzbach zu Ende. Die Barmherzigen Schwes­tern haben hier 123 Jahre gewirkt und das christliche und soziale Leben mitgeprägt. Am Dreikönigstag wurden die letzten drei Ordensschwes-tern vom Pflegehaus St. Louise verabschiedet.

Da der Nachwuchs ausgeblieben ist, entschloss sich die Ordensleitung schon vor einigen Jahren, das Altenheim St. Louise in die Vinzenz Gruppe einzugliedern und damit die Pflege und Betreuung von alten Menschen in dieser Region zu sichern.

Hausseelsorger Emmerich Pfeiffer, bis 2017 Pfarrer im Pfarrverband Böheimkirchen, Kirchstetten-Totzenbach, Maria Jeutendorf, zelebrierte den feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle. Auch der pensionierte Pfarrer verlässt das Haus St. Louise und zieht in seine Heimat im Waldviertel zurück. Künftig wird Erzdechant und Pfarrer Wilhelm Schuh die geistlichen Dienste im Haus St. Louise übernehmen. Schuh zeigte sich dankbar für das „segensreiche Wirken der Schwes-tern im Pflegehaus sowie zum Wohle der Pfarre“. Bei ihnen habe man „Herzensliebe für die Menschen“ gespürt und sie hätten eine einzigartige Atmosphäre geschaffen, wie es nur durch Ordensfrauen möglich sei. Dechant Schuh: „Sie werden fehlen und eine Lücke hinterlassen.“

Dank an Schwestern

Hausbewohner und Mitarbeiter dankten den Schwestern, viele hatten Tränen in den Augen. Auch Bürgermeisterin Karin Winter dankte herzlich. Als Geschenk zur Erinnerung überreichte sie drei alte Fotos, wo der Beginn des Wirkens der Barmherzigen Schwes-tern in Maria Anzbach im Jahr 1898 zu sehen ist. Winter betonte: „Die Schwes­tern von St. Louise haben sich immer mit voller Hingabe, selbstlos um die Alten, Schwachen und Kranken gekümmert. Damit sind und bleiben sie uns allen ein leuchtendes Vorbild der Nächstenliebe.“

Heimleiterin Gerlinde Göschelbauer sagte: „Die Schwestern haben die Leitung ihrer Pflegehäuser schon vor vielen Jahren in unsere Hände gelegt. Im Haus St. Louise ist jetzt leider die Zeit gekommen, um unsere lieben Ordensschwestern Sr. Basilides, Sr. Eva-Maria, Sr. Sighilde und den Konvent zu verabschieden.“ Es sei ein Anliegen, dass der Geist der Barmherzigen Schwestern, ihre christlichen Werte und ihre Kultur im Haus weiterleben. Die Hausleiterin sagte weiters: „Damit zieht ein Stück Tradition aus dem Ort weg.“ Die Schwestern sind ins Mutterhaus nach Linz übersiedelt.

Coronabedingt soll es erst im September ein großes Abschiedsfest geben.

Wirken in Maria Anzbach

1898 wird der „Zwicklhof“, ein landwirtschaftlicher Betrieb, von den Barmherzigen Schwestern unter wesentlicher Mithilfe von Sr. Magdalena Kühtreiber und ihrer Familie erworben. Sr. Magdalena leitet als Oberin das Waisenhaus des Ordens in Wien-Fünfhaus und will armen Kindern eine Erholungsmöglichkeit auf dem Land bieten. Die Landwirtschaft blieb neben dem Erholungsheim bestehen.

1900 verbringen die ersten Kinder aus Wien ihre Ferien am Zwicklhof.

1931 wird das neue Ludowikaheim eingeweiht.

1939 bis 1945 werden Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern aufgenommen.

1946 kommen durch die Caritas wieder die ersten Kinder aus Wien zur Erholung.

1972 wird das Erholungsheim in ein Altenheim mit 48 Betten umgebaut.

1989 wird die Landwirtschaft stillgelegt.

1990 wird ein Begegnungsort für Jugendliche – das „Jugendnest“ – eingerichtet, das bis 1999 geführt wird.

1999 Beginn der Errichtung des Zubaus und der Generalsanierung des Altbaus.

2001 Eröffnung und Segnung des auf 74 Betten erweiterten Alten- und Pflegeheims St. Louise.

2010 Der Abtretungsvertrag der Barmherzigen Schwestern Alten- und Pflegeheime GmbH an die Vinzenz Gruppe wird unterzeichnet. Gleichzeitig erfolgt die Umbenennung in Barmherzige Schwestern Pflege GmbH.

2011 wird die Barmherzige Schwestern Pflege GmbH in die Vinzenz Gruppe eingegliedert.

2013 St. Louise wird mit acht vom Land NÖ genehmig­ten Kontingentbetten zum Schwerpunktzentrum für Übergangspflege.

2015 Der Zubau mit drei neuen Wohngruppen wird eröffnet. Insgesamt wird das Angebot auf 100 Betten erweitert.
St. Louise stockt in der Übergangspflege von acht auf zwölf Betten auf.

2017 Zertifizierung nach dem internationalen Qualitäts­managementstandard mit der Zusatzanforderung „Rahmenbedingungen einer christlichen Unternehmenskultur“.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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