29 Pfarrgruppen in der Diözese St. Pölten
100 Jahre Legion Mariens

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Die katholische Laienorganisation ist in der Diözese St. Pölten in 27 Pfarren vertreten. Aufgabe der Legionäre ist es, die Kirche zu den Menschen zu bringen. Das tun sie im Rahmen des Apostolats. Auch viele soziale Aktivitäten wie Kranken- oder Kondolenzbesuche führen sie durch.

Vor 100 Jahren wurde die Legion Mariens (lateinisch: Legio Mariae) vom Iren Frank Duff und weiteren Laien in Dublin gegründet. Dieses Jubiläum wird in Wien mit einem dreitägigen Fest umfangreich gefeiert. Auch im St. Pöltner Diözesangebiet begehen dieses Jubiläum die Legio-Gruppen, etwa mit einer Wallfahrt nach Ardagger-Stift, wie die Mostviertler Regionalleiterin Maria Neulinger erzählt.

1949 kam die Legion Mariens nach Österreich. Von Wien breitete sie sich auch in der Diözese St. Pölten aus, derzeit gibt es in 29 Pfarren Gruppen. Mancherorts gab es zuletzt Neugründungen, andere lösen sich wieder auf. Vielerorts sind die Legionäre sehr wichtig für die Glaubensweitergabe und für das Apos­tolat.

Organisation

Das Präsidium ist die kleinste Gruppe der Legion und gibt sich einen marianischen Namen. In einer Pfarre muss der Pfarrer der Errichtung eines Präsidiums zustimmen. Das Präsidium wird von einem Laien geführt und trifft sich jede Woche zum Gebet und zur geistlichen Lesung. Die Mitglieder berichten von ihrer Arbeit und erhalten neue Arbeitsaufträge. Jedes Präsidium muss einem höheren Rat angeschlossen sein. Die höheren Räte Curia, Comitium, Regia und Senatus haben die Aufgabe, die Präsidien regelmäßig zu besuchen und die Einhaltung der Legionsregeln zu beachten. Ganz Österreich ist dem Senatus Wien unterstellt. Der oberste Rat ist das Concilium Legionis mit Sitz in Dublin. Die Gruppengrößen in den Pfarren sind verschieden: mancherorts sind es vier Personen, anderswo zweistellige Zahlen.

Aktive und betende Mitglieder

Aktive Mitglieder werden Legionäre genannt. Sie verrichten wöchentlich ein bis zwei Stunden lang eine apostolische Arbeit, die zu zweit durchgeführt wird. Sie orientieren sich am Evangelium „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet allen Geschöpfen das Evangelium!“ (Mk 16,15). Jesus Christus sandte seine Apostel in alle Dörfer und Städte, um den Menschen die Frohe Botschaft zu bringen, erinnert die Legion Mariens. Im Apostolat geht es um die Herstellung des persönlichen Kontakts durch direktes Ansprechen. Weiters nehmen die Legionäre am wöchentlichen Präsidiumstreffen teil. Dieses Treffen läuft auf der ganzen Welt in der gleichen Weise ab. Um einen Altar der Gottesmutter, der mit Blumen geschmückt ist, geschart, wird zuerst der Heilige Geist angerufen und der Rosenkranz gebetet. Dann wird vom geistlichen Leiter (Priester, Ordensbruder oder Ordensfrau) die Lesung und eine kurze Ansprache gehalten. Darauf folgt die Entgegennahme der Arbeitsberichte der vergangenen Woche und die Mitglieder erhalten neue Arbeitsaufträge. Die Regeln der Legionäre finden sich in einem Handbuch.
Betende Mitglieder oder „Hilfslegionäre“ unterstützen die Legion Mariens durch das tägliche Beten des Rosenkranzes und der Legionsgebete.

Aufgaben der Legionäre

Agnes Höllerschmid vom Comitium „Maria, Mutter aller Menschen“ in Zwettl vertritt die Waldviertler Legionäre. Sie lebt in Kottes. In ihrem Präsidium hält man monatliche Anbetungsstunden, absolviert Krankenhausbesuche, bringt eine Wandermuttergottes zu den Haushalten oder unternimmt monatliche Fußwallfahrten ins nahe Heiligenblut. „Es geht um Glaubensvertiefung und Glaubensstärkung“, erzählt Höllerschmid.

Die Arbeitsaufträge sind weltweit vielfältig: Legionärinnen und Legionäre machen Tür-zu-Tür-Besuche, führen Glaubensgesprächsrunden, laden zur Mitfeier der Messe ein, machen Besuche in Alters- und Pflegeheimen, bei Angehörigen von Verstorbenen sowie in Gefängnissen; sie engagieren sich im Straßenapostolat und besuchen aus der Kirche Ausgetretene. In manchen Pfarren übernehmen die Legionäre auch Kinder- und Jugendarbeit. Überpfarrliche Präsidien betreuen spezielle Gruppen wie Straßenmädchen, Obdachlose, Drogensüchtige und Haftentlassene. „Wenn es möglich ist, soll man vielen Menschen viel Gutes tun. Geht das nicht, soll man wenigen Menschen viel Gutes tun. Niemals aber darf man vielen Menschen wenig Gutes tun“, heißt es im Statut der Legionäre.

„Für mich persönlich war in meiner Jugend die Legion Mariens in Persenbeug sehr wichtig für meinen Glauben“, erzählt Christoph Hofstätter, Kaplan von Haag und ab September Pfarrer von Neuhofen an der Ybbs. Zwei Priester und zwei Ordensschwes­tern sind aus diesem Jugendpräsidium hervorgegangen.

Heiligkeit der Mitglieder

Ziel in der Legion ist die Heiligkeit der Mitglieder, aber auch der ganzen Welt. Die Legionäre wollen durch ihr Apostolat erreichen, dass Gott in der Welt mehr geliebt wird. Sie sollen in den Betreuten Christus sehen. Aufgabe der Legionäre ist es, die Kirche zu den Menschen zu bringen.

Geschichte der Legionäre

Der Ire Frank Duff gründete am 7. September 1921 die Legion Mariens. Gemeinsam mit 15 Frauen unterstützte er Straßenmädchen, später halfen sie in armen und von Gewalt geprägten Vierteln Dublins. Der Kreis wollte „Christus in den Armen dienen“ und nicht nur der materiellen, sondern auch der geistigen Not entgegenwirken. Dann folgte die Gründung einiger Präsidien außerhalb der irischen Hauptstadt. 1931 segnete Papst Pius XI. die Legion. Als Folge des Eucharistischen Weltkongresses in Dublin, wo viele Bischöfe die Legionäre erstmals kennen lernten, verbreitete sich die Organisation weltweit. 1949 kamen 18 Legionäre ins Wiener Salvatorianerinnen-Kloster und hielten das erste Treffen des österreichischen Präsidiums ab. Aktuell engagieren sich in Österreich 1.450 Personen als Legionäre bei der Laienorganisation, weitere 112 Junglegionäre, 552 Geistliche Adjutoren und 8.750 Hilfslegionäre sind in 249 Präsidien und 16 Jugendpräsidien vertreten. Weltweit gibt es nach Legion Mariens-Angaben etwa elf Millionen betende und drei Millionen aktive Mitglieder in über 170 Ländern.

Dreitägiges Fest in Wien vom 3. bis 5. September

Zum Jubiläumsauftakt wird am Freitag, 3. September, um 15 Uhr ein Eröffnungsgottesdienst in der Wiener Rochuskirche gefeiert. Daran schließen ein Straßenapostolat an mehreren Orten Wiens und ein „Abend der Barmherzigkeit“ in der Peterskirche (ab 19.30 Uhr) an. In der Kapelle der Päpstlichen Missionswerke gibt es von Freitag bis Sonntag eucharistische Anbetung. Für den 4. September ist ab 9.30 Uhr eine Prozession durch die Innenstadt geplant, die vom Heldenplatz zum Stephansdom führt. Dort stehen ab 10.30 Uhr Glaubenszeugnisse sowie um 12 Uhr ein Festgottesdienst auf dem Programm. Hauptzelebrant ist der St. Pöltner Altbischof Klaus Küng. In der „Aula der Wissenschaft“ wird an diesem Tag um 16 Uhr auch ein Musical über Legion Mariens-Gründer Frank Duff aufgeführt. In dieser Aula findet am 5. September ein Mariologischer Kongress statt. Dabei gibt es Vorträge von Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und Manfred Hauke zur Gottesmutter Maria und zur Neuevangelisierung. Den Abschluss bildet eine heilige Messe im Wiener Stephansdom (12 Uhr). Anmeldung und weitere Infos: www.legion-mariens.at oder Tel. 0681/20439140.

Legion Mariens in der Diözese St. Pölten

In der Diözese St. Pölten zählt man aktuell 168 Legionäre, 15 Jung­legionäre, 30 Geistliche Adjutoren, 1288 Hilfslegionäre in 27 Präsidien und zwei Jugendpräsidien.

In der Diözese gibt es in folgenden Pfarren Präsidien:
Comitium Ybbs: Blindenmarkt, Dorfstetten, Mank, Persenbeug, St. Georgen/Ybbsfeld, Texing, Amstetten-St. Stephan, Euratsfeld, Gresten, Neuhofen/Ybbs, Neustadl, Steinakirchen, Furth, Krems (überpfarrlich), St. Pöltner Dompfarre, Tulln-St. Stephan.
Comitium Zwettl: Arbesbach, Kottes-Purk, Zwettl, Droß, Krumau, Langau, Weikertschlag, Hoheneich, Harbach, Hirschbach und Heidenreichstein.
Jugendpräsidien: Krems-St. Paul und Neuhofen/Ybbs.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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