Vom Christentum geprägt
Leopold Figl glaubte an dieses Österreich
- Pfarrer Christoph Hofstätter (2. li.) mit den Zeitzeugen Franz Wagner und Marianne Scheiblauer sowie der enthüllten Skulptur von Leopold Figl und dem Os-tarrichi-Gedenkstein; vor der Pfarrkirche Neuhofen/Ybbs.
- Foto: Wolfgang Zarl
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Neuhofen/Ybbs gilt als Wiege Österreichs: In der Ostarrichi-Urkunde von 996 wird der Ort Neuhofen an der Ybbs (als „Niuuanhova“) explizit als der zentrale Ort genannt, an dem sich die kaiserlich geschenkten Ländereien befanden. Im vom Krieg gezeichneten Österreich wurde dies 1946 gefeiert – als ein Motor für den Glauben an dieses Land. Am 27. Oktober enthüllte Bundeskanzler Leopold Figl vor der Pfarrkirche den berühmten Ostarrichi-Stein.
Jetzt, 80 Jahre später, wurde dem großen Politiker eine Skulptur gewidmet, die von Pfarrer Christoph Hofstätter bei einem großen Festakt gesegnet wurde. Das Kunstwerk entwarf Gernot Kromoser, Christoph Bruckner setzte es in Erinnerung an das 80-Jahr-Jubiläum des Besuchs Figls um.
Tiefe Glaubensüberzeugung
Die heilige Messe in der Pfarrkirche feierte Abt Petrus Pilsinger mit Pfarrer Christoph Hofstätter, Diakon Johann Braunshofer und Kaplan Jineesh Muttumannil Philipose sowie zahlreichen Gläubigen, Organisationen und Goldhaubenfrauen. In seiner Predigt erinnerte der Abt an Figls tiefe Glaubensüberzeugung und Menschlichkeit. Figl habe seinen Glauben auch während seiner Gefangenschaft gelebt. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von den Ostarrichi-Jagdhornbläsern und einer Bläsergruppe.
Zahlreiche Ehrengäste, darunter Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, würdigten den Staatsmann, dessen Wirken tief im christlichen Glauben verwurzelt war.
Bürgermeisterin Maria Kogler und Ministerin Tanner bezeichneten Figl als Politiker mit außergewöhnlicher Haltung und großem Verantwortungsbewusstsein. Der ehemalige Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka betonte Figls unerschütterliche Verbundenheit mit Österreich. Trotz der Repressalien durch die Nazis habe er weder seine Hoffnung noch seinen Glauben an die Zukunft seiner Heimat verloren.
Jahre in NS-Haft
Leopold Figl verbrachte insgesamt rund sechseinhalb Jahre in nationalsozialistischer Gefangenschaft. Nach seiner Befreiung im Mai 1945 übernahm er politische Verantwortung beim Wiederaufbau Österreichs. Von 1945 bis 1953 war er Bundeskanzler, anschließend Außenminister. In dieser Funktion unterzeichnete er 1955 den österreichischen Staatsvertrag und verkündete die berühmt gewordenen Worte: „Österreich ist frei!“
Für Leopold Figl wurde vor einigen Jahren ein Seligsprechungsverfahren eröffnet. W. Zarl
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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