Dominik und Markus nahmen teil
Spannender LernEinsatz auf den Philippinen
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Dominik Hammerl aus der Pfarre Bad Traunstein und Markus Pöll aus Nußdorf ob der Traisen berichten von ihrer Reise, die von der Dreikönigsaktion der Jungschar initiiert wurde.
Hier ihr Bericht
Trotz der sehr gut geplanten Vorbereitungsseminare für die Reise, bei denen wir bereits einige Einblicke in das Land, die Kultur und die bevorstehenden Erfahrungen erhielten, ist es kaum möglich, sich auf ein derart tiefgreifendes Erlebnis in vollem Umfang vorzubereiten. Die Reise war von vielen positiven Erlebnissen, neuen Bekanntschaften und tiefen Gesprächen geprägt. Gleichzeitig konnten wir auch die negativen und sehr herausfordernden Lebensumstände vieler Menschen auf den Philippinen persönlich kennenlernen.
Wir wurden von Beginn an so herzlich willkommen geheißen, dass wir bereits in den ersten Tagen sowohl die Menschen als auch das Land ins Herz geschlossen haben. Von der ersten Willkommensfeier, bei der wir einen philippinischen Namen sowie eine Ninang beziehungsweise einen Ninong (Taufpatin bzw. Taufpate) erhielten, über die weiteren Willkommenszeremonien, an denen die gesamte Community mitwirkte, bis hin zum interessierten und persönlichen Austausch mit den Einwohnerinnen und Einwohnern war die gesamte Zeit von Beginn bis Ende bereichernd und oftmals auch sehr ergreifend.
Die erste Woche, in der wir zunächst Manila und anschließend das ländliche Leben mit seinen Herausforderungen kennenlernten, war zugleich ein herausfordernder Einstieg in die kommenden Wochen. Besonders die Problematik des Minings und dessen Auswirkungen vor Ort haben uns beschäftigt. In Manila mussten wir versuchen, mit dem dortigen Mindestlohn einen Tag auszukommen. Dadurch wurde uns sehr deutlich vor Augen geführt, wie wenig Menschen mit diesem Einkommen tatsächlich zur Verfügung steht.
Auf Marinduque durften wir anschließend bei Gastfamilien unterkommen. Dort mussten wir uns teilweise von unseren gewohnten Hygienestandards lösen und uns auf deutlich andere Lebensbedingungen einstellen. Diese Herausforderungen wurden jedoch durch die herzlichen Begegnungen und Bekanntschaften sowie die große Gastfreundschaft der Menschen mehr als ausgeglichen.
Die darauffolgende Woche sollte zumindest emotional noch herausfordernder werden. Sie stand ganz im Zeichen der Menschenrechte. In diesem Zusammenhang sahen wir einen Film über den sogenannten „War on Drugs“, der während der Amtszeit des damaligen Präsidenten Rodrigo Duterte durchgeführt wurde. Während seiner Präsidentschaft wurden im Zuge des Drogenkriegs nach Schätzungen von Menschenrechtsorganisationen bis zu 30.000 Menschen getötet.
Im Zuge der Filmvorführung war auch eine Mutter anwesend, deren Mann und Sohn getötet worden waren. Ihre persönliche Geschichte und die Möglichkeit, mit ihr in Kontakt zu kommen, machten die zuvor im Film behandelte Thematik für uns unmittelbar und sehr persönlich. Es war eine Begegnung, die uns nachhaltig beschäftigt hat und uns deutlich gemacht hat, welche Auswirkungen politische Entscheidungen und staatliches Handeln auf einzelne Menschen und Familien haben können.
An einem der darauffolgenden Tage waren wir gemeinsam mit obdachlosen Menschen Müll sammeln. Dabei durchsuchten wir den Müll auf den Straßen nach Plastikflaschen und Konservendosen, die anschließend verkauft werden konnten. In den Gesprächen mit den Betroffenen wurde deutlich, wie hart und schwierig ihr Alltag ist und wie viele von ihnen kaum noch Perspektiven für ihr weiteres Leben sehen. Gleichzeitig lernten wir einen Verein kennen, der versucht, diese Menschen dort abzuholen, wo sie gerade stehen. Durch schrittweise Unterstützung und Begleitung versucht der Verein, ihnen wieder neue Perspektiven und Möglichkeiten für ihr Leben zu eröffnen.
Die letzte Woche durften wir in Infanta bei einer indigenen Gemeinschaft verbringen. Dort bekamen wir einen Einblick in deren Lebensweise und die Herausforderungen, mit denen die Menschen konfrontiert sind. Wir durften unter anderem beim Fischen und Honigsammeln dabei sein und an einer traditionellen Feier teilnehmen. Besonders wertvoll war dabei die Möglichkeit, nicht nur über die Lebensweise der indigenen Bevölkerung zu erfahren, sondern sie durch die gemeinsame Zeit und die persönlichen Begegnungen unmittelbar kennenzulernen.
Insgesamt war das gesamte Austauschprogramm sehr durchdacht und abwechslungsreich geplant. Es ermöglichte uns, einen tiefen und zugleich persönlichen Einblick in die unterschiedlichen Lebensrealitäten und Herausforderungen der Bevölkerung auf den Philippinen zu bekommen. Die Kombination aus fachlichen Inputs, persönlichen Begegnungen und eigenen Erfahrungen machte die Reise für uns zu einer besonders wertvollen und nachhaltigen Erfahrung.
Beim LernEinsatz ...
• verbringst du 4 Wochen bei Projektpartnern der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar.
• tauchst du in den Alltag der Menschen vor Ort ein.
• bist du mit 8 bis 12 Mitreisenden unterwegs.
• besuchst du Projekte der Dreikönigsaktion in den Bereichen Armutsbekämpfung, Menschenrechte, Umweltschutz etc.
• erfährst du bei Vorträgen mehr zur Geschichte, Politik und den Herausforderungen des besuchten Landes.
• setzt du dich in vor- und nachbereitenden Wochenendseminaren in Österreich mit interkulturellen und entwicklungspolitischen Themen auseinander.
Nächste Termine & Länder
• Kenia: 11. bis 28. Juli, gut geeignet für Berufstätige
• Philippinen: 12. Juli bis 10. August
• Ghana: 1. bis 31.August
Infos & Orientierungstage
im Jänner & Februar, Vorbereitungsseminare starten im April.
Infos: www.dka.at/lerneinsatz
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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