Nach VfGH-Urteil
Sorge der Senioren wegen Sterbehilfe-Urteil

„Jeder Mensch soll wissen: Ich darf alt und krank sein, ich brauche keine Angst habe, denn ich bin nicht allein.“
  • „Jeder Mensch soll wissen: Ich darf alt und krank sein, ich brauche keine Angst habe, denn ich bin nicht allein.“
  • Foto: Anke Thomass – stock.adobe.com
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Das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes zur Sterbehilfe im Dezember des Vorjahres bereitet gerade auch alten Menschen Sorgen. Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Altenpastoral der österreichischen Diözesen setzt sich für die Anliegen und Wünsche der alten Menschen ein. Beatrix Auer, Leiterin der Seniorenpastoral der Erzdiözese Wien, meldete sich mit einem kritischen Blick auf die gesellschaftlichen Realitäten zu Wort. „Kirche bunt“ bringt Auszüge aus ihrem Schreiben.

Vielfach heiße es, dass die Menschen im Alter Zeit für Hobbies, Enkelkinder, Ehrenamt und Reisen hätten, so Auer. Für viele aber sei die Realität härter: „Krankheit, Pflegebedürftigkeit, Demenz gehören ebenso zum Alter dazu. Für ein Altern in Würde brauche es Unterstützung – materiell, gesellschaftlich, politisch und menschlich.“
Auf vielen betagten Menschen laste der Druck, nichts mehr für die Gesellschaft wert zu sein, eine Last für die anderen zu sein, schreibt die Leiterin der Seniorenpastoral. Den assistierten Suizid sehen Befürworter als Ausweg bei unerträglichen Schmerzen oder dauernder Pflegebedürftigkeit. Auer: „Nein, das kann es nicht sein. Wir fordern einen ganzheitlichen Blick auf das Leben, einen Blick auf das Alter in der Gesellschaft, in der alte Menschen nicht als Last und Belastung gesehen werden, sondern mit ihrer Lebensgeschichte, ihren Ängsten wertgeschätzt werden.“

Palliativmedizin, Hospizbegleitung kosten Geld – dieses müsse es der Gesellschaft wert sein, fordert Auer. „Spirituelle Begleitung, Seniorenpastoral, Seelsorge in Pflegeheimen geben Halt und Kraft in schweren, ausweglosen Situationen. Schmerzen sollen behandelt werden, Palliativmedizin setzt sich zum Ziel, die Lebensqualität von schwerkranken Menschen zu verbessern.“

Auer: „Bei der Krippe stehen Hirten, sie kommen aus ihrem Alltag zum Kind. Jeder und jede von uns kann ein Hirte, eine Hirtin für ältere Menschen sein. Ein Anruf, ein kurzes Nachfragen bei der Nachbarin, wie’s geht, Pfarren und Seniorenrunden, die sich um die kümmern, die nicht mehr kommen können – sie sind Hirten und Hirtinnen. Das ist unser weihnachtlicher Auftrag für die kirchliche Seniorenarbeit – Hirte zu sein, da zu sein, wenn alte Menschen uns brauchen, die Hand hinzuhalten und dem anderen zu sagen: ,Ich bin für dich da!‘“ Auer schließt mit den Worten: „Vielleicht gelingt es uns dann, den anderen in seiner Würde und Selbstbestimmung wertzuschätzen. Damit jeder Mensch weiß, ich darf alt und krank sein, ich brauche keine Angst haben, denn ich bin nicht allein. “

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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