Türkische Kleinstadt
Zu Besuch im antiken Nicäa
- Schriftzug „Iznik“ vor der ehemaligen Hagia-Sophia Kirche in Iznik (Türkei).
- Foto: Andrea Krogmann/KNA
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Das antike Nicäa – vor 1.700 Jahren Schauplatz des berühmten Konzils – ist heute eine türkische Kleinstadt ohne christliche Gemeinde.
Iznik, das unter dem Namen Nicäa als Gastgeber zweier Ökumenischer Konzilien in die (Kirchen-)Geschichte einging, ist heute ein malerisch-verschlafenes Bauernstädtchen. Olivenhaine und Traktoren prägen das Umland. Etwas über 20.000 Einwohner leben in Iznik; Christen sind nicht mehr darunter.
Hier haben Griechen, Römer, Byzantiner, Seldschuken und Osmanen ihre Spuren hinterlassen. An der Kreuzung von zwei römischen Straßen liegt die byzantinische Hagia-Sophia-Kirche, die zum zweiten Konzil Nicäas (787) ihren großen Auftritt hatte. Eine Christusdarstellung in Form eines Freskos auf der Innenseite der nördlichen Außenwand scheint Zeuge des damaligen Ringens um Bilder.
Christen beten in der Moschee
Heute wird die Kirche als Moschee genutzt. In Iznik scheint man eine entspannte Lösung gefunden zu haben: Wird nicht gerade im Mittelschiff das islamische Mittagsgebet gebetet, stört sich niemand an der christlichen Reisegruppe, die im ehemaligen Chor der Kirche das Glaubensbekenntnis spricht oder mit ausgebreiteten Händen das Vaterunser betet.
Die meisten ausländischen Gruppen ließen Iznik bisher links liegen, erzählt Cahit Köker, der sich mit seiner Reiseagentur „Thales-Tours“ auf den christlich interessierten deutschsprachigen Markt spezialisiert hat. „Das ist in diesem Jahr anders. 45 Gruppen kommen im Jahr des Konzil-Jubiläums mit uns nach Iznik“, so Köker.
1.700 Jahre ist es her, dass 325 das erste Ökumenische Konzil in Nicäa zusammentrat: ein Meilenstein in der Kirchengeschichte. Zum offiziellen Jubiläumsakt am 26. Mai in Iznik wird das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie, Patriarch Bartholomaios I., erwartet. Papst Franziskus hatte eine Teilnahme geplant. Andrea Krogmann/KNA/Red.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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