Community Nurses
Unterstützung vor Ort

Regina Artner ist Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und in acht Waldviertler Gemeinden als Community Nurse im Einsatz. Am Foto ist sie in einer Beratungssituation zu sehen. 
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  • Regina Artner ist Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und in acht Waldviertler Gemeinden als Community Nurse im Einsatz. Am Foto ist sie in einer Beratungssituation zu sehen.
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Was sind Community Nurses? Regina Artner ist eine solche Community Nurse im Waldviertel und begleitet ältere Menschen dabei, möglichst lange selbstbestimmt zuhause zu leben.

In Arbeitskleidung und mit jeder Menge Broschüren im Gepäck steigt Regina Artner in Ottenschlag in ihr Auto und fährt los. Ihr Ziel: Menschen ab 65 Jahren, die in den umliegenden Gemeinden leben. Als diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin unterstützt sie Menschen dabei, so lange wie möglich gesund zuhause leben zu können. Regina Artner ist eine von zwei Community Nurses im Waldviertler Kernland, einem Zusammenschluss von 14 Gemeinden. Community Nurses sind in Niederösterreich seit 2022 im Einsatz – ein Projekt, das für 2026 verlängert wurde.

Beratung statt Pflege

Es handelt sich um diplomierte Pflegekräfte, die Menschen in ihrem eigenen Zuhause rund um Gesundheitsthemen beraten. Während die Community Nurses zunehmend wieder von der Bildfläche verschwinden, gibt es sie im sogenannten Waldviertler Kernland noch. Acht Gemeinden davon betreut Regina Artner, sechs ihre Kollegin. Ihr Arbeitstag besteht vor allem aus Hausbesuchen in ihren Gemeinden. Sie stellt das kostenlose Angebot der Community Nurse vor und bietet Hilfe an. Etwas ist der erfahrenen Pflegekraft wichtig: „Die Community Nurse macht keine direkte Pflege. Wir haben eine ausschließlich beratende Tätigkeit.“

Regina Artner erklärt, wie man einfache Wunden
versorgt.

Oft sind es praktische Tipps, die Regina Artner weitergibt: Etwa wenn ein Mensch nach einem Krankenhausaufenthalt nach Hause kommt und Hilfe benötigt, den Arztbrief zu übersetzen. Die Community Nurse kommt nach einem kurzen Anruf vorbei und unterstützt dabei. Regina Artner hat außerdem Anträge für das Pflegegeld oder Hilfsmittel mit dabei und kann vor Ort die Verordnungen ausstellen. „Wenn ein älterer Mensch zum Beispiel nicht mehr in die Badewanne ein- und aussteigen kann, dann schlage ich stattdessen Duschen vor und kann gleichzeitig einen Duschhocker verordnen. Das ist wirklich unkompliziert.“
Regina Artner erklärt Angehörigen, wie man einen älteren Menschen im Bett positioniert oder wie man einfache Wunden versorgt und bestellt die passenden Materialien dafür. Die Community Nurse bietet auch mentale Unterstützung: Etwa, wenn pflegende Angehörige mit der Situation überfordert sind oder eine Schulter zum Ausweinen brauchen. Auch mit der Hauskrankenpflege steht die Community Nurse in engem Austausch.

Einsamkeit ist großes Thema

Zur Aufgabe einer Community Nurse gehört aber noch einiges mehr: Einmal im Monat gestaltet Regina Artner eine sogenannte Lernwerkstatt. Als nächstes steht das Thema Sturzprävention auf dem Programm. Jeder in der Gemeinde kann kostenlos daran teilnehmen. Eine Strickrunde für ältere Menschen wird ebenfalls von der Community Nurse organisiert. Das Angebot kommt gut an: „Gerade bei älteren Menschen ist die Einsamkeit ein ganz großes Thema.“ Und noch etwas gehört zur Aufgabe der Community Nurse: Auf Wunsch verbringt sie einen Tag lang mit einer älteren Person und entlastet so die Angehörigen. Die Community Nurse wird häufig mit der Acute Community Nurse verwechselt. Regina Artner erklärt den Unterschied: „Die Acute Community Nurse kommt für medizinisch-pflegerische Tätigkeiten ins Haus. Etwa dann, wenn schnell Wunden versorgt werden müssen oder der Katheter gewechselt gehört. Wir hingegen beraten ausschließlich.“

Im Waldviertel wird das Angebot der Community Nurse sehr gut angenommen. Auch die Rückmeldungen der Menschen sind positiv: „Immer wieder werde ich angerufen, wenn etwa das Pflegegeld erhöht wurde und die Menschen sich bei mir bedanken.“ Etwas schätzt Regina Artner an ihrer Arbeit besonders: Nämlich den Umstand, dass sie sich viel Zeit für die Menschen nehmen und sich die Arbeit selbst einteilen kann. Für sie ist daher klar: „Es ist wirklich eine wunderschöne Arbeit.“
Von Daniela Rittmannsberger-Kampel

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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