Meinung
Stark in der Krise

Michael Landau (61) ist Präsident von Caritas Österreich und für Europa der Caritas Internationalis
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Michael Landau (61)
ist Präsident von Caritas Österreich und für Europa der Caritas Internationalis

Corona hat die Not vieler Menschen in Österreich und weltweit verschärft. Wir sehen das in den Caritas-Sozialberatungsstellen, in den Familienzentren, den Mutter-Kind-Häusern. Für viele ist die Gesundheitskrise zu einer sozialen Krise geworden. Zu viele Menschen sind gestorben. Zu viele haben ihren Job verloren. Zu viele Kinder haben Bildungslücken aufgebaut, die sie nur schwer überwinden werden können. Und wir sehen: Gestiegen ist vor allem die Zahl jener, die zum ersten Mal um Unterstützung bei der Caritas anfragen.
Gleichzeitig hat die Krise bestätigt: Wir haben in Österreich einen guten Grundwasserspiegel der Solidarität.

Zahlreiche Menschen, die ihre Unterstützung anbieten. Die helfen. Von Mensch zu Mensch. Von Angesicht zu Angesicht. An den Orten, an denen Not sichtbar wird, ist deshalb auch viel Mut, Hoffnung und Zuversicht erfahrbar. Hoffnung, weil ich darauf vertrauen darf, dass Hilfe wirkt. Zuversicht, weil ich weiß, dass auch heute Abend jemand da sein wird, der Menschen auf Wiens Straßen mit Schlafsäcken und warmen Suppen versorgt. Vor allem aber, weil ich in der Gewissheit lebe, dass sehr viele Menschen in Österreich und weltweit an einer besseren Zukunft mitarbeiten.

Allein bei der Caritas sind es österreichweit Zehntausende, die sich engagieren. All diese Menschen haben gezeigt, dass wir körperlich Abstand halten und uns gleichzeitig innerlich nahe sein können. Wir haben gelernt: Mit Zusammenhalt und Zuversicht kommen wir durch diese fordernde Zeit. Wenn wir aufeinander achten und füreinander da sind. Als Verantwortlicher einer Hilfsorganisation habe ich in den vergangenen Jahren oft die Erfahrung gemacht: Unser Land kann Krise. Vor allem aber kann es gestärkt aus Krisen hervorgehen. Dafür ist es wichtig, zusammenzustehen und auf die Schwächsten nicht zu vergessen. Der Tag wird kommen, an dem wir auf diese Zeit zurückblicken, wie auf ein hinter uns liegendes Naturereignis. Wir sollten an diesem Tag sagen können, wir haben unser Bestes gegeben, und die Ausdauer hat sich gelohnt.

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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