Corona und die Schule zuhause
Es fehlt etwas

Mein 11-jähriger Sohn Felix versucht das beste aus der neuen Situation zu machen
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  • Mein 11-jähriger Sohn Felix versucht das beste aus der neuen Situation zu machen
  • Foto: Michaela Necker
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Seit geraumer Zeit ist bei uns zuhause einiges anders. Die Kinder schlafen eine Stunde länger. Die Schule findet in der Küche statt. Wir haben eine gut funktionierende Gemeinschaft. Und doch fehlen uns die sozialen Kontakte.
Ein Erfahrungsbericht von Michaela Necker.

 Michaela Necker (c) Laurent Ziegler@bildrecht.at
Michaela Necker ist Schauspielerin, arbeitet als Clownin mit Alzheimer-Patienten und ist Journalistin bei radio klassik Stephansdom.

Was haben wir nicht alles schon geschafft in den ersten drei Wochen Corona-Krise! Wir haben Lernstrukturen für den Hausunterricht entwickelt. Wir haben unseren guten Lernrhythmus gefunden. Der Austausch mit den Lehrern und Lehrerinnen der Kinder funktioniert. Wir bekommen täglich neues Arbeitsmaterial, was in gut drei Stunden abgearbeitet werden kann. Der Schulunterricht klappt wirklich gut.

Freunde treffen wir jetzt anders

Herausfordernde als der Hausunterricht ist für uns als Familie der Alltag ohne soziale Kontakte. Denn nachmittags waren die Kinder meist mit ihren Freunden zusammen. Und ich auch. Diese Treffen fehlen uns allen sehr. Mein 11-jähriger Sohn Felix versucht das beste aus der neuen Situation zu machen: „Ich treffe meine Freunde über Videoschaltungen und übers Telefon. Anfang wussten wir nie so recht, was wir reden sollen. Aber es klappt immer besser. Trotzdem können wir uns nicht berühren oder miteinander Ballspielen.“

Für meine Tochter Veronika (9 Jahre alt) ist die Schule zuhause mit Mama eine wertvolle Erfahrung. Denn für sie war es nicht immer leicht, in der Schule die Ruhe und Konzentration beim Arbeiten zu behalten. In der 1:1 Unterrichtssituation fällt ihr das viel leichter. „Ich mag das Lernen jetzt viel lieber. Eigentlich. Aber anderseits fehlen mir meine Schulfreunde“, sagt sie. Zum Glück ist Veronikas Schildkröte Momo soeben aus ihrem Winterschlaf erwacht. Denn mit Momo kann sie jetzt Zeit verbringen, wenn es mal mit dem Bruder nicht so gut klappt. Das soll ja vorkommen.

Lesestunden bringen Nähe

Der Vorteil ist, dass durch die viele Zeit, die wir alle nun zuhause haben, neue Ideen entstehen können. So wird gerade der Plan von einem Hochbett fürs Kinderzimmer gezeichnet. Und Felix zeichnet an seinen neuen Comics. Da der soziale Kontakt für uns und die Kinder beinahe zur Gänze weggefallen ist, ist es besonders wichtig, in der Familie Gemeinschaftserlebnisse zu haben. Dazu gehört bei uns das gemeinsame Lesen und Vorlesen. Dann sitzen wir zusammen und genießen die Zeit, die wir jetzt füreinander und miteinander haben.

Mein 11-jähriger Sohn Felix versucht das beste aus der neuen Situation zu machen
Zum Glück ist Veronikas Schildkröte Momo soeben aus ihrem Winterschlaf erwacht.
Autor:

Michaela Necker aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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