Tirol | TIROLER Sonntag - Menschen & Meinungen

Beiträge zur Rubrik Menschen & Meinungen

Meinung
Die Bürger sind am Zug

Österreichs Wahlberechtigte können bis Montag sieben Volksbegehren unterstützen – von Antikorruption über Grundeinkommen, Tierschutz, mentale Gesundheit, Arbeitslosengeld bis Impfpflicht lautet die Themenpalette. Volksbegehren sind an sich nicht Partei-, sondern Gesellschaftspolitik (der auch die KirchenZeitung verpflich- tet ist). Das macht die Sache in Österreich schwierig. Denn an der Wiege unserer Republik standen Parteien. Die direkte Demokratie ist schwach entwickelt. Nur eine...

  • 05.05.22
Viel Potential für Frauen sieht Österreichs Botschafterin im Vatikan.

Frauen der Kirche

Franziska Honsowitz-Friessnigg ist Österreichs Botschafterin beim Heiligen Stuhl. Am Dienstag empfing sie fünf Frauen, die das Miteinander der Geschlechter zum Thema machten.  Ein Fünftel aller Vatikan-Angestellten sind Frauen, in Leitungspositionen sind es noch weniger. Doch Papst Franziskus ist die Beteiligung von Frauen wichtig. „Die jüngste Kurienreform bringt das sehr gut zum Ausdruck“, lobt Bot- schafterin Franziska Honsowitz-Friessnigg. „Darin hat Papst Franziskus die Leitung von...

  • 05.05.22

Meinung
Kommentar

Schwarze Erde Von einer Kornkammer Europas entwickelte sich die Ukraine zu einer Kornkammer der Welt. 2020 wuchsen in der fruchtbaren „schwarzen Erde“ 55 Mio. Tonnen Mais und Weizen. Doch der Treibstoff für Saatmaschinen wird nun für Panzer verwendet, die Saatmaschinenfahrer kämpfen an der Front. Für den Bedarf im Land könnte es dennoch reichen, aber statt Getreide wird das Land Hunger exportieren. Etwa 4,5 Mio. Tonnen Korn stecken in Häfen fest. Die Ukraine beschuldigt Russland,...

  • 05.05.22

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Das leere Grab

Sie schauen in ein Loch, in die blanke Finsternis: Maria von Magdala, Johanna, Maria, die Mutter des Jakobus und weitere Frauen. Das leere Grab vor sich, wissen sie nicht, wie ihnen geschieht. Sie fassen sich ein Herz, überwinden ihre Angst und betreten das Dunkel. In diesem Dunkel treffen sie zwei Engel, deren Worte den Weg weisen: Die Frauen kehren dem Grab den Rücken zu und wenden sich zum Licht. Von Herzen wünsche ich Ihnen die Erfahrung der Frauen wie Maria von Magdala oder Johanna: dass...

  • 12.04.22
Paul Schobel

Wort der Woche
Böse Erinnerungen

Wort Der Woche: Paul Schobel, Priester und Betriebsseelsorger In uns alten Menschen steigen in diesen Tagen böse Erinnerungen wie Sumpfblasen nach oben. Das Heulen der Sirenen geht mir heute noch durch Mark und Bein, die Nächte im Luftschutzkeller … Einfach unbegreiflich, dass 80 Jahre später der Krieg, dieses Scheusal, wieder aufersteht, als wäre nichts passiert … Ich frage mich: Hat je ein Krieg die Geschichte zum Besseren gewendet?Paul Schobel, geb. 1939, sozial engagierter Priester der...

  • 04.04.22
Sigrun Zwanzger

Wort der Woche
Warnung vor Hungerkrisen

Der Krieg in der Ukraine schafft nicht nur unermessliches Leid im Land selbst, er hat auch massive globale Auswirkungen. Seit Kriegsbeginn steigen die Preise für Nahrungsmittel und Energie rasant. Der Welternährungsausschuss der Vereinten Nationen muss deshalb rasch umfassende Schritte gegen drohende Hungerkrisen setzen. Sigrun Zwanzger, Vizegeschäftsführerin vom Welthaus der Diözese Graz-Seckau, warnt vor massiven globalen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine. Steigende Lebensmittelpreise...

  • 24.03.22

Vatikan
Kurienreform – ein erster Schritt

Papst Franziskus hat die lange erwartete Kurienreform vorgestellt. Die bisher bekannten Ansätze sind gut: Dass Laien – egal welchen Geschlechts – Dikasterien (das sind die mit Ministerien vergleichbare Kurienbehören) leiten dürfen, war unumgänglich: Einerseits relativiert dieser Schritt das schädliche Standeswesen der Kirche. Andererseits müssen in einer modernen Behörde die besten Köpfe von allen zur Verfügung stehenden Personen an die Spitze. Die Beschränkung auf die geringe Auswahl...

  • 24.03.22
Monika Slouk

Kommentar
Leitungsgremium

Alle Achtung den Katholik/innen, die sich zur Pfarrgemeinderatswahl aufstellen ließen! Sie riskierten damit, nicht gewählt zu werden. Während es bei politischen Wahlen Parteiprogramme und Vorwahldiskussionen gibt, sind die Kriterien der PGR-Wahl häufig Passfotos der Kandidierenden, ergänzt durch Geburtsjahr, Beruf und den Bereich, dem das Engagement in der Pfarre gilt. Senioren oder Jugendarbeit? Caritas oder Familien? Sakramentenvorbereitung oder Erwachsenenbildung? Das können doch keine...

  • 24.03.22

Randnotiz von Lydia Kaltenhauser
Über die Psalmenbrücke

Die Bilder aus der Ukraine gehen durch Mark und Bein. Verzweifelte Menschen, die alles verloren haben. Mütter mit Kindern, allein auf der Flucht. Zerstörung, blanke Gewalt, kein Ausweg in Sicht. Die Bilder machen Angst, die Worte fehlen. Wilhelm Bruners dichtet über seinen „morgendlichen Gang über die Psalmenbrücke“, bei dem er „die alten Heilworte in seine Tagängste atmet“. Die Psalmen sind ein riesengroßer Schatz. Lebendiges Archiv aller menschlichen Gefühle, die vor Gott da sein dürfen,...

  • 23.03.22

Meinung
Kommentar

Gewaltig „Wenn Putin uns versklaven will, muss er uns töten. Wir werden bis zu Ende kämpfen, wenn nötig mit bloßen Händen!“ Wild entschlossen klang der frühere ukrainische Botschafter in Wien, Alexander Scherba, im ORF-Interview aus Kiew. Die Klarheit und Entschlossenheit der Ukrainer/innen fasziniert. Dafür stellt man gerne Waffen zur Verfügung. Doch wohin führt es? In wenigen Wochen würde die Ukraine ein Trümmerhaufen mit zigtausenden Toten sein, befürchten besonnene Experten. Aber was ist...

  • 11.03.22

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Wenn man einen Freund hat

Kalt ist es. Aus Wasserhahn und Duschkopf rinnt kaltes Wasser. Schon lange ist das so. Kalt sind auch die Heizkörper, die Finger,... Seit der Scheidung friert sie. Miete, Essen und Betriebskosten hatten das wenige Kleingeld Monat für Monat aufgefressen. Inzwischen ist sie trocken, rührt keinen Alkohol mehr an. Auch die Heizung geht wieder. Allein hätte sie es wohl nicht geschafft. Langsam wird ihr wieder warm ums Herz. Wie recht der kleine Tiger in der Geschichte „Oh wie schön ist Panama“ doch...

  • 08.03.22
Elena Kovalskaya, ehemalige Theaterdirektorin

Meinung
Scharfe Worte gegen den Krieg

Wort Der Woche: Elena Kovalskaya, ehemalige Theaterdirektorin Als Protest gegen die russische Invasion in der Ukraine trete ich vom Posten des Direktors des Moskauer Staatstheaters „Meyerhold-Zentrum“ zurück. Man kann nicht für einen Mörder arbeiten und von ihm Gehalt beziehen. Wer sich in Russland gegen die Pläne von Wladimir Putin ausspricht, hat schwere Konsequenzen zu befürchten. Immer mehr sind dennoch dazu bereit, wie Elena Kovalskaya, Direktorin des Staatstheaters „Meyerhold-Zentrum“....

  • 01.03.22

Kommentar
Europa

„Krieg in Europa“ hieß es letzte Woche plötzlich in Zeitungen und Online-Medien, die Aufregung war groß. Überraschend war dabei nicht nur das Wort „Krieg“ im Zusammenhang mit „Europa“, sondern auch das Wort „Europa“ im Zusammenhang mit der Ukraine. Dass das 44-Millionen-Einwohner-Land, das fast so groß ist wie Deutschland und Polen zusammen, ein durch und durch europäisches Land ist, war bis dahin kaum im Bewusstsein der Menschen und Politiker/innen. „Europa“ benützt man häufig als Kurzform für...

  • 01.03.22

Randnotiz von Lydia Kaltenhauser
Habseligkeiten

Ausmisten ist groß in Mode. „Aufräum-Guru“ Marie Kondo aus Japan hat mehrere Bücher darüber geschrieben. Ein Symptom unseres westlichen Wohlstands: Man häuft zu viel Besitz an und fühlt sich irgendwann davon erdrückt. Ausmisten kann eine Chance sein, die eigenen Habseligkeiten wertzuschätzen, bewusster zu konsumieren und vor allem großherzig zu teilen. Benedikt von Nursia empfahl schon vor vielen hundert Jahren in seiner Regel einen sorgsamen Umgang mit alltäglichen Dingen: „Alle Geräte und den...

  • 23.02.22

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Glückssträhnen und Geduldsfäden

Die Tür geht auf. Im kleinen Spalt zwischen Tür und Rahmen erscheint eine Kollegin: „Ein gutes neues Jahr!“ wünscht sie – und: „Glückssträhnen und Geduldsfäden.“ Passender könnte der Wunsch nicht sein. Lässt sich aus derlei Strähnen und Fäden ein Teppich flechten? Vielleicht um darauf sogar die neue Corona-Welle zu meistern? Omikron wird uns viel Können und Stehvermögen abverlangen. Derweil macht es Sinn, weiter zu weben an dem, was das Leben und den Glauben stärkt.

  • 13.01.22
Wie ihn viele in Erinnerung haben: Bischof Reinhold Stecher lachend – eine Aufnahme aus dem Jahr 2009 .

Klaus Egger erinnert an Reinhold Stecher
Im Rückspiegel der Zeit

Am 22. Dezember 1921 wäre Reinhold Stecher 100 Jahre alt geworden. Klaus Egger war über Jahrzehnte einer seiner engsten priesterlichen Weggefährten. Für den Tiroler Sonntag hält er dankbar Rückschau. Es wird in unserem Land wohl nur wenig Menschen geben, die auch Jahre nach ihrem Tod noch so präsent sind wie unser Bischof Reinhold. Wo sein Name fällt, da beginnt man Geschichten zu erzählen, da spricht man vielleicht von der neuesten Weihnachtsbriefmarke, vom neuesten Tyrolia-Lesebuch „Herz ist...

  • 22.12.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Hab Vertrauen und komm!

Als das Schiff auf dem See Genesareth zu sinken droht, ruft Jesus den Petrus und sagt: „Hab Vertrauen und komm!“ In Zeiten rapid sinkenden Vertrauensverlustes ist diese Geschichte der Kirche wie auf den Leib geschrieben. So wie auch Petrus wird die Kirche sinken – in den Umfragewerten ebenso wie in ihrem Ansehen, wenn sie um sich und ihre eigenen Probleme kreist. Lösen lassen sie sich nur im konsequenten Blick auf Jesus und im Bemühen, immer besser zu verstehen, wie Jesus seine Kirche wirklich...

  • 25.10.21

Kommentar
Nackt

Eine Büchse ist es, die Pandora in der griechischen Mythologie geschenkt bekommt. Einmal geöffnet, entweichen aus dieser Dose alle Übel auf die Erde, nur die Hoffnung bleibt leider darin versperrt. Die „Pandora Papers“, die seit 2019 einem internationalen Journalist/-innen-Netzwerk zugespielt wurden, enthalten auch viel Übles. Sie legen Informationen offen, die als Geheimnis gedacht waren. 25.000 Millionen Euro (!), schätzen die Expert/innen, verschleiern Vermögende aus aller Welt in für diesen...

  • 07.10.21

Kopf der Woche: Robert Kratky, Moderator und Gedenkredner
An einzelne Menschen erinnern

Hitradio-Ö3-Moderator Robert Kratky dankte der Katholischen Jugend, die im Rahmen von „72 Stunden ohne Kompromiss“ 2008 einen Gedenkraum für das KZ-Außenlager Ternberg eingerichtet hatte. Von Mai 1942 bis September 1944 waren 400 republikanische Spanier als KZ-Häftlinge im Außenlager Ternberg inhaftiert, um von dort aus am Bau des Kraftwerks Ternberg und von Straßen in der Umgebung zu arbeiten. Daran erinnert seit 2008 ein Gedenkraum im Keller des „alten Pfarrhofs“ außerhalb des Ortes....

  • 07.10.21
„Ich bin eure Stimme“ heißt das Buch, in dem Nadia Murad ihre bewegende Geschichte erzählt.

Kopf der Woche: Nadia Murad
Sie wird nicht müde

Die jesidische Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad setzt sich gemeinsam mit Papst Franziskus für die Rechte unterdrückter Frauen in Afghanistan ein. Sie hätten angesichts der „herzzerreißenden“ Ereignisse in dem Krisenland entsprechende Ideen ausgetauscht, schrieb Nadia Murad auf Twitter. Vorige Woche war die Nobelpreisträgerin bei Papst Franziskus in Privataudienz gewesen. Dabei hatten die beiden auch über den Schutz von Minderheiten im Irak gesprochen. Sie waren einander bereits vorher...

  • 07.09.21
LISA-MARIA LANGHOFER
Redakteurin, lisa-maria.langhofer@kirchenzeitung.at

Meinung
Machtgier zerstört Leben

Es geht im Grunde immer um Macht. So viele Konflikte, wenn nicht gar alle, drehen sich darum, wer der oder die Stärkere ist. Sei es in einer Paarbeziehung oder unter beruflichen Konkurrent/innen, sei es auf dem globalen Parkett, wenn es um die Vorherrschaft in einem Land oder einer Region geht – wie aktuell in Afghanistan. Bei all diesen Konflikten werden oft jene vergessen, die sich nicht gegen die Machtgier der Erwachsenen wehren können: Kinder. In Kriegen und bewaffneten Konflikten stehen...

  • 07.09.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Sepp Forchers Tipp

Wie recht er doch hat, der Sepp Forcher. In einem Interview zu seinem 90er meinte er, dass die wahren Probleme im Inneren wohnten. Neid, Missgunst, Eifersucht… all diese Dinge haben ihren Ursprung in der Seele. Da brauche es das Gebet. Vom Beten zu reden ist ziemlich uncool. Selbst unter Katholiken hat es einen ausgesprochen negativen  Beigeschmack. Dabei kann es so stärkend und kraftvoll wirken. Und wenn es „nur“ ein Kreuzzeichen ist, das Eltern ihren Kindern auf die Stirn machen.

  • 02.09.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
921 Mails

Zurück vom Urlaub schaue ich in meinen Mailordner. Dort tummeln sich nach drei Wochen 921 Nachrichten. Als wichtigster Gebrauchsgegenstand erweist sich der digitale Papierkorb, als wichtigstes Leitmotiv die Frage: „Wem will ich meine Aufmerksamkeit schenken und wem nicht?“ Auch in der Meditation geht es um solche Fragen, wenn von Askese die Rede ist. Überflüssiges vermeiden, um Größeres zu gewinnen ist eine Überlebensfrage: im Kleinen wie im Großen, spirituell genauso wie ökologisch.

  • 18.08.21

Randnotiz von Lydia Kaltenhauser
Begegnungen

Freundinnen in den Arm nehmen, die ich über ein Jahr nicht gesehen habe. Lange Gespräche führen, von Angesicht zu Angesicht. Augenblicke, die sich nach über einem Jahr Pandemie fast unwirklich anfühlen – und unglaublich gut tun. Keine Videokonferenz der Welt kann mithalten. Die Wissenschaft erklärt es so: Körper und Geist sind bei einer Videokonferenz nicht am gleichen Ort. Der Körper bleibt immer zurück. Zudem strengt es an, ständig das eigene Gesicht zu sehen. Dass wir am Du zum Ich werden,...

  • 10.08.21

Beiträge zu Menschen & Meinungen aus

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