Tirol | TIROLER Sonntag - Menschen & Meinungen

Beiträge zur Rubrik Menschen & Meinungen

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Stressfasten

Fasten finde ich mühsam. Ich denke an Vorsätze und daran, wie schwer es manchmal ist, sich daran zu halten. Schweres hab ich genug, denke ich bei mir. Warum sollte ich mir noch was aufbürden? Nur gut, dass sich Kinder als wahre Meister der Meditation erweisen. Ich frage David, welchen Rat er für mich hat. „Tu Stressfasten, Papa! Ich mach das auch.“ Auf diese Idee wäre ich nie gekommen. Auf einmal erscheint das Fasten in einem ganz anderen Licht. Kreativ zeigt sich auch Davids Schwester: Sie übt...

  • 22.03.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Der Bergdoktor

Er ist immer zur Stelle, er hat immer Zeit – auf eine Tasse Kaffee, für ein gutes Gespräch. Er ist der Wahrheit verpflichtet und bringt so die Menschen in Verbindung mit sich selbst, der Wirklichkeit ihres Lebens. Mit der Folge, dass sie aufhören, vor sich und den anderen davon zu laufen. Was ihm für andere gelingt, bekommt er für sich selbst kaum auf die Reihe, ist manchmal auch blind. Die Rede ist vom „Bergdoktor“. Ein Seelsorger? Jedenfalls einer, der sich für andere die Haxn ausreißt. Das...

  • 12.03.21
„Ich lasse einen Ort zurück, den ich als Daheim bezeichne.“

Ordensfrau Katharina Laner im Gespräch
„Als Mensch angenommen“

Was die Ordensspitäler so einzigartig macht und wie sich Karriere und der Ruf Gottes vereinbaren lassen, erklärt Sr. Katharina, die langjährige Geschäftsführerin des Kardinal Schwarzenberg Klinikums. Seit Kurzem leitet sie die Provinz Graz-Mitteleuropa der Barmherzigen Schwestern. Interview: Alexandra Laubner Sie haben sich Ende 2020 als Geschäfts­führerin des ­Kardinal Schwarzenberg Klinikums ­verabschiedet. Was vermissen Sie am meisten? Das ist schwierig zu sagen, denn in den 41 Jahren sind...

  • 10.03.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Was bleibt?

„Ich hab‘ Dich gern“, sagt sie. Fast ein Leben lang. Doch mit dem Leben verändern sich die Worte. Und so wird durch manch leidvolle Erfahrung aus dem „Ich hab‘ Dich gern“ ein „Du kannst mich gern haben“. Es kann beklemmend sein, erleben zu müssen, wie das gemeinsame Dach verloren geht und Menschen ausziehen, weil sie sich nicht mehr daheim fühlen. Wenn Partnerschaft, Freundschaft oder Kirche kein Zuhause mehr bieten. Beklemmend für jene, die ausziehen und jene, die zurückbleiben. Ob gelingt,...

  • 04.03.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Weltmeisterin

Sie war sogar schneller. Und obwohl sie früher im Ziel war, wurde sie bei der Weltmeisterschaft in Cortina zunächst als Zweitplatzierte hinter Marta Bassino gereiht: Katharina Liensberger. Trotzdem strahlte sie: „Es ist, wie es ist. Ich freue mich riesig für die Marta, im Heimrennen Gold zu gewinnen, ist natürlich ganz was Spezielles“. So viel Mitfreude und Mitgefühl in so einem Moment. Hut ab! Wenig später wurde Katharina Liensberger doch noch offiziell zur Weltmeisterin gekürt. Eine Regel war...

  • 25.02.21

Kopf der Woche: Joseph Maria Bonnemain, design. Bischof von Chur
Ausgleichender Opus-Dei-Mann

Der 72-jährige Joseph Maria Bonnemain wird neuer Bischof von Chur in der Schweiz. Eigentlich hätte das Churer Domkapitel im November einen neuen Diözesanbischof wählen sollen. Allerdings hielt es mehrheitlich keinen der drei vom Papst Vorgeschlagenen für wählbar; auch nicht Bonnemain, der auf der Wahlliste stand. Nun ernannte ihn Franziskus direkt. Der designierte Bischof wandte sich nach der Bekanntgabe in einem Brief an die Menschen in seiner Diözese und nannte die Probleme beim Namen. „Wir...

  • 19.02.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Ritt am Limit

Jeder noch so kleine Fehler wird bestraft. Etliche mussten diese schon büßen: Daniel Albrecht, Hans Grugger, Brian Stemmle… Mit schwersten Kopf- und Brustverletzungen sowie Serienknochenbrüchen erreichten sie das Ziel nicht, sondern landeten im Krankenhaus. Die Liste der Verletzten des Hahnenkammrennens ist lang. Schon viel zu lang. Die Veranstalter des Rennens demonstrieren das Leben als Ritt am Limit. Ob dem Sport ein guter Dienst erwiesen wird, wenn er sich derart gnadenlos präsentiert,...

  • 02.02.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Offene Stalltür

Eisiger Wind blies uns ins Gesicht. Die klirrende Kälte nagelte sich in den Zehen und Fingern fest. Gut, dass wir bei unserer Skitour einen kundigen Begleiter dabei hatten, der sich im unbekannten Gelände zurecht fand und uns den Weg zur Almhütte wies. Und was für ein Geschenk: Der Bauer hatte die Hütte, als er sie winterfest machte, gut verschlossen aber nicht versperrt. Im Schafstall fanden wir genügend Stroh, um uns zu wärmen. „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ – Der Bauer war der...

  • 12.01.21
„Es macht mir Freude, mein Glück mit anderen zu teilen.“ DJ Ötzi

DJ Ötzi, Musiker und Geburtstagskind
Das Glück teilen

Gerry Friedle, besser bekannt als DJ Ötzi, feiert am 7. Jänner seinen 50. Geburtstag. Kraft schöpft der Schlagerstar auch aus dem Glauben. Er hätte gerne Philosophie oder Theologie studiert, verriet er nun. Mit über 16 Millionen verkauften CDs gilt der Tiroler Sänger und Entertainer DJ Ötzi als einer der erfolgreichsten Musiker aus dem deutschsprachigen Raum. Seine Schlager „Anton aus Tirol“ und „Hey Baby“ führten um die Jahrtausendwende die Charts an. Obdachlos Doch Gerry Friedle kannte nicht...

  • 07.01.21

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Jesus im Kommen

Eigentlich eigenartig. Vier Wochen lang Ankunft feiern? Heißt doch Advent Ankunft. Vier Wochen Ankunft feiern von jemandem, der erst geboren wird? Hineinübersetzt in unseren Alltag müsste das wohl heißen, mehr so zu leben und zu reden, dass Jesus erst im Kommen ist. Und nicht so, als hätten wir den Glauben im Sack wie ein Taschentuch oder eine Atemschutzmaske. Kommt Jesus wie ein Gebrauchsgegenstand daher, nützt sich der Glaube ebenso schnell ab wie er unbrauchbar wird.

  • 18.12.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Planungssicherheit

Planungssicherheit hatte das Volk Israel eigentlich nie: in Ägypten nicht, beim Auszug nicht, und auch später nicht… das Volk musste ins Exil und kaum war es wieder zu Hause, drohte schon wieder Gefahr. Auch heute gibt es in Wirtschaft, Politik und Kirche weniger Planbares als manchen recht ist. Worauf sollen jene, die Prognosen aufstellen, ihre Annahmen gründen? Zahlen geben zur Zeit wenig her. Aber auch darin liegt eine Chance: den Blick dorthin zu wenden, was letztlich hält und bleibt.

  • 09.12.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Gott ist wie ein Fischer

Gott ist wie ein Fischer, der die Angel der Liebe auswirft. Er will uns fangen: „Suche allein diese Angel, dann wirst Du liebevoll gefangen, und umso mehr gefangen, umso mehr bist Du befreit.“ Dieses wunderschöne Bild von Meister Eckhart (1260-1328) wirft Fragen auf: Woran hängen wir unser Herz? Wie lassen wir uns ködern? Mobilfunkbetreiber, Designer, Autobauer und Glücksspielkonzerne… sie alle werfen ihre Angeln aus. Jesus versucht die Menschenmit Liebe und Freiheit zu locken. Ob wir...

  • 01.12.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Ohne Ausnahme freundlich

In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie so oft mit Behörden zu tun wie in den letzten Wochen. Das Fazit nach Ende meiner zweiten Quarantäne: Die vielen Mitarbeiter/innen waren am Telefon ohne Ausnahme freundlich, zuvorkommend und verständnisvoll. Und das obwohl die Berge an Arbeit riesig und die Anforderungen immens sind. Solche Stimmen machen Stimmung. Diese hoch zu halten ist in der jetzigen Situation besonders wichtig. Ein positiver Nebeneffekt ist hoffentlich, dass wieder mehr bewusst...

  • 16.11.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Antwort auf den Anschlag

Die Schüsse in Wien gehen jedem unter die Haut. Denn eines ist gewiss: Sie könnten jeden treffen. Und sie könnten auch jedem das Leben kosten. Wer Verwandte oder Freunde in Wien hat, hat sich besorgt gefragt: Sind sie in Sicherheit? Die Terroranschlag ist auch ein Anschlag auf all jene Werte, für die Österreich steht: Zusammenhalt, Mitgefühl, Fürsorge, Anteilnahme, ein Leben in Freiheit, Vielfalt und gegenseitigem Respekt. Die Antwort auf den Anschlag heißt, persönlich für diese Werte...

  • 10.11.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Verraten und verlassen

Der Ehepartner? Die Kinder? Der Pfarrer? Der Bürgermeister? Die Polizei?… Für wen legen Sie die Hand ins Feuer? Tatsächlich lebt unser Miteinander von gegenseitigem Vertrauen. Die Erfahrung lehrt aber auch die Kehrseite. Immer wieder erzählt die Bibel, wie Vertrauen missbraucht wird. Judas verrät Jesus, die Apostel schlafen ein, als Jesus am Ölberg mit Gott und sich kämpft. Das Wissen um solche Geschichten kann helfen, wenn auch Sie sich verraten und verlassen fühlen. Die Schlussfolgerung der...

  • 03.11.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Aus Fehlern lernen

Nun liegt der Bericht der Ischgl-Kommission also auf dem Tisch und spricht von „groben Fehleinschätzungen“. Dass es in der Vorgehensweise der Behörden und politisch Verantwortlicher schwere Mängel gab, sagte einem der Hausverstand schon vorher. Die große Chance dieses Berichtes liegt nun darin, anhand der dokumentierten Aussagen eine Verbesserung der Abläufe in Angriff zu nehmen. Zur politischen Aufarbeitung aber gehört eine sachliche Diskussion – abseits von reflexhaftem Draufhauen,...

  • 20.10.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Auf dem Bankl vor der Alm

Der Nebel drückte schwer über die Scharte, dazu der eisig kalte Jochwind. 200 Meter unterhalb vom Pass kamen wir zu einer alten Almhütte. Vorn heraußen saß der Hirte. Von Juni bis Ende September sei er hier heroben, meinte er. Und: Er habe alles, was es zum Leben brauche. Kartoffel, Bier, Schüttelbrot, an Kas,… Schon als Bub war er mit seinem Papa auf der Alm – jeden Sommer. Tausende Male hat er die Täler, die Berge, den Himmel von seinem Bankl aus angeschaut. Eine Bank wie ein Oberservatorium....

  • 07.10.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Der Kultstatus der Effizienz

Das Wort „Effizienz“ hat Kultstatus. Wer will schon nicht effizient arbeiten? Mit möglichst geringem Aufwand eine möglichst hohe Wirksamkeit erreichen. Arbeitnehmer bekommen Effizienz meist so zu spüren, dass sie für gleich viel oder mehr Arbeit weniger Zeit haben. Zur Begründung heißt es dann, es würde an der sog. „Kostenschraube“ gedreht. Wer an solchen Schrauben dreht, sollte auch an die sozialen Folgekosten denken. In Zeiten der Corona-Pandemie sind Familien zum Teil massiv unter Druck. Da...

  • 01.10.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Königliches Zuhause

Alle 45 Minuten kommt einer: Um 12.30 Uhr der Älteste, um 13.15 Uhr das Madl, um 14 Uhr der andere Bua. Es gibt Mamas (und Papas), die während der Schulzeit stundenlang in der Küche stehen. Wenn die Kinder heimkommen, soll was Warmes am Tisch stehen. Nicht nur Essen sondern auch Aufmerksamkeit. Darauf wird es im neuen Schuljahr wieder ankommen: auf das Zuhören. Ein biblischer Musterschüler war König Salomo. „Gib mir ein hörendes Herz!“ betete er zu Gott. Ob in der Schule oder zu Hause:...

  • 29.09.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Milchstraßen-Erfahrung

Bei wolkenlosem Himmel auf einem Gipfel zu übernachten hilft Manches im Leben zu relativieren. Kleiner kann man sich angesichts der Größe der Milchstraße nicht fühlen. Von den 400 Milliarden Sternen sind mit freiem Auge überhaupt nur 6.000 zu sehen. Ein kleiner wissenschaftlicher Hinweis, wie kurzsichtig Menschen sein können. Wer sich dieses Wissen zu Herzen nimmt – etwa für das Miteinander in der Familie oder an der Schule – hat viel gewonnen. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass das Leben einen...

  • 16.09.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Eisgasse

„Eisgasse“ nennt sich ein Kunstwerk des Tiroler Architekten Oliver Irschitz in den Kristallwelten Wattens. Mit jedem Schritt wächst aus dem Boden ein helles Licht, das sich allmählich in Kristalle verwandelt. Im völlig abgedunkelten Raum entfaltet diese Installation eine beeindruckende Wirkung. Der eigene Weg wird zum Lichtweg. Das entspricht der Sehnsucht, die Jesus erfüllt: Dass aus dem, was wir sind, Licht erwachsen möge – für uns selbst und andere. Von einem Lichtweg, den hunderte Kinder...

  • 08.09.20

Randnotiz von Gilbert Rosenkranz
Geht hinaus!

Beim Wort Mission wird mir manchmal ein wenig mulmig. Jahrhundertelang geschahen unter diesem Deckmantel schwerste Verbrechen. Von Sendungsauftrag zu sprechen, sagt mir da schon mehr zu. „Geht hinaus!“ meint Jesus. Da steckt Bewegung drin. Bewegung hinaus aus sich selbst. In einem Lied klingt an, warum der Sendungsauftrag überlebensnotwendig für die Kirche ist: „Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht…“ Wir richten uns gern in einem hübschen, kleinen Schrebergarten ein. Da tut es gut, sich...

  • 01.09.20

Randnotiz von Lydia Kaltenhauser
Alles richtig gemacht?

„Alles richtig gemacht.“ Immer öfter kommt mir dieses scheinbar neue geflügelte Wort zu Ohren. Als anerkennender Kommentar für die Lebenssituation von Mitmenschen: Alles richtig gemacht – bei der Partnerwahl, beim Wohnungskauf, im Bewerbungsgespräch, bei der Kindererziehung ... Kann es das geben? Ein beunruhigender Gedanke. „Herr, bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsste im Leben alles glatt gehen“, betete Antoine de Saint-Exupéry. Wir wachsen durch Fehler und Niederlagen, gerade auch...

  • 06.08.20

Randnotiz von Lydia Kaltenhauser
Es wird scho' recht werden

Die ältere Dame hatte zu einemgroßen Lamento über die Situation der Kirche im Allgemeinen und Besonderen ausgeholt. Eine andere hatte ihr lange geduldig zugehört und meinte schließlich: „Es wird scho‘ recht werden.“ Sprach‘s, schnappte sich die Gießkanne und ging die Gräber auf dem Klosterfriedhof gießen, für deren Pflege sonst niemand Zeit hatte. Unerschütterliches Gottvertrauen, gepaart mit einem nüchternen Blick für das, was hier und heute zu tun ist. Trotz aller Frustrationen und...

  • 06.08.20
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