Weihnachten woanders | Teil 02
Wir erdrücken Weihnachten nicht

Auf der Suche nach Auszeit: Weihnachten im Wellness-Hotel der Therme Blumau feiern.
  • Auf der Suche nach Auszeit: Weihnachten im Wellness-Hotel der Therme Blumau feiern.
  • Foto: Breser, Franke
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„Ich glaube, die Menschen heute sind zu sehr im Stress. Man erträgt das weihnachtliche Getummel nicht mehr“, behauptet Melanie Franke. Sie stellt fest: „Egal zu welcher Gesellschaftsschicht die Leute gehören – sie haben die Sehnsucht, wieder zu sich selbst zu finden, besinnliche Momente zu genießen und in Ruhe Weihnachten zu feiern.“ Als Managerin in der Wellness-Therme Blumau tut sie alles dazu, um den Gästen Entspannung und Auszeit zu gönnen. „Die Menschen wollen weg vom Rummel und wünschen sich zumindest zu Weihnachten Zeit, die sie mit ihrem Partner verbringen können.“

Wenn Melanie Franke das Weihnachtsfest in der Therme organisiert, hat sie ein Motto: „Wir erdrücken Weihnachten nicht.“ Sie will keine Verkitschung des Festes, sondern möchte den Gästen Weihnachten „auf ruhige Art“ wieder nahe bringen. Und: Man soll in Blumau „das Ursprüngliche und Natürliche“ wieder spüren. „Bei uns erlebt man Weihnachten auf andere Art: Nicht durch Aktionen, sondern in Besinnlichkeit.“ Offene Feuerstellen, natürliche grüne Tannenbäume, ein indischer Räuchermeister, der die Gäste im Thermalbad mit dem Duft weihnachtlicher Harze einstimmt, ein weihnachtlicher „Gedankenpfad“ im Freien, bei dem man Krippenfiguren aus Glas mit Steinen (Symbole für weihnachtliche Gedanken) auffüllen kann.

Speziell am Heiligen Abend sollen Bratäpfel, Lebkuchen, Maroni, Glühwein und Teestationen den weihnachtlichen Stresspegel senken und zum tiefen Durchschnaufen einladen. Man lädt zu einer ausgiebigen Winterwanderung und zum „Sterne-Schauen“ auf einer beheizten Liege im Freien. Am weihnachtlichen Buffet tischt man Spezialitäten aus der Region auf: Weihnachtsgans und Zwetschken in Speckmantel inkludiert. Und gegen Mitternacht bricht man mit Fackeln zur Christmette auf. „Wir gehen dann den Weg zum kirchlichen Weihnachtsfest gemeinsam“, erklärt Franke. Weiters fordert man die Gäste auf, aus Holz Anhänger zu basteln und damit den großen Weihnachtsbaum zu schmücken. „Die Gäste können darauf ihre ganz persönlichen Weihnachtswünsche schreiben. Somit schaffen wir auch etwas Gemeinschaftliches.“

Neben Pärchen definiert Melanie Franke auch Alleinstehende als Zielgruppe für ihre Weihnachtsplanung: „Es gibt etliche Gäste bei uns, die ganz allein sind, keine Familie haben und auch nicht mit anderen feiern können. Hier im Haus schaffen wir ihnen ein schönes Ambiente und vermitteln das Gefühl von Gemeinschaft.“ Aufdringlichkeit will man aber vermeiden: „Leute, die zu uns kommen, wollen weg von den Zwängen, die ihnen von außen aufgebrummt werden. Sie wünschen sich mehr Freiraum, um sich auf sich selbst zu besinnen.“

Ihre Arbeit bezeichnet Melanie Franke als ein „Näherbringen von Weihnachten“: „Ich stimme die Menschen ein, Weihnachten intensiv zu erleben. Eigentlich ist es aber ein Fest, das man nicht inszenieren kann, sondern das man im Herzen feiert.“ Und sie fügt hinzu: „Weihnachten entsteht letztlich von selbst, weil viel Freude da ist.“

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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