Wo i geh und steh ... | Teil 07
Verweile Augen-Blick ...

Seh ich deine Himmel, die Werke deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, du hast ihn gekrönt mit Pracht und Herrlichkeit.
PSALM 8,4–6

Gott,
mach mein Leben
durchlässig
für dich

wie ein Kunstwerk
deine Gegenwart
durchscheinen lässt

wie ein Glasfenster
dein Licht
farbenfroh enfaltet

So
farbenfroh
ausdrucksstark
tief
dich abbildend
will ich leben.

Impuls

Manche ZeitgenossInnen sagen, „die Kirche gehört ins Museum“ und meinen damit: Sie ist nicht mehr zeitgemäß. Ich denke eher: Kirche gehört in den Alltag, auf die Straße, unter die Menschen! Aber ich glaube auch: „Viel Kirche“ und Glaubenserfahrung ist gespeichert in Kunstwerken in Museen. Ein Museum – Erfahrungsort für Gott?
In den Jahren 2015–16 ermöglichten neue Technologien spektakuläre Aufnahmen der Meisterwerke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Ein Bildband fasst die Ergebnisse zusammen. Was hier an Schönheit zutage gebracht wurde, ist es wert, „göttlich“ genannt zu werden. Was Michelangelo, Boticelli, Perugino und Co. in die Gesichter der Menschen auf den Fresken gezaubert haben, das sind Schnappschüsse echter Gottesnähe: Erschrecken, Furcht, Staunen, Lieben, Vertrauen … Diese Gemälde bezeugen: Wenn Gott auf den Menschen trifft, beginnt etwas unbeschreiblich Neues.
Auch die moderne Kunst vermag auf aufrüttelnde Weise die Frage nach Gott zu stellen und persönliche Antwortversuche der Künstler und Künstlerinnen anzubieten. So ist jedes Museum unter anderem eine Einladung, tiefer zu schauen: durch die Kunst hindurch zum Künstler und durch ihn zur Künstlerin hinter aller Kunst: zur schöpferischen Geistkraft.

konkret: Die Lebenskunst

  • Welche Gegenstände oder Bilder in deinem Haus haben für dich „historischen Wert“, weil sie dich an jemanden oder etwas erinnern? Lass dich von ihnen in die Vergangenheit entführen!
  • Mach mit einem Fotoalbum oder deinen Fotos am Handy eine Zeitreise in die Vergangenheit! Fotos speichern schöne Momente. Genieße diese Summe an Glück und lade deine Batterien dabei auf. Danke Gott für alles Gelungene!
  • Sommer ist auch Zeit des Ausmistens. Was in deiner Wohnung/in deinem Leben gehört ins Museum? Befrei dich von Lasten, die nicht sein müssen! 

Marlies Prettenthaler-Heckel
ist Mutter von vier Kindern und Fachreferentin für Glaube & Verkündigung im Fachbereich Pastoral & Theologie.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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