Einfach Glauben | Teil 08
Die österliche Melodie hat viele Strophen

Rätselhaft ist manchmal die Melodie der Liebe, die der Unendliche in seiner Schöpfung spielt.
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Die Gottesfrage ist und bleibt eine der Grundfragen des Menschen. Wie Philippus beim letzten Abendmahl in Joh 14,8 haben wir an Jesus die Frage gestellt: „Herr, zeige uns den Vater – und es genügt uns!“ Jesus hat geantwortet: „Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? „Weil wir so wie Philippus schon lange von Jesus wissen und ihn doch zu wenig erkannt haben, haben wir uns in einem zweiten Schritt diesem Jesus zugewandt, damit wir neu und tiefer sein Wort „Wer mich gesehen hat, der hat den Vater gesehen…“ begreifen. Wir haben gesehen, dass die Schrift bezeugt, dass er einerseits ganz Mensch bis in das tiefste seelische Leid hinein ist und andererseits immer wieder seine unglaubliche Würde und seinen Anspruch auf göttliche Hoheit aufstrahlt.

Ein Singen über der Erde
Am Ostermorgen feiern wir den entscheidenden Durchbruch, den unverhüllten Sieg Jesu Christi, in dem sich Gott uns zugewandt und geoffenbart hat. Als Christinnen und Christen dürfen wir um Ostern das Sprichwort wagen, dass „der Himmel voller Geigen hängt“. Vielleicht sollten wir versuchen, die Grundmelodie herauszuhören, die der Unendliche in seiner Schöpfung spielt: Manchmal ist sie rätselhaft, fast unstimmig. Dann wiederum mündet sie in ein strahlendes Finale wie die neunte Symphonie von Beethoven.

Die vielen Strophen
Da ist die „Strophe der Trotzdem-Liebe“. Gott wollte, dass seine Liebe gegen das Chaos in der Welt antrete. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab.“ Hier berühren wir das Geheimnis, warum Gott Leid, Tod und Böses zulässt.

Unüberhörbar ist die „Strophe der Barmherzigkeit“. Das Evangelium singt sie immer wieder: Im Bild vom guten Hirten, in der Rede Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen setzt sich diese Melodie gegen alle Tabus und Vorurteile der damaligen Gesellschaft durch. Ganz deutlich wird die Strophe der Barmherzigkeit in der Szene mit der Ehebrecherin. Nicht einmal die Hammerschläge der Kreuzigung können die Strophe der Barmherzigkeit übertönen. Jesus sagte: „Vater, verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Das erste Wort des Auferstandenen an die Jünger ist der gütige Klang des Sündennachlasses. Es stimmt, dass ich an eine überwältigende Barmherzigkeit Gottes glaube. Sie allein macht mein Leben erträglich. Jesus ließ hie und da in seinem Liebeslied auch die Strophe mit der Posaune und dem Paukenschlag anklingen. Aber wenn wir genau hinhören, ist Christus hart mit den Harten und mild mit den Schwachen.

Zur österlichen Melodie von der Liebe, die die Wasser nicht löschen und die Ströme nicht überfluten können, reiht sich die „Strophe des Helfens“. Der heilende Herr hat diese Strophe der Zuwendung und Einfühlung, des Mittragens und der Solidarität angestimmt.

Das also hat der sich offenbarende Gott in seine Schöpfung hineinkomponiert, in vielen Strophen und Variationen, manchmal piano, manchmal fortissimo.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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