Heilige Alltagshelfer | Teil 5
Besonders steirisch verehrt
- Pfarrkirche St. Josef in Turrach
- Foto: Harry Schiffer Photodesign
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Die Steiermark hat ihre Lieblingsheiligen – über Josef, Judas Thaddäus und Clemens I.
Hl. Josef von Nazareth
Gedenktag: 19. März
Darstellung: als bärtiger Mann
Attribute: Lilie, Jesuskind, Zimmermannswerkzeug
Patron: Landespatron der Steiermark
Ein älterer Mann, der Jesus auf dem Arm trägt und eine Lilie hält: dieses Bild Josefs entsteht im Spätmittelalter. Im 18. Jahrhundert wird er zum Ideal des verlässlichen Familienvaters, der arbeitet, für seine Familie sorgt und Verantwortung übernimmt.
Für Österreich spielt Josef schon früh eine besondere Rolle: 1654 erhebt Ferdinand III. seinen Gedenktag in Teilen der Steiermark zum Feiertag. Leopold I. macht ihn 1675 zum Schutzpatron des Hauses Habsburg und gibt sogar seinem Sohn den damals ungewohnten Namen Josef. Unter Maria Theresia folgt 1772 die offizielle Ernennung zum Landespatron der Steiermark.
So wird Josef zu einer Leitfigur für das gesellschaftliche Ideal der Habsburgerzeit: Fleiß, Arbeit, Schutz und familiäre Ordnung.
Hl. Judas Thaddäus
Gedenktag: 28. Oktober
Darstellung: als Apostel
Attribute: Buch, Christusbild, Keule
Patron: bei schweren Anliegen und Nöten, in verzweifelten Situationen
Über Judas Thaddäus weiß man wenig – die Bibel bleibt knapp, die Tradition ist voller Verwechslungen. Sicher ist nur: Er gerät früh in Vergessenheit, weil sein Name dem des Verräters zu ähnlich ist.
Der Überlieferung nach wirkt er gemeinsam mit Simon dem Zeloten in Persien. Dort geraten beide in Konflikt mit Mithras-
priestern. Die Legende erzählt brutal weiter: Simon wird zersägt, Judas Thaddäus mit einer Keule erschlagen.
In der Steiermark wird er ab dem 18. Jahrhundert zum Fürsprecher in aussichtslosen Situationen. Häufig in Eingangsnähe positioniert, bisweilen im Halbdunkel, wird er en passant (im Vorbeigehen) verehrt und bedankt, wie Opferkerzen und Votivtafeln oft zeigen.
Hl. Clemens I.
Gedenktag: 23. November
Darstellung: als Papst
Attribute: Papstkreuz, Tiara, Anker, Beil
Patron: Forstarbeitende, WaldwirtschafterInnen, Steinmetze, Seeleute
Clemens gilt als enger Vertrauter von Petrus und wird Ende des 1. Jahrhunderts Bischof von Rom. Der Legende nach wird er auf die Krim verbannt, wo die Menschen unter extremem Wassermangel leiden. Beim gemeinsamen Gebet sieht er ein Lamm scharren, schlägt mit der Hacke in den Boden – und eine Quelle bricht hervor.
Unter Diokletian endet sein Leben brutal: Mit einem Anker um den Hals wird er ins Schwarze Meer gestoßen.
In der Steiermark bekommt Clemens später eine ganz eigene Rolle: Er wird zum Patron der Holzknechte und der Forstwirtschaft – obwohl das historisch nirgends steht. Vielleicht wegen Hacke, Anker, Beil;
vielleicht wegen seines Gedenktags am Ende des Arbeitsjahres. Jedenfalls feiern ihn Forstbetriebe bis heute bei
Klementi‑Feiern im ganzen Land.
Maria Wilbrink
Übrigens ...
... bislang hat die Steiermark keine eigenen Seligen oder Heiligen hervorgebracht. Doch laufen mehrere Seligsprechungsverfahren – unter anderem seit 2022 für Barbara Sicharter und Maria Krückl aus dem Orden der Vorauer Marienschwestern oder seit 1956 für Maria Lichtenegger aus St. Marein bei Graz.
Ausstellung bis 11. Oktober 2026 im Diözesanmuseum Graz, Bürgergasse 2, 8010 Graz.
Di bis Fr: 9 bis 17 Uhr,
Sa, So & Feiertage: 11 bis 17 Uhr
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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