Brasilien
Reale Gefahr der Diktatur

Bischof Kräutler versucht seit Ausbruch der Corona-Pandemie über Video mit den Menschen in Kontakt zu bleiben.
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Bischof Kräutler übt erneut Kritik am brasilianischen Präsidenten.

Bolsonaro nehme in der aktuellen Corona-Krise, die Brasilien besonders hart treffe, durch sein fahrlässiges „menschenverachtendes Verhalten Zehntausende Tote in Kauf“, sagte Kräutler in einem Interview. Seit Monaten warnen die brasilianischen Bischöfe davor, dass Brasilien sich zu einer Diktatur verwandle. Diese Gefahr sei real, so Kräutler: Als Präsident strebe Bolsonaro nach einer Alleinherrschaft, wähne sich über der Verfassung und trete die Gewaltenteilung mit Füßen: „Die Allüren und Manien Bolsonaros erinnern tatsächlich an Diktatoren noch nicht lange vergangener Zeiten.“
Im Gegensatz zur brasilianischen Oberschicht, deren Vertreter Bolsonaro sei, treffe die aktuelle Corona-Krise gerade die Ärmsten der Armen, führte der frühere Bischof weiter aus, der seit zwei Monaten „als ‚Eremit‘ im Bistumshaus in Altamira“ lebt, wie er berichtet. Besonders gefährdet seien die Indigenen, für die die Pandemie „zu einem Genozid“ werden könne, befürchtet Kräutler: „Alle Indigenen sind in großer Gefahr. Denn Tatsache ist, dass ihr Immunsystem für eingeschleppte Krankheiten besonders anfällig ist.“
In Brasilien sind nach jüngsten Angaben bereits rund 30.000 Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben. Im globalen Vergleich liegt Brasilien mit fast einer halben Million Infizierten nach den USA an zweiter Stelle.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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