Kirche Österreich
Einander hören
- Der Dominikaner-pater und Kardinal-diakon Timothy Peter Joseph Kardinal Radcliffe referierte bei der Österreichischen Pastoraltagung in Salzburg.
- Foto: M. Greil
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Österreichische Pastoraltagung 2026 in Salzburg versammelte christliche Perspektiven zur Verwundbarkeit.
Mehr als 10.000 Anrufe im Jahr, und über 40.000 Beratungen im Chat: Zahlen, wie die von Katja Schweitzer vorgestellten zeigen: Vielen geht es nicht gut. Die Leiterin der Salzburger Telefonseelsorge sprach darüber im Rahmen der diesjährigen „Österreichischen Pastoraltagung“. Rund 400 Teilnehmende aus Österreich, Italien, Südtirol, der Schweiz und Deutschland hatten sich von 8. bis 10. Jänner in Salzburg zusammengefunden, um unter dem Generalthema „Verletzlich. Berührbar. Christliche Perspektiven zur Verwundbarkeit“ zuzuhören, zu referieren und diskutieren.
Unter den Teilnehmenden waren auch Bischof Wilhelm Krautwaschl, die Weihbischöfe Johannes Freitag, Anton Leichtfried und Stephan Turnovszky sowie der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka. Christine Rod von der Österreichischen Ordenskonferenz war ebenso gekommen wie der Europa-Koordinator der Steyler Missionare, Franz Helm, und Ferdinand Kaineder, Präsident der Katholischen Aktion Österreich und auch mehr als 30 Teilnehmend aus der Diözese Graz-Seckau.
Einander sehen. Von „guter Stimmung“ bei einem gleichzeitig „sehr fordernden Thema“ berichtete Anton Tauschmann, Leiter des Bereich Seelsorge der Diözese Graz-Sekau, und lobte die „vielfältigen Zugänge“. So näherte sich der Linzer Dogmatiker Franz Gruber dem Thema „Verwundbarkeit“ aus einer systematisch-theologischen Perspektive. Am „Marktplatz“ war neben der Notfallseelsorge und Krisenbegleitung auch die Stabsstelle für Prävention von Missbrauch und Gewalt vertreten.
Neben der Innsbrucker Theologin Michaela Quast-Neulinger die u. a. über „Machtmissbrauch“ sprach, referierte auch Kardinal Timothy Radcliffe. Er plädierte für eine dialogfähige Kirche. „Christliche Identität ist kein Mittel zur Abgrenzung“, sagte er in seinem Vortrag, den er auf Englisch hielt. Christinnen und Christen müssten lernen, „wehrlos zu sein, ohne zermalmt zu werden“. Christliche Existenz beginne dort, wo Menschen einander wirklich sehen; dies schließe auch MigrantInnen sowie Frauen ein. Der britische Dominikaner sprach sich zudem für den Frauendiakonat aus – „I am in favor“ (dt. „ich bin dafür“) – und für den synodalen Weg einer „entklerikalisierten Kirche“, in der die Stimmen von Frauen und Männern gehört würden, aus.
Zur Tagung
Von der Österreichischen Pastoralkommission und dem Österreichischen Pastoralinstitut (ÖPI) organisiert, besteht die Pastoraltagung bereits seit 1931. Mit rund 400 Teilnehmenden aus Seelsorge, Religionspädagogik und weiteren kirchlichen Diensten aus dem In- und Ausland ist das Treffen die größte Seelsorge-Fachtagung des Landes. Die nächste „Österreichische Pastoraltagung“ findet von 7. bis 9. Jänner 2027 statt und widmet sich dem Thema Frieden.
Infos: pastoral.at/pastoraltagung
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.