Kanada
Demütig auf einen Weg der Versöhnung einlassen

Die Kirche in Kanada will Versöhnung stiften im Fall der anonymen Kindergräber, die bei ehemaligen Umerziehungsheimen für indigene Kinder gefunden wurden.
  • Die Kirche in Kanada will Versöhnung stiften im Fall der anonymen Kindergräber, die bei ehemaligen Umerziehungsheimen für indigene Kinder gefunden wurden.
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Kanada. Diözesen leisten Aufklärungs- und Versöhnungsarbeit.

Als Reaktion auf die Tragödie der Internatsschulen für Indigene, die nach der Entdeckung von hunderten anonymer Gräber für Empörung sorgte, schreiten immer mehr kanadische Diözesen zur Tat. Nachdem vor einigen Tagen bereits ein Dokument veröffentlicht wurde, das Antworten auf die Fragen vieler Gläubiger zu dieser dunklen Seite in der Geschichte des Landes geben soll, kündigte nun die Erzdiözese Toronto neue Initiativen an.

Es handelt sich dabei u. a. um Bildungsprojekte, die darauf abzielen, Geistliche und Gläubige über das „tragische Erbe der Internatsschulen“ zu informieren. Konkret geht es um Initiativen zur psychologischen und spirituellen Unterstützung der Überlebenden und derjenigen, die immer noch unter den Traumata leiden, die von den Generationen vererbt wurden, die diese Erfahrung durchlebten. Weiters startet eine Spendenkampagne zur Finanzierung der „laufenden Heilungs- und Versöhnungsbemühungen“.

Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 1883 und 1996 150.000 indigene Kinder aus ihren Familien gerissen und gezwungen wurden, staatliche Internatsschulen, oft kirchlich geführte, zu besuchen, als Teil der Politik zur Assimilierung der indigenen Bevölkerung. Im Jahr 2015 veröffentlichte die kanadische Wahrheits- und Versöhnungskommission nach sieben Jahren Forschung einen Bericht, der die Misshandlung und die schlechten Bedingungen, unter denen diese Kinder leben mussten, detailliert beschreibt. Viele von ihnen – mindestens 4000 – starben an Krankheiten, Hunger, Kälte und anderen Ursachen, die noch nicht geklärt sind.

In den letzten Wochen haben sich die kanadischen Bischöfe mehrfach zu Wort gemeldet, um ihre Solidarität und die Bereitschaft der Kirche auszudrücken, mit den sogenannten „First Nations“ bei der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit zusammenzuarbeiten. Eine Einladung an die politischen und religiösen Autoritäten Kanadas, sich „demütig auf einen Weg der Versöhnung und der Heilung einzulassen“, sprach auch Papst Franziskus aus, nachdem der Fall bekannt geworden war.

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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