12. Sonntag i.JK26: H. Sebastian Schmölz
Jesu Zuspruch: Fürchtet Euch nicht!

Die Entsendung der Apostel – das Fresko von Domenico Ghirlandaio (1449-1494) befindet sich in der Sixtinischen Kapelle.  | Foto: Gemeinfrei
  • Die Entsendung der Apostel – das Fresko von Domenico Ghirlandaio (1449-1494) befindet sich in der Sixtinischen Kapelle.
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Am letzten Sonntag hörten wir im Evangelium von der Aussendung der zwölf Apostel: Sie sind beauftragt, das nahende Himmelreich zu verkünden, Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken, Aussätzige reinzumachen und Dämonen auszutreiben. Sie sollen den Heiland bezeugen, sein Heil verkünden und die Menschen heilen.
Doch damit endet die Aussendungsrede nicht.

In der heutigen Evangelienstelle hören wir einen weiteren Ausschnitt davon: Jesus sendet seine Apostel aus. Dabei weiß er, dass auch sie schwach und ängstlich sind. Gerade in den Passionsberichten wird uns das noch sehr viel deutlicher vor Augen geführt. Damit sie sich vor den Herrschern und Mächtigen, den Nachstellungen der Gegner oder den Zeitströmungen nicht fürchten, ruft Jesus ihnen zu – „Fürchtet euch nicht!“ Der Herr ermutigt sie, und das nicht einmal, nicht zweimal, sondern gleich dreimal. Es ist nicht so sehr ein Appell an Soldaten wie „Jetzt reißt euch zusammen“ oder „Lasst euch nicht unterkriegen“; nein, der Herr spricht ihnen Mut und Vertrauen zu. Der Herr wird sie nicht alleine lassen, und der Herr wird ihnen keine Aufgabe geben, die sie letztlich nicht bewältigen können. Wir können nicht tiefer fallen als in die Hand Gottes, und ebenso wenig konnten es die Apostel.

Diese Worte der Frohen Botschaft haben nicht nur diese zwölf Apostel motiviert, sondern viele Christen, die die Worte Jesu Christi als Auftrag verstanden und angenommen haben, mit der Heiligen Schrift die Welt zu verändern.

Wir denken an die unzähligen Heiligen und Märtyrer, die im Laufe der Jahrhunderte ihre „Heidenangst“ überwunden haben und sich vollen Mutes zu Jesus Christus bekannt haben. Sie haben gewusst: Da ist einer, der sich so sehr um seine Schöpfung sorgt, dass er sich sogar um die Spatzen kümmert. Wie viel mehr kümmert er sich um die Menschen! Die Botschaft hat die Heiligen zum Bekenntnis in Wort und Tat gedrängt.
So waren es, wenn wir nur das letzte Jahrhundert betrachten, im Nationalsozialismus die bekennenden Christen Franz Jägerstätter, P. Maximilian Kolbe, Theresa Benedicta vom Kreuz (Edith Stein), die Lübecker Märtyrer und viele mehr, für die Jesus Christus nicht nur ein Lippenbekenntnis war, sondern für die es darum ging, auch im Leiden an ihn zu glauben.

In der Zeit der kommunistischen Regime fielen nicht nur während der „stalinistischen Säuberungen“ unzählige Priester, Mönche und Laien dem Hass auf Christus zum Opfer. Christen wurden schikaniert, verfolgt, getötet, wenn sie nur an ihrem Glauben an Jesus Christus treu festgehalten haben.

„Die Kirche ist überzeugend, wenn sie Christus treu bleibt!“

Erst vor wenigen Tagen wurden im mährischen Brünn (Brno) von Kardinal Michael Czerny die Priester Jan Bula (1920–1952) und Václav Drbola (1912–1951) seliggesprochen, die nach falschen Anklagen und Schauprozessen des kommunistischen Regimes hingerichtet worden waren. „Die Kirche überzeugt nicht, wenn sie nachgiebig und wenig anspruchsvoll ist; die Kirche ist überzeugend, wenn sie Christus treu bleibt“, so Kardinal Czerny bei der Seligsprechung.

Bis zum heutigen Tag werden in vielen Ländern Christen verfolgt, gefoltert und auch ermordet – eben allein aus dem einfachen Grund, weil sie Christen sind.

Fürchtet euch nicht! Diese Worte ruft uns Jesus auch heute zu. Wie oft hindern uns Furcht, vielleicht auch Feigheit, daran, den Glauben zu verkünden, für Gottes Reich und auch für andere Menschen einzutreten. Wir wollen möglichst nicht auffallen, machen uns Gedanken darüber, was andere über uns sagen könnten. Oftmals nehmen wir eine falsche Rücksicht. Um aber mutig und furchtlos auftreten zu können, muss man selbst überzeugt sein von dem, was man tut, überzeugt sein von Gott, für den man Zeugnis ablegt. Sei ganz sein Eigen oder lass es ganz sein!

Was hindert uns daran, Mut zu haben und mit Begeisterung die Frohe Botschaft, ob gelegen oder ungelegen (2 Tim 4,2), zu verkünden? Diese Frohe Botschaft ist es wert, verkündet zu werden: dass Jesus Christus eben nicht einfach nur ein guter Mensch war, sondern dass er wahrhaftig Gott ist, dass er uns erlöst hat und dass er uns als seinen Jüngern den Auftrag gegeben hat, von ihm Zeugnis zu geben und andere Menschen zu ihm zu führen. „In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst“, wusste schon der hl. Augustinus von Hippo.

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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