Vatikan
Konklave: St. Pöltner hat wichtige Rolle inne

Herbert Wiesholzer in seinem Büro im Vatikan.
 | Foto: zVg
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Gespannt blickt die Welt nach Rom zum Konklave. Im Vorfeld galt, strenge Sicherheits- und Geheimhaltungsvorschriften zu treffen. Der gebürtige St. Pöltner Herbert Wiesholzer hatte dabei eine wichtige Funktion inne.

Zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe von „Kirche bunt“ am 6. Mai waren alle Vorbereitungen für das Konklave, das am 7. Mai um 16.30 Uhr mit dem Einzug der wahlberechtigten Kardinäle in die Sixtinische Kapelle beginnen sollte, getroffen. Dabei spielte der aus St. Pölten stammende Techniker Herbert Wiesholzer eine bedeutende Rolle: Der Leiter der Telekommunikation im Vatikan ist für die Telefon- und Internet-Verbindungen im Kirchenstaat mit allen seinen Außenstellen zuständig. Er sorgte mit seinem Team zuletzt dafür, dass im Vatikan alle Mobilfunk- und Telekommunikationsanlagen abgeschaltet wurden.

„Von der Abschaltung sind alle Bereiche des Konklave betroffen“, präzisierte Wiesholzer im Gespräch mit „Kirche bunt“. Also nicht nur die Sixtinische Kapelle, sondern auch das Gästehaus Santa Marta und das daneben befindliche Haus „Alt Santa Marta“. In den beiden Häusern sind die 133 wahlberechtigten Kardinäle untergebracht. „Wir mussten gleichzeitig auch sicherstellen, dass die Kardinäle untereinander telefonieren und kommunizieren können“, beschreibt der St. Pöltner die Herausforderung. Übrigens: Langjährigen „Kirche bunt“-Lesern dürfte sein Familienname geläufig sein. Seine Mutter, Annemarie Wiesholzer, war eine langjährige „Kirche bunt“-Redakteurin.

Strenge Verschwiegenheitspflicht

Von der Abschaltung der Kommunikationsdienste betroffen sind übrigens nicht nur alle Kardinäle, sondern sämtliches Personal, das im Konklavebereich tätig ist wie z. B. Köche, Krankenschwestern, Fahrer, Techniker oder Beichtväter. Alle Verantwortlichen und Mitarbeiter des Konklave, sowohl Geistliche als auch Laien, mussten zwei Tage vor Beginn des Konklave in der Paulinischen Kapelle im Vatikan den Eid gemäß der Papstwahl-Konstitution „Universi Dominici Gregis“ ablegen, der sie zur strengsten Vertraulichkeit verpflichtet. Die Vereidigung erfolgte vor Kardinal Kevin Joseph Farrell, dem Kämmerer, in Anwesenheit von zwei Zeugen, den Apostolischen Protonotaren.

Die feierliche Formel, die von den Beteiligten unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Kameras gesprochen wurde, lautet: „Ich verspreche und schwöre, jedem gegenüber, der nicht Teil des Kardinalskollegiums der Wähler ist, absolute Verschwiegenheit zu wahren, und dies auf ewig“. Damit soll sichergestellt werden, dass niemand außerhalb des Kardinalskollegiums Einblick in die geheimen Vorgänge des Konklave erhält. Wer gegen die Regel verstößt, riskiert die höchste kirchliche Strafe – die Exkommunikation. Damit wird die immense Bedeutung der Geheimhaltung bei der Wahl eines neuen Papstes deutlich.

Wenn weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle die Wahl eines neuen Papstes verkünden, läuten in ganz Österreich die Kirchenglocken.

Diese Papstwahl ist das größte Konklave der Geschichte. Von den derzeit 252 Kardinälen wären jene 135, die unter 80 Jahre alt sind, stimmberechtigt. Nach zwei gesundheitsbedingten Absagen kamen 133 Kardinäle nach Rom. Bei dieser Wählerzahl braucht ein Kandidat mindestens 89 Stimmen, um Papst zu werden. Wenn weißer Rauch aus der Sixtinischen Kapelle und das Geläut des Petersdoms die Wahl eines neuen Papstes verkünden, werden in Österreich die Glocken läuten. Laut Diözesanblatt der Diözese St. Pölten lauten die Anweisungen so:

Unmittelbar nach Eintreffen der Nachricht über die Wahl eines neuen Papstes sollen alle Kirchenglocken zehn Minuten lang geläutet werden. Zumindest in allen Pfarr- und Klosterkirchen ist am Sonntag nach Beendigung des Konklaves ein feierlicher Dankgottesdienst mit Te Deum für die erfolgte Wahl und Fürbitten für den neuen Papst zu halten. Am Tag der feierlichen Amtseinführung des neuen Papstes ist seiner besonders in den Fürbitten zu gedenken. Sonja Planitzer/KAP

Herbert Wiesholzer in seinem Büro im Vatikan.
 | Foto: zVg
Bischöfe und Kardinäle bei der Messe am fünften Tag des Novendiale, der neun Tage der Trauer um Papst Franziskus.

 | Foto: Cristian Gennari/Romano Siciliani/KNA
Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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