11. Gebot: Du sollst Sport betreiben

Das Foto zeigt den jungen, sympathischen Johannes Lackner bei seinem ersten Einsatz als Olympia-Seelsorger vor zwei Jahren in Paris – und zwar vor dem Eiffelturm. Der Priester aus der Erzdiözese Salzburg hofft heuer auf 18 Medaillen – so viele wie in Peking vor vier Jahren.
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  • Das Foto zeigt den jungen, sympathischen Johannes Lackner bei seinem ersten Einsatz als Olympia-Seelsorger vor zwei Jahren in Paris – und zwar vor dem Eiffelturm. Der Priester aus der Erzdiözese Salzburg hofft heuer auf 18 Medaillen – so viele wie in Peking vor vier Jahren.
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115 österreichische Sportlerinnen und Sportler haben sich für die Olympischen Winterspiele in Mailand qualifiziert. „Olympia-Kaplan“ Johannes Lackner ist ihr Seelsorger.

Vom 6. bis 22. Februar finden in Mailand und Cortina d’Ampezzo die 25. Olympischen Winterspiele statt. Es wird in acht Sportarten bei insgesamt 116 Wettkämpfen in 16 verschiedenen Disziplinen um Medaillen gerungen. Der Zusammenhang zwischen den Olympischen Spielen und der Kirche ist sowohl historisch tief verwurzelt als auch in der Moderne von Spannungen und gemeinsamen Werten geprägt.

Antike Ursprünge und christliches Verbot

Die antiken Olympischen Spiele hatten ihren Ursprung als religiöses Fest zu Ehren des Göttervaters Zeus in Olympia. Athleten ehrten die Götter durch ihre Wettkämpfe und es wurden Opfer dargebracht.
Mit der Ausbreitung des Christentums änderte sich dies. Da die Spiele als „heidnisches“ Spektakel angesehen wurden, verbot der christliche Kaiser Theodosius I. Ende des 4. Jahrhunderts alle heidnischen Zeremonien, was das Ende der antiken Spiele besiegelte.

Moderne Wiederbelebung und
säkulare Vision

Die modernen Olympischen Spiele wurden 1896 von Pierre de Coubertin mit einer säkularen Vision wiederbelebt, die Frieden, Völkerverständigung und Völkerfreundschaft durch Sport betonte. In den frühen Jahren der Neuzeit hatten die Spiele noch eine stärkere Verbindung zum Christentum, etwa bei den Spielen von 1908 und 1912.

Vertreter der Kirche betonen, dass Sport Menschen zusammenbringt und christliche Werte wie Fairness, Respekt und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördert. Der verstorbene Papst Franziskus hat die Hoffnung geäußert, dass die Spiele Brücken des Friedens bauen können.

Bei den Spielen selbst gibt es eine sogenannte „Olympiaseelsorge“, die Athleten, Funktionäre und andere Mitarbeitende spirituell begleitet. Für Kontroversen sorgten bei den letzten Olympischen Sommerspielen in Paris 2024 Szenen bei der Eröffnungsfeier, die als Anspielung auf das „Letzte Abendmahl“ interpretiert wurden. Viele empfanden dies als Verhöhnung des Christentums.

Erfolg ist kein Name Gottes. Glaube sagt vielmehr, dass uns Gott liebt – vor jeder
Leistung.

Seit 1972 entsendet Österreich Seelsorger zu den Olympischen Spielen sowie zu den Paralympischen Spielen. Für den jungen Priester Johannes Lackner aus der Erzdiözese Salzburg ist es heuer der zweite Einsatz als „Olympia-Kaplan“, vor zwei Jahren war er bei den Sommerspielen in Paris dabei. Was sind eigentlich seine Aufgaben? „Eigentlich die gleichen wie die eines Pfarrers“, antwortet Lackner, der demnächst Sekretär des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner wird.

Weit entfernte Wettkampfstätten

Er bietet den insgesamt 115 österreichischen Athletinnen und Athleten an, mit ihnen zu beten und Gottesdienste zu feiern – und er wird viel mit ihnen reden. Klassische Seelsorge eben. Soweit das geht, denn die Wettkampfstätten sind äußerst dezentral, sie liegen „fünf, sechs Stunden Fahrt entfernt“, so Johannes Lackner. Als „Neuling“ muss er die Sportlerinnen und Sportler sowie die Funktionäre erst näher kennenlernen. Jene vom berühmten Skiklub Kitzbühel kennt er freilich schon gut, denn dort ist er selber Mitglied. Das bedeutet auch: Lackner ist sportlich und selbst begeisterter Skifahrer und Langläufer.

„Erfolg ist kein Name Gottes“, zitiert Lackner den berühmten Religionsphilosophen Martin Buber. Der Glaube sage vielmehr, dass uns Gott liebt – vor jeder Leistung, so der Sportseelsorger. Alle sollten versuchen, ihre bestmögliche Leistung zu erbringen, aber der Wille Gottes sei es, dass alles gut ausgeht. Mit dem Glauben könne man besser damit umgehen. Lackner freut sich bereits auf jeden einzelnen Teilnehmenden der Gottesdienste. Er wohnt im Pfarrhof von Cortina, der gleich in der Nähe des Österreich-Hauses ist, wo auch die Siegesfeiern stattfinden. Johannes Lackner hofft auf 18 Medaillen – so viele wie vor vier Jahren bei den Winterspielen in Peking.

Der „Olympia-Kaplan“ verrät auch, was er den Olympioniken schenken wird: christliche Devotionalien aus Frankreich sowie rot-weiß-rote Rosenkränze.

Lackner freut sich auch auf die anschließenden Paralympischen Spiele für Menschen mit Behinderungen. Sport könne Barrieren und Grenzen überwinden. Trotz ihrer Behinderung würden diese Athletinnen Hoffnung und Ermutigung ausstrahlen. Sie würden sich dem Sinn des Lebens stellen. Der „Olympia-Kaplan“ lädt alle dazu ein, Sport zu betreiben, der dem Körper gut tue. Scherzend sagt er: „Das 11. Gebot ist, Sport zu machen!“

Vorbild Behinderten-Sportler: Sie lieben das Leben

Sein Vorvorgänger ist Pater Bernhard Maier, der Direktor der Salesianergemeinschaft in Amstetten ist. Er hat 16 Olympische Spiele und sieben Teilnahmen bei Paralympischen Spielen zu Buche stehen. Mit vielen Sportlern und Funktionären hat der Salesianerpater Gottesdienst gefeiert, zahlreiche Kontakte bestehen bis heute. Ein Herzensanliegen waren P. Bernhard immer die Sportlerinnen und Sportler mit Behinderung: „Trotz aller Schicksalsschläge: Die paralympischen Sportler lieben das Leben. Sie haben unglaubliche Reserven, um Defizite zu kompensieren und Höchstleistungen hervorzurufen. Nie hat jemand zu mir gesagt: Das Leben freut mich nicht. Im Gegenteil: Sie alle haben Freude am Leben.“

Das Foto zeigt den jungen, sympathischen Johannes Lackner bei seinem ersten Einsatz als Olympia-Seelsorger vor zwei Jahren in Paris – und zwar vor dem Eiffelturm. Der Priester aus der Erzdiözese Salzburg hofft heuer auf 18 Medaillen – so viele wie in Peking vor vier Jahren.
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Pater Bernhard Maier, der jetzt als Direktor in der Salesianer-Gemeinschaft in Amstetten wirkt, war bei zahlreichen Olympischen Spielen als Seelsorger dabei. Im Bild: P. Bernhard zeigt ein Bild mit dem früheren erfolgreichen Ski-Ehepaar Marlies (geborene Schild) und Benjamin Raich.  | Foto: Wolfgang Zarl
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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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