St. Bernhard
Marterl erinnert an Einsiedler

Elfriede Surböck und Maria Dum kümmern sich um die Kapelle; im Bild mit Pfarrvikar P. Clemens Hainzl.
  • Elfriede Surböck und Maria Dum kümmern sich um die Kapelle; im Bild mit Pfarrvikar P. Clemens Hainzl.
  • Foto: Wolfgang Zarl
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Das außerhalb von St. Bernhard im sogenannten Roseneck gelegene Marterl bietet sich wunderbar an für Floriani- und Bittprozessionen sowie für Maiandachten. Oberhalb des kleinen Bauwerks ist eine Marien-Darstellung zu finden, in der unteren Hauptnische ist ein Bild des heiligen Florian. Die schöne Natur und die Ruhe sind bei Radfahrern und Wanderern beliebt, gleich drei Wanderwege führen an dem Kleindenkmal vorbei. Überdies hat man bei dieser leichten Anhöhe einen guten Überblick über das Horner Becken. Maria Dum und Elfriede Surböck kümmern sich um den gemauerten und gelb gestrichenen Breitpfeiler. Dieser hat gleich zwei Namen: Floriani-Marter und Heuli-Marter, angelehnt an den Erbauer.

„Die Ruhe und Beschaulichkeit des Ortes zog einst einen Einsiedler an und er erbaute dieses Marterl“, wie Pfarrvikar P. Clemens Hainzl erzählt. Anton Haily (1831-1911, laut Pfarraufzeichnungen) – es gibt auch andere Schreibweisen – hat sich einst aus Liebeskummer als Einsiedler zurückgezogen und abgeschieden sein Leben verbracht, nachdem er zuvor sein Elternhaus der Gemeinde als Schule verkauft hatte. Er galt als sehr begabter Musiker, der viele Kirchenmusiker der Region ausgebildet hat. Man sagt, dass Haily aufgrund der Einsamkeit leider dem Wein verfallen sei und seinen Schülern gegenüber oft jähzornig war. Infolge seines abgelegenen Hauses und einer unregelmäßigen Lebensweise sahen ihn die Bewohner von St. Bernhard oft tagelang nicht. Er starb einsam. Niemand wollte das Häuschen kaufen und so zerfiel es rasch vollständig. „Die Ruine gibt Kunde davon, wie ein Mensch durch Ereignisse, die ihn seelisch tief erschüttern, zum Einsiedler werden kann“, heißt es aus der Bevölkerung.

Die Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen plant übrigens, dass Informationen über die religiösen Kleindenkmäler künftig mittels Handy-QR-Code abgelesen werden können, berichtet P. Clemens.

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen