Wurzeln der Kapelle in der Pfarre Emmersdorf reichen ins 12. Jahrhundert
Kapelle in St. Georgen wichtig für Dorfgemeinschaft

P. Gottfried Glaßner und Johanna Blauensteiner zeigen den barocken Hochaltar mit Schutzpatron Georg.
  • P. Gottfried Glaßner und Johanna Blauensteiner zeigen den barocken Hochaltar mit Schutzpatron Georg.
  • Foto: Wolfgang Zarl
  • hochgeladen von Wolfgang Zarl

Im Ortsteil St. Georgen, Pfarre Emmersdorf, ist man stolz auf ein „Juwel“, das ins 12. Jahrhundert zurückreicht: die Kapelle, die dem heiligen Georg geweiht ist. Bereits im Jahr 1190 gab es eine Kapelle, die dem Stift Melk einverleibt war; im Mittelalter war der romanische Rechteckbau der einzige „Außenpos­ten“ des Klosters, in dem die Mönche regelmäßig präsent waren. Die meisten Bilder und Statuen stammen noch aus der „Melker Zeit“. Von den Prioren wurde sie in ihren Aufzeichnungen als „capella transdanuviana“ bezeichnet. Über Jahrhunderte war das Gotteshaus Ziel von Prozessionen und Wallfahrten.

1798 ging die Kapelle von St. Georgen im Zuge der Josephinischen Reform in das Eigentum der Herrschaft Leiben über und gehört heute der Marktgemeinde Emmersdorf. Bei der Außenrenovierung im Jahre 1962 entdeckte man romanische Mauerreste, eine Innenrenovierung erfolgte im Jahre 1988. Der Melker Benediktinerpater Gottfried Glaßner hat sich intensiv damit beschäftigt und im Jahr 2020 eine lesenswerte Broschüre veröffentlicht.

Die große Kapelle, die viele vielleicht mit einer Kirche verwechseln, steht im Ortszentrum von St. Georgen und ist wichtig für das Dorfleben. Eine Altargemeinschaft kümmert sich seit 1965 um die Seelsorge. Hochzeiten, Taufen, Herbergsuchen, Betstunden für Verstorbene, Roratemessen und monatliche Gottes­dienste werden dort gefeiert. „Auch eine Primiz hatten wir hier schon“, erinnert sich Johanna Blauensteiner, die sich liebevoll um die Kapelle kümmert. Eine besondere Beziehung zur Kapelle hat auch Stefan Keczöl aus Parndorf, der seit Kindheitstagen regelmäßig seine Verwandten in der Wachauer Ortschaft besucht und das Stiftungskapital für die zweite Glocke, die im Vorjahr geweiht wurde, bereitgestellt hat.

Pater Glaßner hofft, dass die Kapelle „unter der Obhut der Gemeinde Emmersdorf und unter dem wachsamen Auge engagierter Anrainer auch in Zukunft ein zum Gebet einladendes und Trost und Geborgenheit spendendes Gotteshaus bleibt“.

„Kapellen – Marterl – Kreuze“ ist eine Kirche bunt-Reihe, in der Geschichten von Kleindenkmälern vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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