Richard Tatzreiter in "Mein Hobby"
In erster Linie Regens, aber auch Rapidler

Regens Richard Tatzreiter

„Sport im Priesterseminar ist eine gewisse Herausforderung: Man sitzt aufgrund des Studiums oft lange und es gibt viel gutes Essen“, sagt Richard Tatzreiter. Der 51-Jährige ist Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars Wien und seit September 2017 auch Regens der Priesterseminare der Diözesen St. Pölten und Eisenstadt. Insgesamt leben im Wiener Seminar 50 Alumni, darunter neun aus der Diözese St. Pölten, unter einem Dach. Tatzreiter ist sich durchaus bewusst, dass Sport eine pas­torale Chance ist, wie es auch das Konzept der Salesianer Don Boscos vorsieht. Gelegenheit für Sport gebe es im Garten des Seminars genug. Der Regens empfiehlt Bewegung als wichtigen Ausgleich und Erholung.

Viele Seminaristen würden joggen oder gerne Tischtennis spielen. Gekickt werde nicht so häufig, dabei habe es im Haus sogar ein Fußballteam gegeben, der sich „FC Weihrauch“ nannte und immer wieder Obdachlose zu einem Match einlud. Derzeit „bewegt sich puncto Sport einiges“, es gibt sogar einen Referenten dafür unter den Seminaristen. Aber wie eingangs angedeutet: „Es gibt gewiss Luft nach oben.“

Richard Tatzreiter ist früher begeisterter Tänzer gewesen, doch auch jetzt käme die Bewegung nicht zu kurz. Das ergebe sich schon daraus, dass er in einer autolosen Familie aufgewachsen ist und auch jetzt kein Fahrzeug hat. Im Seminar wohnt er im dritten Stock und verzichtet auf die Benutzung des Lifts. Bergwandern halte ihn ebenfalls fit. Der Wiener ist bekennender Rapid-Fan. „Aber kein geborener!“ Ein Ministrantenfreund habe Tatzreiter vom „Erzrivalen Austria Wien“ einst „abgeworben“ und vom Traditionsverein Rapid überzeugt, „quasi berufen“. „Wenn Sie so wollen, war das das einzige Mal, dass ich konvertiert bin“, scherzt Regens Tatzreiter. Nachdem das Interesse daran ein wenig nachgelassen habe, sei es jetzt „wieder stärker da“, berichtet der Vorsteher des Seminars. Noch kurz vor der Coronavirus-Krise habe er mit Priesterseminaristen das Rapid-Spiel gegen Mattersburg besucht. So manche Rituale im Fußballspiel würden durchaus an Liturgie erinnern: „Der Einzug der Spieler wird regelrecht zelebriert, es wird gesungen, es gibt aufsteigenden Rauch und die berühmte Rapid-Viertelstunde gilt als kultig.“

Aber in erster Linie ist Richard Tatzreiter natürlich nicht Rapidler, sondern Regens des Priesterseminars. Er freue sich über Interessenten für diesen Weg: E-Mail empfang@priesterseminar.at, www.priesterseminar.at.

„Mein Hobby“ ist eine Reihe von Kirche bunt, in der außergewöhnliche Talente und interessante Hobbys von kirchlichen Persönlichkeiten vorgestellt werden.

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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