60.000 Flüchtlinge in Ceuta
Europa im Schock nach Massen-Migration in Ceuta

Über den Seeweg waren die meisten Migranten am 30. Juli von Marokko nach Ceuta gekommen. | Foto: APA-Images/AP/Antonio Sempere
  • Über den Seeweg waren die meisten Migranten am 30. Juli von Marokko nach Ceuta gekommen.
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Über 60.000 Menschen waren am 30. Juli über den Wasserweg von Marokko in die spanische Exklave Ceuta gelangt. Mehr als 80 Flüchtlinge kamen dabei ums Leben.

Papst Leo XIV. zeigte sich über die jüngste Massen-Migration in die spanische Exklave Ceuta sehr besorgt.
Beim traditionellen Mittagsgebet auf dem Petersplatz sagte er vor Tausenden Pilgern: „Ich bete zu Gott, dass Lösungen des Friedens, der Stabilität und der Gerechtigkeit gefunden werden können“.
Erst bei seiner jüngsten Spanienreise hatte er noch im Juni auf Gran Canaria sichere Migrationswege gefordert und darauf gepocht, dass die Menschenwürde von Flüchtlingen an den Außengrenzen Europas gewahrt werden müsse.
Menschenhändler und Schlepper hatte er dort mit Meeres-Ungeheuern verglichen, die Frauen und Kinder versklavten. Zugleich hatte er die Gleichgültigkeit jener beklagt, „die zulassen, dass die Armen von Ausbeutung oder Vergessenheit verschlungen werden“.

Angesichts der Notsituation habe die Diözese Cádiz-Ceuta den Behörden und den Migranten Aufnahmeeinrichtungen zur Verfügung gestellt, so der Leiter der Migrationsabteilung der Spanischen Bischofskonferenz, Pfarrer Fernando Redondo Pavón. Der massive Zustrom habe zu einer „schrecklichen Situation“ geführt. Man habe sich in einigen der Zentren besonders um schutzbedürftige Personen, darunter kranke oder verletzte Migranten, gekümmert.

Am 30. Juli waren über 60.000 Menschen meist über den Seeweg von Marokko in die spanische Exklave Ceuta geflüchtet. Bis zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe von „Kirche bunt“ hieß es, dass dabei mindestens 82 Menschen ums Leben kamen. Noch am selben Tag seien aber die meisten Flüchtlinge wieder nach Marokko zurückgekehrt.
Doch der Massenansturm hatte in Europa für Entsetzen gesorgt.

Junge Marokkaner sehen im eigenen Land keine Zukunftschancen.

Als Hintergründe für die Massen-Migration wurde u. a. ein spanisches Gerichtsurteil genannt, wonach Menschen, die Ceuta oder die zweite nordafrikanische Exklave Melilla über den Seeweg erreichen, nicht direkt zurückgewiesen werden dürfen. Für möglich gehalten wurde aber auch, dass Marokko Migration als Druckmittel für politische Forderungen einsetzt.

In Spanien wurde 2026 eine außerordentliche Masselegalisierung von Migranten unter bestimmten Voraussetzungen – wie z. B. das Fehlen von Vorstrafen – beschlossen.
In der spanischen Exklave Ceuta leben rund 85.000 Menschen auf 18,5 Quadratkilometern. Marokko verzeichnet die höchste Jugendarbeitslosigkeit in Nordafrika.
Im Gespräch mit der Austria Presseagentur sagte der spanische Migrationsforscher Yoan Molinero: „Die mehrheitlich jungen Migranten nehmen das Risiko auf sich, da sie in ihrer Heimat keine Zukunftschancen sehen. In Marokko ist jeder dritte junge Mensch arbeitslos.“

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Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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