Märtyrerin Schwester Stefani
„Der Herr sorgt für mich“
- Die Ordensschwester Stefani Tiefenbacher.
- Foto: Kirche bunt/Archiv
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Vor zehn Jahren wurde die Missionsschwester vom kostbaren Blut, Stefani Tiefenbacher, geboren in Kirchberg an der Pielach, in Südafrika ermordet. Ihr Leben war von einem stetigen Vertrauen auf Gott geprägt.
Am 18. April 2015 beschlossen zwei Männer in einem Lokal im südafrikanischen Ixopo, aus dem nahegelegenen Schwesternkloster Lebensmittel zu stehlen. Als sie in der Nacht darauf ihren Plan in die Tat umsetzen wollten, wurden sie von Schwester Stefani Tiefenbacher überrascht, die soeben aus ihrem Zimmer gekommen war. Die zwei Männer drückten die 85-jährige Ordensfrau zurück in ihr Zimmer, fesselten sie mit dem Farbband ihrer Schreibmaschine, misshandelten und vergewaltigten sie und ließen sie sterbend zurück.
Auf eben jener Schreibmaschine schrieb sie noch fünf Monate zuvor einen Adventgruß in ihre Heimat in Österreich. Dort heißt es: „Ich wollte Ihnen sagen, dass es mir immer gut geht. Der Herr sorgt für mich.“ Und: „Wir sind auf Erden, um einander zu helfen“.
„... durch Leid und unterschiedliche Erfahrungen des Todes mitten im Leben hindurchzugehen.“
Als Schwester Stefani im Alter von 19 Jahren in die Gemeinschaft der Missionsschwestern vom kostbaren Blut eintrat, muss dies bereits ihr persönliches Credo gewesen sein. Die Missionsschwestern sind sich der Gefährlichkeit ihres Auftrages bewusst: sie betreiben Schulen und Missionsstationen unter anderem im Kongo, in Papua Neuguinea und Mosambik. In ihrer Selbstbeschreibung legt die Schwesterngemeinschaft ihr Charisma so aus: „durch Leid und unterschiedliche Erfahrungen des Todes mitten im Leben hindurchzugehen, und andere in diesen Erfahrungen zu begleiten“. In den schwersten Situationen und den größten Herausforderungen versuchen die Schwestern, ihren Nächsten die Liebe Gottes spüren zu lassen. So auch Schwester Stefani, die mit ihrem Wesen „die Güte und Menschenenfreundlichkeit Gottes vermittelt“ habe, sagte der damalige Missio-Direktor P. Benno Maier, mit dem sie in Briefkontakt stand.
Zwei Wochen nach ihrem gewaltsamen Tod hätte Schwester Stefani ihre 65-jährige Profess gefeiert. Die zwei Täter erbeuteten einen Staubsauger, etwas Essen und die Armbanduhr der Ermordeten. „Es war ein sinnloses Töten“, sagte eine ihrer Mitschwestern im Prozess. „Wenn diese Männer hungrig waren, hätten sie nur läuten und um Essen bitten müssen.“
Sr. Stefani wurde ins Verzeichnis der Märtyrer aufgenommen
Weniger als einen Monat dauerte es, bis man die Täter gefasst, verhört und verurteilt hatte. Die Anklagepunkte lauteten Mord, Vergewaltigung und schwerer Raub. Beide wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Dikasterium für die Evangelisierung nahm Schwester Stefani in sein Verzeichnis der Märtyrer auf.
Am 3. Mai um 19 Uhr findet anlässlich ihres zehnten Todestages in Kirchberg an der Pielach ein Gedenkgottesdienst für Schwester Stefani mit Missio-Diözesandirektor Christian Poschenrieder statt.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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