Erzählung
Näher, mein Gott, zu dir

Am Abend sitze ich vor dem Fernseher, sehe und höre auf den Querschnitt von Höhepunkten aus den Maastricht-Konzerten des Johann Strauß-Orchesters von André Rieu. Coronabedingt hat es dieses populäre Konzert 2020 nicht gegeben. Viele bekannte Melodien stehen auf dem Programm, sorgen für heitere Stimmung unter den Konzertbesuchern, die sich auch auf die Zuseher vor dem Fernsehschirm überträgt.

Ungefähr in der Mitte des Programms sagt der dirigierende André Rieu einen Titel an, bei dem ich zunächst glaube, mich verhört zu haben: „Näher, mein Gott, zu dir.“ Ich kenne diesen von Begräbnissen, bei denen er oft gesungen wird.

Was hat Rieu bewogen, dieses Musikstück – die Originalmelodie, mit der der englische Text „Nearer, my God, to thee“ vertont wurde, stammt aus dem Jahr 1859 – in eines seiner Konzertprogramme aufzunehmen? „Halten Sie inne und lassen Sie diese berührende Melodie auf sich einwirken“, fordert er die Konzertbesucher auf. Und dann ertönt sie intoniert von den Streichern und Bläsern seines Orchesters.

Die Kamera schwenkt vom Orchester in das Publikum. Die Minen der Menschen werden ernst, die bisher heitere Stimmung wird jäh durchbrochen, Konzertbesucher umhalsen einander, andere haben Tränen in den Augen. Der Sound dieses weltbekannten Orchesters trägt das Seine zu diesem Stimmungsumschwung bei. Auch mich als Fernsehzuseher stimmt das Musikstück nachdenklich.

„Näher, mein Gott, zu dir“ drückt doch ein Grundbedürfnis der Menschheit seit deren Beginn aus: Das Grundbedürfnis nach Schutz und Geborgenheit bei einem höheren Wesen, bei Gott.
Unwillkürlich muss ich an das Weihnachtsfest denken. Mit der Geburt Jesu Christi hat Gott uns das Näherkommen zu ihm erleichtert. Herbert Trautsamwieser

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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