Bischofsweihe in Wien
Erzbischof Josef Grünwidl übernahm das Hirtenamt
- Erzbischof Josef Grünwidl
- Foto: Stephan Schönlaub/Erzdiözese Wien
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Am 24. Jänner wurde im Stephansdom die Bischofsweihe und Amtseinführung des neuen Wiener Erzbischofs Josef Grünwidl gefeiert. „Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ“, zitierte der neue Erzbischof den heiligen Augustinus.
Rund 3.000 Menschen konnten im Stephansdom den Gottesdienst mitfeiern. Unter ihnen waren zusammen mit Familienangehörigen und Wegbegleitern Grünwidls rund 600 Kleriker der Erzdiözese und viele haupt- und ehrenamtlich in der Kirche Engagierte. Auch Österreichs Bischöfe – darunter Bischof Alois Schwarz und Weihbischof Anton Leichtfried – legten dem neuen Erzbischof zur Weihe die Hände auf. Die Diözese St. Pölten gehört zur Wiener Kirchenprovinz.
Die Bischofsweihe wurde unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit live im österreichischen Fernsehen übertragen. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Stocker und zahlreiche weitere hochrangige Vertreter aus der Bundes- und den Landesregierungen, unter ihnen Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, nahmen teil.
Am Beginn der Feier wurde das Ernennungsdekret von Papst Leo XIV. in deutscher Übersetzung verlesen. Der Papst bittet den neuen Bischof, sich „in allem als Brückenbauer, Seelsorger und Teamplayer (lateinisch: socios in laboribus) zu erweisen. Denn Christus der Herr wollte und berief die Hirten seiner Herde nicht, weil sie die besten und vollkommen in allen Tugenden waren, sondern vielmehr, weil sie bereit waren, das Evangelium Gottes zu verkünden.“ Abschließend ermuntert Papst Leo: „… dass Du wie ein Musikkenner in Deinem persönlichen Leben die Melodie des Herrn aufnimmst und mit Deiner Stimme und Deiner Lebensführung das Evangelium Christi recht, getreu und sanft dem Volk Gottes und allen Menschen guten Willens verkündest.“
Hören auf Gott, das eigene
Gewissen und auf die Menschen
Kardinal Christoph Schönborn gab Josef Grünwidl in seiner Predigt mit: „Ein hörendes Herz hört auf dreierlei: auf Gott, auf das eigene Gewissen, auf die Menschen.“ Zwei Ratschläge hatte Schönborn für Grünwidl: „Habe ein hörendes Herz für die sogenannten ‚einfachen Menschen‘. Höre auf die Menschen, die dir ehrlich die unangenehmen Dinge sagen!“
„Dass du den Weg gegangen bist, der dein Lebensweg geworden ist, hat damit zu tun, dass du ein hörendes Herz hattest“, so Schönborn weiter. Dabei zitierte er aus dem Evangelium: „‚Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt‘. Diese Bitte Jesu machen wir heute zur Bitte für dich.“
Berührende Momente
Die Weihe wurde durch Kardinal Christoph Schönborn, den Salzburger Erzbischof Franz Lackner und den Bischof von Leitmeritz, Stanislav Přibyl, vorgenommen. Besonders berührende Momente der Bischofsweihe waren die Handauflegung aller anwesenden katholischen Bischöfe, die Salbung des Hauptes von Josef Grünwidl mit dem Chrisam (einem besonderen Öl) und die Übergabe des Bischofsstabs durch Kardinal Schönborn an den neuen Erzbischof. Dabei brach spontaner Applaus unter den Mitfeiernden aus. Der Stab wurde davor durch den Dom unter den Mitfeiernden nach vorne gereicht, um den gemeinsamen Weg der Diözese mit ihrem Erzbischof zu unterstreichen. Als sich Josef Grünwidl erstmals auf die Kathedra (seinen Bischofssitz) setzte, übernahm er damit die Leitung der Diözese.
In seinen Worten am Ende des Gottesdienstes sprach Josef Grünwidl seinen großen Dank allen Mitfeiernden, besonders seiner Familie, den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Religionsgemeinschaften und des öffentlichen Lebens, aus. Auch bei Papst Leo bedankte sich Josef Grünwidl für die Ernennung.
Unerschütterliches Vertrauen in Gott: Noch bevor ich an Gott glaube, glaubt er an mich!“
Grünwidl zitierte den heiligen Augustinus, der ihm Mut mache: „Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ!“ Seinen Dienst als Erzbischof sehe er darin, „Gottes Melodie, die Partitur des Evangeliums, im eigenen Leben und in vielen anderen Menschen zum Klingen zu bringen, und zwar inspiriert und begeistert durch unseren Dirigenten, den Heiligen Geist.“ Diese Melodie soll im „unerschütterlichen Vertrauen“ verankert sein: „Schon bevor ich an Gott glaube, glaubt Gott an mich! Denn der Grundton des Christentums, auf dem alles andere aufbaut, lautet: Mensch, Welt, Schöpfung – du bist von Gott geliebt!“
Grünwidl betonte: „Jede und jeder Einzelne ist ein tragender, wichtiger Ton, und gemeinsam bringen wir die Melodie Gottes, sein Liebeslied, sein Protestlied und sein österliches Hoffnungslied zum Klingen.“
Grußworte sprachen am Ende des Gottesdienstes Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und NÖ-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Mikl-Leitner würdigte Grünwidl als „einen Menschen, der zuhört, der begleitet, der tröstet und Orientierung gibt“. Niederösterreich stehe zu seinen christlichen Wurzeln, betonte die Landeshauptfrau. Und gerade in Zeiten von Krisen brauche es „Seelsorger, Menschen mit offenem Ohr und klarem Wort“.
Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig bezeichnete den neuen Erzbischof als „Gottesmann und Menschenfreund in einer Person“. Wie Mikl-Leitner dankte auch Ludwig Kardinal Schönborn für sein Wirken und das gute Miteinander. KAP/Red.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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