Paare aus unserer Diözese
Neuvermählte bekamen päpstlichen Segen
- Christina Dietl-Stade und ihr Gatte David beim kurzen Gespräch mit Papst Leo.
- Foto: Vatican Media
- hochgeladen von Wolfgang Zarl
Auf der Kuppel des Petersdoms in Rom hat es mit dem Heiratsantrag von Maximilian leider nicht geklappt, dann aber auf der Engelsbrücke schon – ein Straßenmusikant hat das spontan musikalisch begleitet“, berichten Julia und Maximilian Schachner aus Maria Taferl schmunzelnd.
Am 24. Oktober 2025 heirateten die beiden – natürlich im wunderbaren Ambiente ihrer Basilika Maria Taferl. Von der Möglichkeit, sich vom Papst kirchlich segnen zu lassen, hat Julia Schachner bereits vor zehn Jahren bei einem Rom-Aufenthalt als Maturantin erfahren und sie behielt dies in Erinnerung.
Die Schachners bewarben sich per E-Mail – und tatsächlich, sie bekamen ein „Ticket“ für die begehrte Feier. Länger als drei Monate darf die Hochzeit nicht zurückliegen, allerdings ist das Anmeldeverfahren ziemlich unkompliziert, ermutigen die Schachners auch andere Paare, diese schöne Erfahrung zu genießen. Genannt wird der Segen „Sposi Novelli-Segen“ (italienisch für „Jungvermählte“).
Reise mit dem Heiligen Jahr abgestimmt
Kleiner Haken: Man erfährt den Segenstermin im Rahmen der Generalaudienz erst eine Woche vorher. Geplant war eine Reise des Paares aufgrund des Heiligen Jahres 2025 nach Rom ohnehin. Am 17. Dezember war ihr Termin im Vatikan, sie befanden sich unter weiteren Brautpaaren, Ordensleuten, Staatspräsidenten, einem Fußballteam sowie UN-Blauhelmen. Die beiden hatten großes Glück und bekamen gute Plätze in der zweiten Reihe.
Man muss in der Hochzeitskleidung kommen
Neuvermählte Ehefrauen haben in einem weißen, schulterbedeckenden Brautkleid zu kommen, Gatten im Anzug. Auch Landestrachten lässt man gelten – so kam ein vietnamesisches Paar in ihrer volkstümlichen Kleidung, erzählen die Schachners.
Wir haben ihm die Hand gegeben und den Fischerring geküsst. Er hat uns gefragt, woher wir kommen, und wir antworteten: From Austria! Das hat ihm gefallen.
Begeistert zeigen sie sich von Papst Leo XIV.: „Wir haben ihm die Hand gegeben und den Fischerring geküsst. Er hat uns gefragt, woher wir kommen und wir antworteten: From Austria! Das hat ihm sehr gefallen!“
Obwohl die Zeremonie vier Stunden gedauert hat, habe der Papst überhaupt nicht müde, gestresst oder unter Zeitdruck gewirkt. Die ganze Generalaudienz und Feier haben fröhlich, ja lustig gewirkt, die Stimmung sei unter den Brautpaaren richtig gut gewesen.
Höhepunkt war der Segen: Schwangere Gattinnen wurden persönlich gesegnet, abschließend erteilte Papst Leo einen allgemeinen apostolischen Segen für ein glückliches Eheleben.
Julia und Maximilian Schachner: „Es war eine einzigartige und besondere Erfahrung!“ Der Papst hat übrigens eine Katechese zu jener Evangeliums-Stelle gehalten, die auch bei der Hochzeit der Schachners in Maria Taferl gelesen wurde.
Durch „Kirche bunt“ kennengelernt
Das Viehdorfer Paar Andrea Mühlberghuber und Philipp Klem lernte sich im Jahr 2017 kennen – aufgrund eines Artikels über Religionspädagogen in „Kirche bunt“. Die beiden heirateten am 12. Juli 2025 und bekamen am 3. September die Möglichkeit des päpstlichen Segens. Besonders berührend war auch der Austausch mit den internationalen Brautpaaren während des Wartens auf die Audienz.
Hochzeitsfoto kontrolliert
Vom Ehepaar Klem erfuhr Christina Dietl-Stade von der Möglichkeit der päpstlichen Segnung. Die aus Gföhl stammende Theologin, Kirchenrechtlerin und Ehebandverteidigerin am Diözesangericht St. Pölten fuhr mit ihrem David, der griechisch-orthodoxen Glaubens ist, spontan nach Rom zur Generalaudienz. Es genügte, den Trauungsschein vorzuweisen, dann ließ man sie in den Sonderbereich vor. Und: Ein Hochzeitsfoto musste das Ehepaar zeigen – es wurde kontrolliert, ob die beiden das Hochzeitsgewand tragen.
Über 60 Brautpaare waren dabei, die vor der Audienz ausreichend Zeit hatten, sich über ihre Trauungsfeiern und Hochzeitsreisen auszutauschen. Sie wurden einzeln von Papst Leo gesegnet. Die Eheleute wechselten mit ihm einige Worte und steckten ihm kleine Geschenke oder Briefe zu, erinnert sich Christina Dietl-Stade, die derzeit in der Diözese Linz arbeitet. „Zu uns sagte der Papst ,hello‘ und wir durften ihm ein bisschen über uns erzählen“, berichtet die Neuvermählte über die Begegnung mit Papst Leo, der sich über den Besuch des gemischt-konfessionellen Paares gefreut hat.
Autor:Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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