Nach Amoklauf im Grazer BORG
"Mütter, Väter, unsere Gebete sind bei euch!"
- Trauer um die Opfer des Amoklaufs in Graz vor dem Wiener Stephansdom.
- Foto: Kathpress/Johannes Pernsteiner
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Ein Amoklauf in einem Grazer Gymnasium erschütterte am 10. Juni ganz Österreich. Bundeskanzler Christian Stocker rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Bischof Benno Elbs, selbst ausgebildeter Psychotherapeut, zeigt sich ebenso tief betroffen.
Angesichts des Amoklaufs in einer Grazer Schule am 10. Juni, bei dem ein 21-jähriger ehemaliger Schüler neun Menschen und sich selbst getötet und zwölf weitere schwer verletzt haben soll, lud die Kirche noch am Abend des Tages zu zwei Gedenkgottesdiensten: in Graz-St. Vinzenz mit Pfarrer Bernhard Pesendorfer sowie im Grazer Dom mit Generalvikar Erich Linhardt. Auch weitere Gottesdienste in der Diözese Graz-Seckau in den nächsten Tagen werden ganz im Zeichen der furchtbaren Geschehnisse stehen. Seelsorgliche Begleitung gebe es in allen Pfarren, hieß es aus der steirischen Diözese.
In ihrer Aussendung hielt die Diözese wörtlich fest: „Trost, Kraft und Hoffnung finden in dunklen Stunden – die katholische Kirche bietet angesichts der Wahnsinnstat in Graz mehrere Möglichkeiten, um der Sprachlosigkeit Ausdruck zu verleihen. Denn Gott trägt uns. Darauf können wir uns verlassen.“
Weiters machte die Diözese auf das Angebot der Telefonseelsorge aufmerksam: Die Telefonseelsorge sei für Betroffene und alle, die jemanden zum Reden bzw. zum persönlichen Austausch brauchen, rund um die Uhr unter der Telefonnummer 142 sowie via Chat und WhatsApp erreichbar.
„Jedes Wort ist angesichts der Tragödie von Graz zu wenig, falsch und fehl am Platz.“
Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl und Weihbischof Johannes Freitag haben sich über die Bluttat tief betroffen gezeigt. „Diese Wahnsinnstat in einer Grazer Schule lässt uns fassungslos und erschüttert zurück. Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Schülerinnen und Schülern, dem Lehrpersonal und den Angehörigen. Wir begleiten alle mit unserem Gebet und sind mit unseren Möglichkeiten für alle Betroffenen da. Zugleich danken wir allen, die helfend da sind“, hielten die beiden Bischöfe wörtlich in einer ersten Stellungnahme fest.
Erschüttert zeigte sich auch Bischof Alois Schwarz. In einem Posting hielt er fest: "Tief betroffen und traurig hat mich die Nachricht vom Amoklauf an einer Schule in Graz gemacht. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Familien, den Verletzten und allen, die durch dieses furchtbare Geschehen fassungslos sind. In dieser Stunde bete ich für die Verstorbenen und alle Betroffenen. Möge Gott ihnen Trost und Kraft schenken. Ich danke allen Einsatzkräften und Helfenden für ihren aufopfernden Dienst. Der Herr steht den Trauernden nahe! Im Gebet sind wir mit ihnen und allen Mitbetenden verbunden."
Tief betroffen vom Amoklauf in Graz hat sich auch der Feldkircher Bischof Benno Elbs, der auch ausgebildeter Psychotherapeut ist, gezeigt. „Schüsse, Tränen, Jugendliche, die nie wieder nach der Schule nach Hause kommen. Jedes Wort ist angesichts der Tragödie von Graz zu wenig, falsch und fehl am Platz“, hielt Elbs fest. Er wolle es dennoch versuchen, „tieftraurig und sprachlos: Mütter, Väter, Mitschülerinnen und Mitschüler, Lehrende und Helfende und alle Menschen in Graz, unsere Gedanken, unsere Gebete, unsere Herzen sind bei euch!“
Bundeskanzler Christian Stocker hat bei einer Pressekonferenz in Graz eine dreitägige Staatstrauer in Österreich verkündet. Diese beinhaltet, dass Flaggen an öffentlichen Gebäuden auf halbmast gesetzt werden. Für den 11. Juni wurde um 10 Uhr eine bundesweite Trauerminute angekündigt, bei der ganz Österreich der Opfer gedacht wird.
„Die Solidarität des gesamten Landes soll den Hinterbliebenen und Angehörigen der Opfer dieser furchtbaren Tat in diesen dunklen Stunden ein wenig Trost spenden“, so Stocker in seinem Statement: „Heute geht es um Mitgefühl und Zusammenhalt. In so schweren Stunden ist Menschlichkeit unsere stärkste Kraft.“ Die Schulen müssten auch in Zukunft Orte des Friedens bleiben, so der Bundeskanzler.
„Was heute in einer Schule in Graz passiert ist, trifft unser Land mitten ins Herz“, postete Bundespräsident Van der Bellen auf X. „Es waren Jugendliche, die ihr ganzes Leben vor sich hatten. Eine Lehrperson, die sie auf ihrem Weg begleitet hat. Es gibt nichts, was in diesem Moment den Schmerz lindern kann, den die Eltern, die Großeltern, die Geschwister, die Freundinnen und Freunde der Ermordeten fühlen.“ Österreich trauere mit ihnen. „Wir stehen zusammen, um für all jene da zu sein, die verletzt sind. Heute und in den schweren Tagen, die kommen, wird unser Land zeigen, dass in diesem Miteinander unsere Stärke liegt.“
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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