Der „letzte Ritter“ starb vor 500 Jahren, am 12. Jänner 1519, auf der Burg Wels in Oberösterreich.
Maximilian I. – Gedenken an den „letzten Ritter“

Wer ime im leben kain gedechtnus macht, der hat nach seinem tod kain gedechtnus, und demselben menschen wird mit dem glockendon vergessen“, schrieb Kaiser Maximilian I. am Schluss seines auto­­biogra­phischen Werkes „Weißkunig“. Die Worte zeigen deutlich, dass er Zeit seines Lebens gezielt an seinem künftigen Gedächtnis arbeitete. Die Rechnung ging auf: Maximilian I. zählt heute zu den bekanntesten Kaisern der Weltgeschichte. Seine spektakulären Erfolge und Miss­erfolge, seine Heiratspolitik, sein schillernder Charakter machten ihn auch für die Nachwelt interessant. Und so wird im heurigen Jahr des 500. Todestages des „letzten Ritters“ auf vielfache Weise gedacht (siehe Infobox auf der rechten Seite).

Maximilian wurde am 22. März 1459 in Wiener Neustadt in der Residenz seines Vaters Kaiser Friedrich III. geboren. Seine Kindheit war geprägt von der engen Beziehung zu seiner Mutter, die früh verstarb, und der Belagerung der Wiener Hofburg durch die Wiener im Jahr 1462. 1477 heiratete er in Gent Maria von Burgund, die Tochter des kurz zuvor verstorbenen Bur­gunderherzogs Karl der Kühne. Das Großherzogtum Burgund war eine der bedeutendsten westeuropäischen Groß­machtbildungen des 15. Jahrhunderts, der burgundische Hof an Prachtentfaltung, Kultur und Lebensstil führend in ganz Europa. Der Ehe entstammten Philipp der Schöne (geboren 1478) und Margarete (geboren 1480).

Maximilian lebte in den Niederlanden und war in jahrelangen Kämpfen mit der Sicherung der burgundischen Herrschaft gegenüber Frankreich und den freiheitsliebenden niederländischen Städten beschäftigt. Hohe Steuerforderungen, der frühe Tod seiner Gemahlin, die 1482 an den Folgen eines Reitunfalls starb, und seine harte Politik gegenüber den Städten verstärkten die Widerstände, die 1488 zu seiner Gefangennahme durch die Bürger von Brügge führten. Sein Vater, der greise Friedrich III., zog daraufhin persönlich mit einem Reichsheer in die Niederlande und erreichte nach langen Verhandlungen die Freilassung seines Sohnes. Maximilian verließ die Niederlande und kehrte auch später nicht mehr oft zurück.

Erst nach seiner Rückkehr aus den Niederlanden engagierte sich Maximilian, noch zu Lebzeiten seines Vaters 1486 zum römisch-deutschen König gewählt und gekrönt, im Reich und in seinen Erbländern. Niederös­terreich stand seit 1485 unter der Herrschaft des ungarischen Königs Matthias Corvinus, der ungehindert in Wien residierte. Nach dessen Tod 1490 konnte Maximilian die verlorenen Gebiete mühelos zurückerobern. Der Friede von Press­burg (1491) mit König Wladislaw II. von Ungarn und Böhmen aus dem Haus der Jagiellonen beendete endgültig die ungarische Herrschaft in Österreich. 1494 kam es auch zu einer Einigung mit dem Bistum Passau über die an Matthias Corvinus verpfändete und von Maximilian eroberte Stadt St. Pölten, die nun landesfürstlich wurde.
Maximilians politischer Schwerpunkt lag im Gegensatz zu seinem Vater nicht im Osten, sondern im Wes­ten und Süden des Reiches. Zentrum seiner Herrschaft war Tirol, wo er vor allem in Innsbruck residierte. Nach dem Tod Friedrichs III. 1493 vereinigte er nach mehr als einem Jahrhundert Herrschaftsteilung wieder alle habsburgischen Länder in einer Hand und nahm eine Neuordnung der Verwaltung der österreichischen Länder vor.
Das Geld für Kriege, Hofhaltung, Turniere, Feste und Kunstwerke floss zunächst aus den reichen Silber- und Kupfergruben in Schwaz und dann aus riesigen Krediten der Fugger, einer Augsburger Kaufmannsfamilie, der Maximilian die Bergwerke verpfändete und zahlreiche andere Handelsprivilegien verlieh. Sie wurden zum größten europäischen Bankhaus ihrer Zeit mit einer monopolähnlichen Stellung im Bergbau und Handel.

Venezianer verhinderten Krönung in Rom

Maximilians Unternehmungen waren mit zunehmender wirtschaftlicher Abhängigkeit sowie finanzieller Überanstrengung der Erbländer verknüpft, insbesondere Tirols. In knapp 40 Jahren führte er über 20 Feldzüge. Doch weder Bündnispolitik noch Krieg brachten den erhofften Erfolg gegen Frankreich. Seinen Traum, das Reich in Italien zu neuem Glanz zu führen, konnte Maximilian nicht verwirklichen. Der überaus kostspielige und verlustreiche Friaulische Krieg gegen Venedig (1508-1516), den zweiten gro­ßen Gegner in Italien, endete mit nur kleineren Gebietsgewinnen in Südtirol. Anlass des Krieges war im Jahr 1508 die Verhinderung des Romzugs zur Kaiserkrönung durch die Venezianer. Maximilian ließ sich daher in Trient in einer feierlichen Zeremonie zum „erwählten römischen Kaiser“ ausrufen (4. Februar 1508). Papst Julius II. gab seinen Segen aus der Ferne dazu.

Erfolgreiche Heiratspolitik

Nicht seine Kriege, sondern seine Heiratspolitik haben die Grundlagen für das habsburgische Weltreich geschaffen. Die Vermählung der Kinder Maximilians mit dem spanischen Königshaus, die ursprünglich dem Rückhalt gegen Frankreich dienen sollte, erwies sich infolge dynastischer Unglücksfälle unerwartet als reiches Erbe. Sein Enkelsohn – Karl V. – konnte sich gegen alle Widerstände als spanischer Thronerbe durchsetzen und wurde 1521 als Nachfolger seines Großvaters zum römisch-deutschen König gewählt und regierte über „ein Reich, in dem die Sonne nicht untergeht“.

Maximilian selbst starb – schon länger krank und schwach – am 12. Jänner 1519 auf der Reise von Innsbruck nach Linz in Wels und wurde in der Georgskirche von Wiener Neustadt beigesetzt. Sein prunkvolles Grabmal in Innsbruck wurde erst nach seinem Tod fertiggestellt und blieb leer. Quelle: Gedächtnis des Landes

Autor:

Sonja Planitzer aus Niederösterreich | Kirche bunt

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