Zerstörung und Leid
Ein Jahr nach der Hochwasser-Katastrophe

Die Pfarrkirche Plank kam im September 2024 glimpflich davon. | Foto: Helene Fritz
  • Die Pfarrkirche Plank kam im September 2024 glimpflich davon.
  • Foto: Helene Fritz
  • hochgeladen von Kirche bunt Redaktion

Vor einem Jahr, im September 2024, mussten Mitteleuropa und Niederösterreich die Hochwasserkatastrophe bewältigen. Auch wenn viele Hochwasserschutzbauten ein Segen waren und Stauseen aufgrund der Prognosen vorsorglich abgesenkt wurden, trafen die zerstörerischen Regenmengen viele Menschen und brachten sie um ihre Existenz.

Besonders tragisch: Es gab mehrere Todesopfer. Wasser im Keller, ölverschmierte Räume, kaputte Möbel, komplett zerstörte Häuser, schwere Schäden an der Westbahn sowie verängstigte Wildtiere – das alles bleibt im Gedächtnis. Die Bilder sind noch im Kopf, betroffen war fast das gesamte Diözesangebiet.
In Erinnerung bleiben auch die vielen Helfenden, die angepackt haben und ihren Nachbarn oder völlig Fremden zur Seite gestanden sind. Oder jene, die in stärker betroffenen Gebieten im Katastropheneinsatz waren. Besonders ausgezeichnet haben sich die freiwilligen Feuerwehren, die unermüdlich geholfen und Menschenleben gerettet haben. Zehntausende Florianis waren eingesetzt und haben noch Schlimmeres verhindert und waren beim anschließenden Aufräumen überall zu sehen. Feuerwehrmitglieder aus weniger betroffenen Bezirken rückten dorthin aus, wo sie gebraucht wurden, etwa nach Loosdorf oder in das Tullnerfeld.

Hilfe durch Caritas und Pfarren

Auch zahlreiche Pfarren wurden initiativ: Spenden wurden gesammelt; für Einsatzkräfte wurde gekocht; Pfarrgemeinderäte rückten zu Reinigungsarbeiten aus; und es wurde für die Hochwasseropfer gebetet. Die Pfarre Pottenbrunn half, indem sie ein höher gelegenes Pfarrgrundstück als Parkmöglichkeit rasch zur Verfügung stellte. Pottenbrunn war einer der „Hotspots“ der Katastrophe, auch der Pfarrhof stand unter Wasser.
Ein weiteres Beispiel: In der Pfarre Haunoldstein wurden der Pfarrstadel, die Garage und alle Nebenräume im unteren Bereich sowie der Pfarrgarten überflutet. In den Räumen stand das Wasser bis zu 1,70 Meter hoch. Der Ort wurde schwerst in Mitleidenschaft gezogen. Ebenso wie Böheimkirchen, Kirchstetten-Totzenbach oder Maria Jeutendorf.

Vieles ist provisorisch, aber
wir freuen uns, dass wir ein Gotteshaus haben.

Rasch war die PfarrCaritas der Diözese St. Pölten im „Hilfs-Modus“. 2.000 Betroffene erhielten Mittel als Caritas-Soforthilfe in der Höhe von 325.000 Euro ausbezahlt. Auch Gutscheine im Gesamtwert von 106.000 Euro wurden ausgegeben. 3.000 Anträge in der Höhe von 3,9 Millionen Euro wurden von der Caritas als Überbrückungshilfe von „Österreich hilft Österreich“ abgewickelt. Viele Freiwilligeneinsätze mit über 400 Personen sorgten in den ersten Tagen für die rasche Beseitigung von Schlamm und Unrat.

Pfarrkirche Judenau beschädigt

Kirchengebäude waren weniger betroffen, wohl, weil sie oft etwas höher gelegen sind. Schlimm getroffen hat es aber die Pfarrkirche Judenau. Dechant Gregor Slonka erinnert sich: „Am 15. September 2024 richtete das Hochwasser unvorstellbare Schäden im Tullner Becken an. Viele Häuser, Wohnungen und Betriebe in Judenau wurden zerstört. Unsere Pfarrkirche und der Pfarrhof standen einen Meter unter Wasser.“ Der Schaden an der Kirche beläuft sich auf 400.000 Euro. Die Bänke mit der neu eingerichteten Infrarotheizung, der Volksaltar, der Ambo, der Beichtstuhl sowie die komplette Einrichtung der Sakristei mussten entsorgt werden.

Das Land NÖ unterstützte die Pfarre mit 164.030 Euro, berichtet Dechant Slonka. Die freiwilligen Spenden von Privatpersonen und den Pfarren des Dekanats Tulln brachten insgesamt 10.830,17 Euro ein. Allerdings kosteten Reinigungs- und Trocknungsarbeiten sowie weitere Reparaturen 20.000 Euro.

Nach einem Jahr sind viele Schäden immer noch nicht beseitigt. Die dicken Wände trocknen langsam, die Bodenplatten sind teilweise gebrochen, einige heben sich.

Der Dechant weiter: „Trotz allem ist die Kirche ein wichtiger Ort für die Gemeinde. Schon seit November 2024 feiert die Pfarre hier wieder Gottesdienste, um den Altar im Presbyterium versammelt, weil es dort am wärmsten ist. Die Sessel und die Heizkanonen wurden ausgeborgt. Vieles ist provisorisch, aber wir freuen uns, dass wir ein Gotteshaus haben.“

Die Sanierung sei ein Projekt, das die finanziellen Möglichkeiten der Pfarre Judenau bei Weitem übersteige, obwohl viele mithelfen, alles wieder in Ordnung zu bringen. „Wir hoffen, dass unsere Kirche bald wieder im neuen Glanz erstrahlt“, so Slonka.

Die Pfarre Judenau bedankt sich für jede Form der finanziellen Unterstützung: IBAN: AT90 3288 0000 0244 6417; Verwendungszweck: Hochwasser Kirche Judenau.
Auch andere Kirchen warten auf Renovierungen – es gilt nun, die Feuchtigkeit wegzubekommen und im Frühjahr mit Sanierungen durchzustarten. W. Zarl

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ