"EUROMAN 2026" für Mary's Meals
3000 Kilometer für drei Millionen Kinder

Kinder der 
Chitika Primary School, die dank des „Feed-a-school“-Programms von „Mary‘s Meals“ etwas zu essen haben.
 | Foto: Mary‘s Meals
  • Kinder der
    Chitika Primary School, die dank des „Feed-a-school“-Programms von „Mary‘s Meals“ etwas zu essen haben.
  • Foto: Mary‘s Meals
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Der 19-jährige Denis Holub lief mit einem Team aus 20 Leuten 3.000 Kilometer, um Spenden für die Entwicklungshilfeorganisation „Mary‘s Meals“ zu sammeln und so 3 Millionen Kindern zu einer täglichen warmen Mahlzeit zu verhelfen.

Wir werden sportlicher – zumindest könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn man auf Großereignisse wie den jüngsten Vienna City Marathon blickt, der am 19. April über die Bühne ging. Rund 42.000 Menschen nahmen daran teil, so viele wie noch nie zuvor. Solche Events ziehen Aufmerksamkeit auf sich, wohl auch deshalb, weil sich viele Menschen kaum vorstellen können, was es bedeutet, über 42 Kilometer am Stück zu laufen.
Geradezu unvorstellbar wird es jedoch, wenn sich diese Distanz vervielfacht und sich gleichzeitig die Zahl der Teilnehmenden drastisch reduziert. 3.000 Kilometer – von Schottland bis ins bosnische Medjugorje – zurückgelegt von rund 20 Menschen: schwimmend, mit dem Fahrrad und laufend. Dieses schier unglaubliche und in dieser Form nie dagewesene Projekt wurde im heurigen April umgesetzt. Dahinter stand allerdings weder ein Weltkonzern noch ein großer Sportartikelhersteller, sondern ein junger Mann mit einem kleinen Team, getragen von einer ebenso simplen wie großen Idee: im Kleinen Großes zu bewirken.
So bringt es Anton Weber auf den Punkt, einer der Athleten, die beim „EUROMAN 2026“ an den Start gegangen sind.

Der deutsche Gymnasiallehrer ist in seiner Freizeit sportlich aktiv, läuft Marathons und geht ins Fitnessstudio. Dort lernt er auch Denis Holub kennen, der nach seinem Wehrdienst bei der deutschen Marine erst Theologie, dann Physik studierte. Die zwei kommen ins Gespräch und Denis erzählt, er habe bereits mit 16 Jahren einen Spendenlauf von Breisach im äußersten Südwesten Deutschlands nach Hamburg absolviert. „Denis läuft quer“ hieß die Aktion, führte über eine Strecke von 1.100 Kilometern und erzielte einen Spendenerfolg von 100.000 Euro. Diese gingen an die Organisation „Mary’s Meals“, die Schulessen für Kinder in Afrika organisiert. „Er erzählte mir von seinem Projekt, dem „EUROMAN 2026“, ich war sofort begeistert und gemeinsam mit Denis lief ich ein paar Monate später einen Halbmarathon in Bosnien – von Ljubuski nach Medjugorje“, erzählt Anton.
Dass das Ziel der Reise ein katholischer Wallfahrtsort ist, ist kein Zufall. „Der Glaube ist Teil meiner Berufung, die Welt im Kleinen und Großen zu einem besseren Ort für alle zu machen“, sagt der Initiator der Aktion, Denis Holub. Aufbauend auf dem Erfolg, den er mit „Denis läuft quer“ erzielen konnte, wollte er eine nachhaltige Bewegung begründen, die Sport mit sozialem Engagement verknüpfen sollte. Der damalige Spendenlauf erzeugte durch die mediale Berichterstattung große Aufmerksamkeit für die Arbeit von „Mary’s Meals“ und machte Denis zum Jugendbotschafter der Hilfsorganisation.

„Warum also das eigene
Potenzial nicht dafür einsetzen, um Sport mit sozialem
Engagement zu vereinen?“

Auch Anton beflügelte der Glaube in seiner Entscheidung mitzulaufen. „Der Glaube trägt mich durch alle Höhen und Tiefen, die das Leben so bringt. Er ist nicht nur moralischer Kompass, sondern auch Stütze, Hoffnungsträger und fruchtbarer Treibstoff durch einen auf Konsum, Materialismus, Egoismus und Hedonismus ausgerichteten Zeitgeist.“ Diesem Zeitgeist wolle der Lauf etwas entgegensetzen, verbindend wirken und „die Welt auch durch kleine ‚Impacts‘ ein Stück besser machen“, wie Anton es formuliert.

Mit „Mary’s Meals“ hat der „EUROMAN 2026“ für dieses Ziel einen idealen Partner gefunden. Über drei Millionen Schulkinder in Afrika versorgt die Organisation jeden Tag mit warmen Mahlzeiten. 22 Euro würden ausreichen, um einem Schulkind ein Jahr lang täglich eine warme Mahlzeit zukommen zu lassen, heißt es aus „Mary’s Meals“.

Dabei geht es um weit mehr als nur ums Essen. Verlässliche Ernährung, betont die Organisation, eröffnet neue Chancen und Lebensmöglichkeiten. Wie tiefgreifend diese Wirkung sein kann, zeigt ein berührendes Beispiel. Nicholas ist zwölf Jahre alt und aufgrund einer Erkrankung stark in seiner Bewegungs- und Sprachfähigkeit eingeschränkt. Er wird von seiner Mutter zu Hause gepflegt, während seine Geschwister eine Schule besuchen, in der sie täglich eine warme Mahlzeit in Form von Haferbrei erhalten. Eines Tages äußerte Nicholas den Wunsch, dieses Essen ebenfalls zu bekommen. Daraufhin begann seine Mutter, ihn täglich zur Schule zu tragen.
Mit bemerkenswerten Folgen: Die regelmäßigen Mahlzeiten führten nicht nur zu einer deutlichen Verbesserung seines Gesundheitszustands, auch seine Sprachfähigkeit und Motorik entwickelten sich positiv.

„Besonders in armen Ländern ist oft der einzige Grund, warum Schüler überhaupt in die Schule kommen, der ‚rauchende Schornstein‘ am Schulgebäude“, resümiert Anton: Regelmäßige Mahlzeiten sorgen nicht nur für die Abwendung von Hunger und Krankheit, sondern steigern auch Bildung und soziale Entwicklung.
Zu wissen, dass man zu der Entwicklung von drei Millionen Kindern beitragen kann, macht den Einsatz für dieses Projekt „unausweichlich“, erzählt Denis. „Sport und Bewegung im Freien scheinen gerade im Trend zu sein, eine Art der Weltflucht darzustellen. Dabei wäre es so wichtig, unsere Verantwortung gegenüber der globalen Gemeinschaft nicht aus den Augen zu verlieren. Warum also das eigene immens große Potenzial nicht dafür einsetzen, um Sport mit sozialem Engagement zu vereinen?“

Konkret funktionierte der „EUROMAN 2026“ so: Start und Ziel der Triathlonstaffel waren vorherbestimmt. Innerhalb dessen konnten sich Interessierte mit einem beliebigen Startort, einer triathlonspezifischen Disziplin (Laufen, Radfahren, Schwimmen) und eigener Distanz bewerben. Die Bewerbung für das Raceteam lief über die offizielle Webseite ab. Nach erfolgreicher Evaluierung der Bewerbung wurde die Person ins Team aufgenommen und die Strecke als Puzzleteil der Staffel hinzugefügt. So ergab sich Stück für Stück die genaue Strecke; wo Lücken bestanden, sprang Denis selbst ein.

Projekt noch am Anfang

Das Projekt wurde von einem kleinen Team um den Initiator geplant, wobei anfangs auch Hürden bestanden. „Wo fängt man bei der Planung eines solchen Projekts an? Ich wusste es nicht, denn etwas Vergleichbares gab es bis dato nicht“, erzählt er im Gespräch mit „Kirche bunt“. Daraus ergebe sich auch die größte Hürde in der Kommunikation und Vermarktung des „EUROMAN 2026“, denn je komplizierter ein Projekt, desto schwieriger sei es, Menschen dafür zu begeistern, so Holub. Sein junges Alter sei übrigens kein Problem gewesen, tatsächlich war die Resonanz diesbezüglich positiv, berichtet er. „Es war dennoch klar, dass gewisse Erwartungen bezüglich Sponsoren und Reichweite für den ersten ‚EUROMAN‘ eher nüchtern ausfallen würden. Dennoch lernt man dadurch, die kleinen Erfolge wertzuschätzen. Besonders schön war die Entwicklung im Raceteam und das Kennenlernen unterschiedlicher Menschen.“

Auch Weber zieht ein ähnliches Fazit: „Es war schön, dass Denis Menschen aus ganz Europa zusammengebracht hat. Ich hätte mich natürlich gefreut, wenn sich noch mehr für die Teilnahme entschieden hätten. Aber der ‚EUROMAN‘ steht erst am Anfang, mal sehen, wie es in Zukunft aussehen wird.“ Bereut haben die Aktion weder Denis Holub noch Anton Weber. „Die ersten zehn Kilometer gingen quasi nur bergauf, da würde man natürlich in der Zeit lieber im Café sitzen. Aber darum geht es ja gerade. ‚Inspiration is found in suffering‘ (zu Deutsch: Inspiration findet man im Leid) geht auf den Extremläufer David Goggins zurück. Ein persönliches Vorbild, was die sportliche Aktivität betrifft. Sein Zitat kann ich absolut teilen“, sagt Weber.

Eine Inspiration zu sein – zusammenzukommen, um einem Zweck zu dienen, der größer ist als man selbst: „Dafür ist die Idee einer geografisch ununterbrochenen Triathlonstaffel durch Europa das ideale Format“, so Denis. „Gerade in Zeiten der schlechten Nachrichten, Spannungen, Unsicherheiten und kollektiven Resignation braucht es Hoffnung, Mut und Antrieb zu großen Taten.“

Auf der Zielgeraden hat sich bei Anton eine große Dankbarkeit breit gemacht. „Im letzten Jahr habe ich mir den Fuß gebrochen. Ich wusste gar nicht, ob ich überhaupt antreten kann!“ Auch Denis ist dankbar: „Für das, was wir gemeinsam als Team erreicht haben: zu zeigen, was alles möglich sein kann.“ Matthias Wunder

Mary‘s meals
„Mary‘s Meals“ wurde 2002 von dem Schotten Magnus MacFarlane-Barrow gegündet, nachdem er während einer Hungersnot Malawi besucht hatte. Von Anfang an vertraute Magnus das Projekt dem besonderen Schutz der Gottesmutter an.
Der Schotte hatte 1982 als Teenager mit seinen Geschwistern den Wallfahrtsort Medjugorje besucht, was ihn und seine Familie nachhaltig prägte.

Spenden
Mit 22 Euro kann man ein Jahr lang ein Schulkind mit einer warmen Mahlzeit täglich versorgen. Spenden an Mary‘s Meals sind möglich über die Kontonummer:
AT81 3288 0000 0434 7779
BIC: RLNWATW1880

Autor:

Matthias Wunder aus Niederösterreich | Kirche bunt

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