Eine Oase im Herzen der sehenswerten Großstadt
Zu Gast in Bremens Birgittenkloster
- Ordensschwester Elsa Vincent ist die Oberin des Birgittenklosters Bremen.
- Foto: Michael Althaus/KNA
- hochgeladen von Kirche bunt Redaktion
Der „Schnoor“, die Keimzelle Bremens, ist eine der lebendigsten Ecken der Stadt; hier in der Altstadt ist immer viel los. Eine ungewöhnliche Umgebung für katholische Ordensfrauen, die sich dem Gebet und der Stille verschrieben haben. Und doch steht hier Deutschlands einziges Birgittenkloster. Fünf Schwestern bewahren das Erbe der heiligen Birgitta von Schweden.
Die Gründung des Klosters in der Hansestadt vor gut 20 Jahren war so etwas wie ein historisches Ereignis – nicht nur, weil die meisten Orden in Deutschland derzeit überaltern und Niederlassungen schließen müssen. Zuletzt wurde in Bremen 1240 ein Kloster errichtet, seit den Zeiten Luthers sind Katholiken eine kleine Minderheit. Doch der Anfang des 20. Jahrhunderts in Rom neu gegründete Zweig der Birgitten erlebt seit Jahrzehnten in vielen anderen Ländern eine Blüte. Und so stammen auch die fünf Ordensfrauen in Bremen aus Indien und Indonesien. „Die Internationalität ist etwas, das uns mit der heiligen Birgitta verbindet“, meint Schwester Elsa. Das Kloster ist in einem lichten Neubau untergebracht, der bei aller Enge nicht beengend wirkt.
In Bremen gehören die Ordensfrauen, die graue Gewänder und schwarze Schleier tragen, inzwischen zum Stadtbild. „Anfangs war es ungewohnt in einem so säkularen Umfeld zu leben“, erzählt die Oberin, die gebürtig aus einer katholisch geprägten Gegend in Indien stammt. Aber mittlerweile habe sie sich daran gewöhnt. Wenn sie in die Stadt gehe, werde sie häufig auf ihrer Tracht angesprochen. Einige Menschen reagierten erschrocken, manche auch aggressiv. Viele aber seien interessiert. „Wir erklären dann, dass das weiße Kreuz mit den fünf roten Punkten auf unseren Köpfen an die Wunden des gekreuzigten Jesus erinnert.“
Diese wundervolle Stille, Ruhe
und liebevolle Umgebung.
Besucher wissen die Gastfreundlichkeit der Schwestern und die Besonderheit des Ortes offensichtlich zu schätzen. „Wir haben in manch auch anstrengenden Zeiten hier im Hause immer einen Ruhepol gefunden“, schreibt eine Gruppe im Gästebuch, die das Kloster mehrfach aufgesucht hat. Eine andere Besucherin des Gästehauses bemerkt: „Diese wundervolle Stille, Ruhe und liebevolle Umgebung taten sehr gut.“
Michael Althaus (KNA)
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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