Brauchtum
Geliebte Rituale zu Ostern
- Der geschmückte Osterstrauch
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Die Feier der Osternacht gehört zum Eindrucksvollsten, was unsere Liturgie zu bieten hat. Auch darüber hinaus gibt es viele Rituale und Bräuche, die das Fest so beliebt machen. Was steckt dahinter?
Speisensegnung und Osterlamm
Bei der Feier der Osternacht und bei den Gottesdiensten am Ostersonntag ist es Brauch, die Osterspeisen zu segnen. Die Mitfeiernden bringen in einem Korb („Weihkorb“) Osterschinken, Fleisch, Kren, Osterbrot, gefärbte Eier, Salz, Gebäck und Osterbäckereien wie Osterlamm, Osterpinzen oder Osterstriezel mit. Die Speisen werden gesegnet und gemeinsam mit der Familie oder im Freundeskreis verzehrt.
Die Speisen sollen auf den Auferstandenen verweisen. Das Brot steht beispielsweise für Jesus Christus als das lebendige Brot. Und warum ein Lamm? Schon Johannes der Täufer nennt Jesus „Lamm Gottes“, das Tier verweist auf das Opfer, das Jesus für die Menschheit dargebracht hat.
Der Osterhase versteckt Geschenke
Hasen und Kaninchen gelten wegen ihrer Fruchtbarkeit als Symbole für das Leben. Und am Osterfest erinnern wir Christen uns daran, dass das Leben stärker ist als der Tod.
Dass der Osterhase die Eier und Geschenke versteckt, ist ein netter Brauch für Kinder, der seit dem 17. Jahrhundert in Deutschland bezeugt ist. Man kann ihn so deuten: Auch in den Sorgen des Alltags bleibt die Freude manchmal versteckt. Wer sie nach einer beschwerlichen Zeit wieder entdeckt, freut sich umso mehr!
Bunte Ostereier
Das Ei ist ein Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, zu Ostern steht es für das Grab, in dem Jesus aus dem Tod zum Leben erweckt wurde. Der Brauch des Eier-Färbens entstand im Mittelalter wahrscheinlich aus der Notwendigkeit, gekochte von rohen Eiern zu unterscheiden. Seit dem 13. Jahrhundert ist die traditionelle Farbe für Ostereier rot – ein Hinweis auf das Blut, das Jesus Christus für uns vergossen hat. Das Färben gehört zu den Tätigkeiten in der Karwoche.
An den Oster-Feiertagen wird gerne Eier-Pecken gespielt, wobei man mit der Spitze des eigenen Eis auf das Osterei des anderen schlägt: Wessen Ei ganz bleibt, der gewinnt auch das angeschlagene.
Ein verziertes Osterei war früher oft auch ein Geschenk der Taufpaten an die Kinder.
Kinder besuchen ihre Paten
In vielen Regionen ist es üblich, dass die Kinder zu Ostern ihre Taufpaten besuchen. Von diesen werden sie dann mit Osterkipferln, Osterstriezeln oder anderen Geschenken bedacht.
Der gemeinsame Emmausgang
Am Ostermontag wird im Gottesdienst von den beiden Jüngern erzählt, die auf dem Weg in das Dorf Emmaus dem auferstandenen Jesus begegneten (Lk 24,13-35). Manche Pfarren organisieren einen Emmaus-Gang, einen gemeinsamen Spaziergang oder einen mit österlichen Gedanken gestalteten Pilgerweg.
Man kann aber auch als Familie oder mit Freunden spazieren gehen und sich über das unterhalten, was jeden in letzter Zeit beschäftigt und bewegt hat.
Der geschmückte Osterstrauch
An lange Weiden- oder Forsythienzweige werden – oft schon in der Fastenzeit – bunte Eier gehängt. Die Zweige werden spätestens einige Tage vor Ostern geschnitten und ins Haus gestellt, damit sie zu Ostern blühen oder grüne Blätter austreiben. Sie erfreuen uns als Zeichen des im Frühling aufblühenden Lebens. Ab den 1960er Jahren hat der Osterstrauch das Haus verlassen: Auch Sträucher und Bäume im Garten werden geschmückt. PH
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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