Sternschuppensommer
Ein Wunder der Schöpfung

In der gefühlten Unendlichkeit des Universums sind wir auf der Suche nach Halt und Schutz – wo finden wir dieses Gefühl besser als in einer sternenklaren Nacht?
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Der nächtliche Sternenhimmel lädt ein, unsere Wünsche zu überdenken und der Schöpfung wieder mit neuer Demut zu begegnen. Im Hinblick auf die Schöpfung sind auch wir Menschen imstande, Gutes zu verrichten und neu zu erleben.

Wir wollen Gott nachspüren, ihn erleben und ihm gleichzeitig nahe sein. Gibt es etwas Schöneres als in einer lauen Sommernacht lange draußen zu sitzen und in den Himmel zu schauen? Besonders in den Sommermonaten Juli und August, wo noch dazu der Perseiden-Meteorstrom aktiv ist und in einigen Nächten bis zu 150 Sternschnuppen in der Stunde beobachtet werden können. Sind der Himmel klar und die Temperaturen warm, dann spricht nichts dagegen, den Abend unter freiem Himmel zu verbringen.

Wenn man eine Sternschnuppe sieht, darf man sich etwas wünschen. So halten es viele Zeitgenossen. Die Chance, dass eine Sternschnuppe nicht gesehen wird, ist ziemlich hoch, denn meist zeigt sie sich bloß für die Dauer eines Wimpernschlags. Woher der Brauch des Wünschens kommt, ist unklar. Einige Astronomen gehen davon aus, dass diese Tradition auf die Antike zurückgeht, in der die Menschen noch dachten, dass die Sternschnuppen am Himmel eine Botschaft der Götter seien.

Auch wenn wir heute wissen, dass es keine Sternschnuppe braucht, um sich bei Gott zu melden, so ist eine Sternschnuppennacht auch eine Gelegenenheit, sich als Mensch wieder neu zu finden. Außerdem kann so ein Blick zum Himmel dazu führen, dass man sich selbst als Teil des gesamten Universums wahrnimmt. Wir Menschen können nur erahnen, wie unendlich weit die einzelnen Sterne entfernt sind, die oft selbst riesige Galaxien sind. Die vielen Lichtpunkte über uns am Himmelszelt zeigen auch, dass wir Menschen weder der Mittelpunkt der Erde noch der Mittelpunkt des Universums sind. Es sind so viele Dinge um uns herum, die wir mit unseren bloßen Augen nicht sehen können und mit unserer Vorstellungskraft auch nicht erahnen können.

Demut am Himmelszelt

Diese Erkenntnis lässt uns ein wenig de­mütig werden und ruft dazu auf, wieder ein Stück sorgsamer mit unserer Schöpfung umzugehen. Immerhin umgibt uns das Werk Gottes. Die erlebte Unendlichkeit des Sternenhimmels macht zudem auch noch klar, dass wir Menschen, gerade weil wir das Ebenbild Got­tes sind, dann auch imstande sind, großartige Dinge zu schaffen. Trotz aller Demut, die wir gegenüber der Schöpfung empfinden, kommt es auf uns Menschen an, denn wir sind ein Teil dieser Welt und ein Teil dieser wunderbaren Schöpfung. Wir sind somit alle zum Handeln für eine bessere Welt aufgefordert. Bei uns Menschen wird durch unser Wort keine Materie entstehen, so wie bei Gottes Schöpfungswort, jedoch können wir mit unseren Worten eine gute Atmosphäre schaffen. Ausgesprochene Gedanken können nicht nur das menschliche Miteinander fördern, sondern auch immer mehr Menschen dazu ermutigen, unsere Schöpfung zu bewahren.

Die Sternschnuppennächte können auch dazu anregen, mit sich selbst über die eigenen Gedanken und Wünsche ins Reine zu kommen. Was liegt mir so brennend am Herzen, dass ich es zu den Sternen schicken möchte?

Sternschnuppensommer

Hell der Strahl
die Nacht erhellt
Sternschnuppenstrahl
vom Himmel fällt

Sternenklar und wolkenlos
Schnuppenzahl, die ist sehr groß
Wunderschön mit anzusehn
Sternschnuppen vom Himmel ziehn

Wünsche, diese fallen begleiten
aus der Ferne, aus den Weiten
Musst du raus ins Freie gehn
Sternschnuppensommer so zu sehn

© Gerhard Ledwina (*1949)

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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