Familie
Die moderne Familie

Das Tablet im Wohnzimmer, der Laptop im Arbeitszimmer und das Handy immer griffbereit in der Küche – digitale Medien ge­hören längst zum Alltag. Auch im Familien­leben: Von klein bis groß wird digital miteinander kommuniziert. Ein Leben ohne Smartphone & Co. ist kaum mehr vorstellbar. Wie aber setzt man all die neuen Möglichkeiten sinnvoll ein?

Begleiten & besprechen
Von der Organisation über die Kommunikation bis hin zur Unterhaltung spielt das Handy eine große Rolle innerhalb der Familie. Je jünger das Kind ist, desto weniger kann es das Gesehene von der Realität unterscheiden: „Die Kinder vermischen das Gesehene mit ihrer Phantasie und können nicht unterscheiden, was stimmt“, sagt Barbara Buchegger, pädagogische Leiterin der Initiative „Saferinternet.at“. Eltern sollten ihre Kinder daher gut begleiten und trösten, wenn sie sich vor dem Gesehenen fürchten. Generell sollten Kinder unter drei Jahren das Handy möglichst nicht in die Finger bekommen. Wenn allerdings ein Notfall zu bewältigen ist, spricht nichts dagegen: „Es ist wichtig, den Eltern das schlechte Gewissen zu nehmen“, sagt Buchegger.
Ist das Kind groß genug, um ein Handy zu bekommen – meist erfolgt das gegen Ende der Volksschule –, ist vor allem die Vielfalt am Smartphone eine große Herausforderung. Als Eltern muss man dieses Angebot stark regulieren, sagt Buchegger. Und den Kindern dabei helfen, mit den gesehenen Inhalten richtig umgehen zu lernen. Denn gerade sogenannten Influencern (Multiplikatoren im Internet, Anm.) fühlen sie sich oft freundschaftlich verbunden und möchten die von diesen beworbenen Produkte selbst kaufen. Geld auszugeben durch das Internet ist etwas, mit dem die Eltern zunehmend konfrontiert werden. Das lasse sich nicht ganz vermeiden, sagt Buchegger, deshalb sollte man nicht ganz so hart sein.

Druck wird größer
Auch soziale Medien spielen eine immer größere Rolle im Leben von Kindern und Jugendlichen. Der Einstieg erfolgt früh – und schon dreht sich alles um Tiktok, Snapchat oder Youtube. „Wie kommuniziere ich mit anderen ohne Konflikte? Wie sage ich, dass mir etwas nicht gefällt und wieviel gebe ich preis?“, seien jene Fragen, die sich Eltern und Kinder stellen müssen. Eine positive Entwicklung sei, dass Kinder wenig Privates von sich im Internet preisgeben und das stattdessen im privaten Raum, beispielsweise in Whatsapp-Chats, passiere. Trotzdem gibt es in sozialen Netzwerken immer wieder viele Missverständnisse und Konflikte über Inhalte, die sich nicht mehr löschen lassen. Diese Netzwerke sorgen auch dafür, dass Mädchen und Buben immer mehr Druck ausgesetzt sind, was ihr äußeres Erscheinungsbild angeht. Die Stereotypen werden stärker, sagt Buchegger.

Vorbild sein: das A und O
Nicht nur die Kinder, sondern natürlich auch die Eltern nutzen Smartphone & Co. Wie wichtig ist es, was sie den Kindern vorleben? „Das ist das A und O. Kinder machen alles nach, was ihnen vorgelebt wird. Wenn die einzige Form der Entspannung für den Elternteil der Fernseher oder das Handy sind, macht das Kind das nach.“ Deshalb ist es wichtig, eigene Regeln in Bezug auf Medien aufzustellen. So sollte beispielsweise beim gemeinsamen Essen kein Handy am Tisch sein. Und für das Kind gilt – neben dem Alter entsprechenden Bildschirmzeiten – vor allem, dass das Handy in der Nacht außerhalb des Zimmers sein sollte.
Und ganz wichtig: Es sollte genügend Ausgleich zur virtuellen Welt vorhanden sein. Bewegung im Freien, gemeinsames Spielen oder Gespräche – damit der Bezug zur echten Welt nicht verloren geht.
Daniela Rittmannsberger

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

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