Meinung
Ich will nicht angepatzt werden

Veronika Pernsteiner (63) ist pensionierte Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit in der Diözese Linz und war von 2015 bis 2020 Vorsitzende der Katholischen Frauen­bewegung Österreichs. | Foto: Elisabeth Kiessling
  • Veronika Pernsteiner (63) ist pensionierte Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit in der Diözese Linz und war von 2015 bis 2020 Vorsitzende der Katholischen Frauen­bewegung Österreichs.
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Eine Replik auf Stefan Beig in Ausgabe 32: „Besser unverwechselbar“:

Wenn Priester mit „Fridays for Future“ gegen den Klimawandel protestieren, wenn Ordensleute zu Mitstreitern beim Lobau-Protestcamp werden, – tja, dann tut die katholische Kirche alles in ihrer Macht Stehende, um öffentlich so bedeutungslos wie nur möglich zu werden. Hier geht es nicht um theologische Fragen oder Seelsorge, sondern um professionelles Marketing und Public Relations. Die Kirche wird nicht relevanter, wenn sie bei jedem Thema ihren Senf dazugibt. Marketingtechnisch unerlässlich ist vielmehr Unverwechselbarkeit. Aufspringen kann die Kirche nur auf Trends, die zum Kerngehalt ihrer Verkündigung passen, alle anderen Trends ignoriert sie am besten – oder bietet ihnen in gewissen Fällen die Stirn. [Stefan Beig]

Antwort darauf von Veronika Pernsteiner:

Stefan Beig sollte sich die päpstliche Enzyklika „Laudato si‘“ zu Gemüte führen, damit er erkennt, dass der Einsatz für die Bewahrung der Schöpfung kein PR-Gag ist, wie er schreibt. Als Oma, die sich für eine enkeltaugliche Zukunft einsetzt, setze ich mich besonders auch als Christin für die Bewahrung der Schöpfung ein.

Warum patzt Herr Beig als bekennender Katholik auf Katholiken hin, die sich für die Bewahrung der Schöpfung einsetzen? Ich finde den Artikel selbstherrlich und bin enttäuscht, dass er auf der Website einer österreichischen Kirchenzeitung und im SONNTAG zu lesen ist. Wenn ein bekennender Katholik zu wissen meint, was andere tun müssen, um den Willen Gottes zu erfüllen, dann hätte er vor einigen Wochen besonders gut beim Evangelium aufpassen sollen. (Lk 13, 22–30).

Auch die Kirchenzeitung als Organ der Erzdiözese Wien sollte sich überlegen, wie viel Platz sie derartigen selbstherrlichen Kommentaren gibt.

Der Kommentar drückt die persönliche Meinung der Autorin aus!

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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