Kommentar: Die Kirche & ich
Wer in der Krise hilft

Das sakramentale Leben ist die Quelle unserer Kraft – aber wozu bekommen wir unsere Kraft, wenn nicht dafür, den leidenden Menschen zu dienen?
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Wir wissen zwar nicht, wann – aber es wird eine Zeit nach Corona geben. Und es ist gut, wenn sich auch die Pfarren rechtzeitig darauf vorbereiten. Die Dechanten unserer Erzdiözese trafen sich in der vergangenen Woche – teils real, teils virtuell –, um sich darüber auszutauschen. Kardinal Schönborn hat dabei einen Appell an sie gerichtet, der auf den ersten Blick vielleicht provokant wirkt.

Der Kardinal hat gesagt: Unsere Sorge kann es nicht zuerst sein: Wie kriegen wir die Leute in die Gottesdienste zurück? Sondern: Wir haben den Auftrag, in unserer Gesellschaft Salz und Sauerteig zu sein. Daher muss unsere Sorge zuerst sein: Wie können wir als Pfarrgemeinde, als Kirche, den Menschen in unserer Umgebung, die von der Pandemie und ihren Folgen besonders betroffen sind, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Hilfe geben? Dazu ermunterte der Kardinal zur Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, mit Vereinen, anderen Initiativen und der Politik.

Ich kann mir vorstellen, dass das bei manchen ein Stirnrunzeln auslöst: Findet der Kardinal denn Messen, Tauf-, Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Trauungen und Beerdigungen nicht mehr wichtig? Hat das Soziale jetzt Vorrang vor dem Spirituellen? Aber so ist das nicht. Das sakramentale Leben ist die Quelle unserer Kraft – und ist dann besonders wichtig, wenn die anderen unsere Kraft in besonderem Maß brauchen. Aber wozu bekommen wir unsere Kraft, wenn nicht dafür, den leidenden Menschen zu dienen? Diese Perspektive stellt die Kirche wieder auf die Füße. Und wie der Kardinal gesagt hat: „Dass Menschen in die Gottesdienste kommen, wird in dem Maß geschehen, in dem wir das nicht als Hauptfokus haben.“

Autor:

Michael Prüller aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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