Gegen das Corona-Virus
Wiener beten wieder vor Wiener Pestsäule

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Die Menschen in Wien haben die Pestsäule am Wiener Graben wieder „reaktiviert“.

SONNTAG-Leser Gerold Rauscher hat uns diese Fotos geschickt, die sein Sohn Johannes Rauscher am Abend des 24. März 2020 geschossen hat.

Die Pestsäule ist ab sofort offensichtlich nicht mehr nur ein Kulturgut, an dem man vorübergeht, sondern viele Wiener kommen dort seit ein paar Tagen wieder zum Beten hin. Dabei entzünden sie auch Kerzen am Sockel, hängen Kinderzeichnungen mit Gebeten und Kreuzen auf. Es werden von Tag zu Tag mehr. Ursprünglich beteten die Wiener des 17. Jahrhunderts rund um diese Stelle um göttlichen Schutz vor der Pest. Heute beten sie um göttlichen Beistand gegen das Corona-Virus.

Die Pestsäule in der Innenstadt geht auf das Jahr 1679 zurück. Damals wütete in Wien eine der letzten großen Pestepidemien. Auf der Flucht aus der Stadt gelobte Kaiser Leopold I. die Errichtung einer Gnadensäule bei Beendigung der Pestepidemie. Noch im selben Jahr wurde eine provisorische Holzsäule des Bildhauers Johann Frühwirth eingeweiht. Später wurde sie durch die kunstvoll ausgeführte Pestsäule ersetzt, die sich bis heute erhalten hat. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie eingemauert, dadurch wurde sie vor Fliegerangriffen geschützt. Die Wiener Pestsäule wurde am 29. Oktober 1693 geweiht und ist somit 327 Jahre alt.

Autor:

Michael Ausserer aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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