Coronavirus-Pandemie
Videobotschaft von Kardinal Schönborn zur Corona-Krise

Foto: Claudia Schuler

Kardinal Christoph Schönborn:
"Liebe Gläubige! Wir alle erleben eine Situation, die es in dieser Form zu unseren Lebzeiten noch nicht gegeben hat. Ganz Europa, ja die ganze Welt ist davon betroffen. Die WHO spricht von einer Pandemie, also einer Epidemie, die die ganze Welt betrifft. Die gute Nachricht: Sie kann besiegt werden. Aber sie kann es nur, wenn wir alle unseren Teil dazu beitragen. Die Bundesregierung handelt verantwortungsbewusst, zu unserer aller Schutz. Was ist die wichtigste Maßnahme um die Pandemie einzudämmen? Soviel wie möglich auf physischen, körperlichen, Kontakt verzichten! Um nicht angesteckt zu werden oder andere anzustecken. Besonders gefährdet sind wir Älteren, und noch mehr wir Älteren, die gesundheitlich angeschlagen sind. Das ist mein Fall, ich habe keine Angst vor dem Tod, ich freue mich auf das ewige Leben, aber ich bin dankbar im letzten Jahr zweimal Heilung erlebt zu haben und ich gehöre dennoch weiter zur Risikogruppe. Möglichst wenig Sozialkontakte: Ist das nicht unchristlich? Ist das nicht gegen die Nächstenliebe? Nein: Es ist ein Zeichen der Nächstenliebe, wenn wir einander nicht in Gefahr bringen! Und wir haben alle eine gesellschaftliche Verantwortung: Es geht darum die rasant ansteigende Zahl der Neuinfektionen zu senken. Sie kennen die Maßnahmen, die die Regierung beschlossen hat. Sie sind einschneidend. Schmerzlich aber notwendig. Wir dürfen der Regierung dafür dankbar sein.

Und die kirchlichen Maßnahmen? Sie haben dasselbe Ziel wie die staatlichen: Die Ausbreitung der Pandemie zu verlangsamen und so hoffentlich bald zu stoppen. Ich fange mit dem Positiven an: Ich habe alle Pfarren und Klöster gebeten: Die Kirchen sollen offen bleiben, damit wir zum stillen Gebet kommen können. Bitte nützen Sie diese Möglichkeit. Bitte nützen wir diese Zeit auch das Beten zuhause neu einzuüben. Das haben frühere Generationen geübt und es war ein Segen. Trotzdem einige Maßnahmen: Gemeinsame Feiern, die verschoben werden können, bitte verschieben ( Taufen, Firmungen, Hochzeiten). Bei Begräbnissen: Nur im engen Familienkreis, möglichst direkt am offenen Grab. Denn: vorerst sind alle öffentlichen Gottesdienst ausgesetzt. Aber es gibt Gottesdienstübertragungen in Radio Klassik Stephansdom, über Radio Maria, im ORF und an vielen anderen Stellen. Die Priester sind gebeten ohne Volksbeteiligung die heilige Messe zu feiern, für ihre Gemeinden und für alle Menschen, besonders für die Kranken. Ich danke allen Priestern die jetzt schon einen Lifestream ihrer Gottesdienste organisiert haben. Besonders im Blick sind die älteren Menschen und die Gefährdeten. Haltet Kontakt mit euren Großeltern aber am besten über das Telephon. Die Sonntagspflicht ist für diese Zeit ausgesetzt.

Wie ist es mit der Kommunion? Ich empfehle allen die alte Gewohnheit der geistlichen Kommunion wieder zu beleben. Vor allem in Gebetsgemeinschaft. Im Lesen der heiligen Schrift. Es gibt viele Anliegen für die wir beten sollen: Für die vielen die sich um ihren Arbeitsplatz Sorgen machen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, die Kranken.

Es ist eine herausfordernde Zeit. Aber der Hl. Clemens Maria Hofbauer dessen Todestag sich morgen am 15. März zum zweihundertsten Mal jährt, hat gesagt: " Nur Mut. Gott lenkt alles." Und was wir noch tun können: Ein Lächeln, ein gutes Wort, denn wir glauben fest: Nach diese besonderen Fastenzeit kommt ganz sicher ein neues Ostern."

Autor:

Der SONNTAG Redaktion aus Wien & NÖ-Ost | Der SONNTAG

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